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Der Israelit · 1879-02-12 · Heft 7 (12.2.1879) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 7 (12.2.1879)
Date
1879-02-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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167 Alexandria; 8. in den Veterinär-Instituten in Kasan, Charkow nnd Dorpat; 9. in der Akademie der Künste; 10. in der Lehradtheilung beim asiatischen Departement der Ministeriums des Aeußern; 11. im Politechnikum zu Riga; 12. in der medikochirrurgischen Akademie; 13. in den pädagogischen Kursen beim 2. St. Petersburger Militär-Gymnasium; 14. in der Bauschule in St Petersburg; 15. im Konstantinvw'schen Meß-Institut; 16 im Berg-Institut; 17. in der Petrow'schen landwirthschaftlichen und Forst-Akademie in Moskau; in der Moskauer technischen Schule — ohne Unterschied der Grade und Würde das Recht zu gewähren, auf allgemeiner Grundlage in den Staatsdienst zu treten, sich im ganzen Reich ungehindert aufzuhalten und bei jeder beliebigen Gemeinde anschreiben zu lassen. H. Den Juden, welche das Institut der Wegekommunikatien beendet, dieselben Rechte, jedoch ohne Recht des Staatsdienstes, zu gewähren. HI. Den jüdischen Pharmazenten Feldscherern und Hebammen den Aufenthalt im ganzen Reich unter nachstehenden Bedingungen zu gestatten: a) daß nur solchen Personen von nicht über 25 Jahren Pässe ertheilt werden und d) daß sie außer einem Passe noch von der betreffenden Anstalt, in welcher sie ihre Studien machen, eine Bescheinigung darüber besitzen, daß sie sich in Wirklichkeit mit dem erwählten Fache beschäftigen. IV. Den Apotheker-Gehilfen, Dentisten und Feldscherern, wie auch den Hebammen mosaischer Konfession das Recht des ungehinderten Aufenthaltes im ganzen Reich zu gewähren, ebenso das Recht, sich bei jeder beliebigen Gemeinde anschreiben zu lassen. Feuilleton. Iaöbi Zoselmann von Kasheim. Eine historische Erzählung. XXX. Kaum hatte der Rabbiner das Gefängniß verlassen, als Pfefferkorn eintrat. „Ha", rief ihm Rabbi Joselmann entgegen, „setzt weiß ich, woher der Schlag rührt. der mich betroffen! Ihr wollt Euch an mir ächen, Jossef!" ..„Johannes, wenn ich bitten darf, ich heiße Johannes."" „Ich heiße auch Joseph, und ich möchte meinen Namen mit keinem andern vertauschen."! »„Nun, Herr Kaiserlicher Befehlshaber und [ Regierer — Ihr werdet gehängt werden."" „Ich werde Euch den Gefallen nicht thun, mich hängen zu lassen; ich werde, wie einst der erste Joseph, aus dem Gefängnisse befreit weri den und wieder als Befehlshaber und Regierer herrschen."! „»Das sind Träume!"" „Waren es doch Träume, denen einst Joseph! seine Befreiang verdankte! UebrigenS, wie Gott! will; sollte Gottes heiliger Wille meinem Leben i ein frühzeitiges Ende bestimmt haben, so sage ich! froh und zufrieden: Gottes heiliger Wille ge-! schehe!" j „„Joselin, ich komme als Freund zu Euch.! Bei Euren hervorragenden Talenten könnte etwas Großes, Bedeutendes aus Euch werden. Dem Juden aber ist die Welt verschlossen. Ihr, zum Kai-! serlichen Befehlshaber und Regierer ernannt, werdet von einem Bürgermeister einer Kleinstadt einge-! kerkert, und wahrscheinlich verurtheilt und gehängt werden, wiewohl Euch kaum etwas Unrechtes nachgewiesen werden kann. Dem Juden gegenüber ist eben Alles recht, Alles erlaubt. Ihr seht, Gott hat die Juden verlassen. Schwört das Judenthum ab; werdet Christ. Dann nimmt sofort Euer Pro» ceß eine andere Wendung; das Zeugniß des triefäugigen Pheiwel kann Euch dann nicht mehr belasten; denn das Zeugniß eines Juden gegen einen Christen, und zumal gegen einen Neophyten, ist nngiltig. Euch aber eröffnet sich die glänzendste Laufbahn. Meine Gönner, die Dominicaner...."" „Schweigt, Pfefferkorn, spart Euren Athem, alle Eure Ueberredungskünste sind bei mir vergeblich. Was unterfangt ihr Euch, daß Ihr mich überreden wollt? Ihr seid ein unwissender Mann, der wenig gelernt und das Wenige vergessen hat. Wie, Gott habe uns verlassen? Noch nie war uns Gott so nahe wie jetzt. Eine neue Zeit bricht an; ich höre bereits das Rauschen ihrer Flügel. Drei Wunder hat uns Gott gethan, große, mächtige Wunder, rasch nach einander. Das erste, daß Er mich Armen hat ausersehen, Gunst und Gnade zu finden in den Augen mächtiger Kaiser und Fürsten; daS zweite, daß Er Euren Anschlag gestört durch die Weisen der Nationen, die siegreich geschrieben zu Gunsten unsrer heiligen Bücher, während die Feinde der Juden sind beschämt worden. Seitdem, Pfefferkorn. haben Eure Dominicaner aufgehört, die Welt zu beherrschen. Die Kugel ist ins Rollen gekommen und wird nicht mehr zu hemmen sein. Reuchlin hat edle und geistvolle Bertheidiger gefunden; nach ihnen werden Andere kommen, die den Pfaffen und Dunkel-

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