Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1879)
- Date
- 1879-01-29
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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122 Salz- und Mehlsorten durcheinander zu mengen, um die jüdischen Kunden dadurch zu vergiften. Aber in wunderbarem Widerspruch stehen damit die Regsamkeit und Verschmitztheit, mit welchem er seine Geschäfte betreibt und abwickelt. Mendelssohn gehört zu den schlimmsten Halsabschneidern Berlins. Er nimmt die unerschwinglichsten Zinsen und verfolgt seine armen Opfer auf's Unbarmherzigste. Wir hören von allen Seiten, daß er gänz außerordentlich hartherzig sein soll. Nichts rührt ihn und er saugt die ihm in die Hände Gefallenen bis auf's Blut aus. Vom Stadtgericht kommt er gar nicht mehr fort, jo zahlreich sind seine Processe, die er mit großer Sachkenntniß selbst zu führen pflegte. Mit allgemeiner Befriedigung wird man daher vernehmen, daß der nach mehreren Richtungen gemeinschädliche Mensch unschädlich gemacht worden ist; denn die Behörde wird ihn in keinem Falle mehr aus den Händen lassen. Berlin, 27. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Meldung der „KreuzzeiLung" von der bevorstehenden Abreise des Geh. Legationsrathes v. Jasmund auf den Bukarefter diplomatischen Posten als nicht richtig und fügt hinzu: Die Entsendung des diplomatischen Vertreters nach Bukarest hänge bekanntlich von der Erledigung von Bedingungen ab, deren Erfüllungen noch nicht erfolgt sei. Unter den zu erledigenden Bedingungen, von denen die „Nordd. Allg. Ztg." spricht, dürfte wesentlich auch die Bestimmung des Berliner Vertrages betreffend die Stellung der Juden sich befinden. Bonn. 27. Jan. Die Berufung des Herrn Moritz Baum, Nedacteur des „Israelitischen Boten", der gegen das Urtheil der Zuchtpolizeikammec, das, wie bekannt, wegen Beleidigung ..er hiesigen Rabbiners Herrn Dr. Schreiber auf 150 M. Geldstrafe erkannt hatte, kam heute vor der Correctionell-Appellkammer zur Verhandlung und nahm längere Zeit in Anspruch. Das öffentliche Ministerium, das in 1. Instanz 500 M< Geldstrafe beantragt, stellte heute Strafantrag von 3 Monaten Gefängniß, namentlich mit Rücksicht darauf, weil Angeklagter nach Erge'miß der jetzigen Verhandlung nicht zur Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe. Das Urtheil wnrde auf 8 Tage vertagt. Näheres über den Prozeß folgt in der nächsten Nummer. Serbien. Belgrad, 26. Januar. Die Skupschtina hat einstimmig die Regierungsvorlage wegen Aufhebung des Verfassungs-Artikels betr. Rechtsbeschränkung angenommen. ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Jnferaten-Atnnahme für Frankfurt «r.M. bei <J. Kauffmann, Buchhandlung , für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung in Hamburg, Kohlhöfen 35, und für CölU bei Mjeo Frank, Steinfeldergasse 7. Eine erfahrene Wirthfchafterin, mit den besten Zeugnissen, sucht per sofort oder auch später Stellung. Nähere Auskunft ertheilt At. Ertz, 336] Neudamm, N.-M. ine starke und gesunde Person sucht in einem religiösen Hause einen Platz als Stillamme. 392] A Bik, wohnhaft im isr. Spital in Fürth. Uaroches, Sefer-Wäntel, Schukchan Decken sowie alle Stickereien für Synagogen, in Gold, Silber und Seide, liefere billigst, in geschmackvoller Ausführung. Ebenfalls halte stets reichhaltiges Lager fer» tiger Sefer-Mäntel und versende auf Verlangen gerne Probestickereien, Zeichnungen und Kosten- Anschläge. I. Kauffmauu, 3366] Buchhandlung, Frankfurt a. M.