Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1879)
- Date
- 1879-01-29
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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118 bis in die sinkende Nacht hatte sie am verflossenen Tage daran gearbeitet, ohne im Stande zu sein, es zu vollenden. Sie versprach jedoch der erregten Bäuerin, am kommenden Abend, gleich nach Ausgang des Sabbats das Kleid in Arbeit zu nehmen nnd nicht eher zu ruhen als bis sie den letzten Stich daran gethan, und Sonntag früh Marge ns wollte sie es der Arbeitgeberin zusenden. Mit diesem Versprechen gab sich die Bauersfrau endlich zufrieden, drohte jedoch der armen NLtherin ihre Kundschaft gänzlich zu entziehen, wenn sich dieselbe abermals als unzuverlässig erweise. „Da werden wir morgen wieder ein Mal die halbe Nacht durcharbeiten müssen", murmelte Jakobine, nachdem die Bäuerin sich entfernt hatte und sie nun die Teller zu dem einfachen Mahle auf dem Tische ordnete, und dann Sonntag früh muß ich auch noch da binaussteigen." „An dem Kleid hast Du nichts mehr zu thun", entgegnete die Mutter, „das werde ich schon allein fertig machen. Du mußt Dich nur morgen Abend bei Zeiten niederlegen, um Sonntag zeitig wieder aufzustehen, denn hinausbringen mutzt Du es ihr, da geht kein Weg beiher." „Heißt ein Vergnügen — bei der Kälte —" „Was willst Du?" versetzte Bertha mit schmerzlichem Seufzer „kann ich's ändern? — Sie ist meine beste Kundschaft, soll ich riskiren sie zu verscherzen? — Gestern hast Du mir Deinen Shawl gezeigt, er ist schäbig, Du kannst kaum mehr damit gehen. Aber woher sollte ich das Geld nehmen. Dir einen andern zu kaufen, wenn ich mich nicht anstrenge, meine Kunden zu befriedigen?" Das junge Mädchen preßte die Lippen auf einander, ohne ein Wort zu erwidern; für sich aber dachte sie: wenn nur der Sabbat nicht wäre, da könnte die Mutter morgen Vormittag ganz bequem das Kleid fertig machen und ich könnte es Nachmittags ganz gemächlich hinaus tragen. Aber so — die Mutter macht sich krank mit dem in der Nacht arbeiten und dann ist gar kein Auskommen mit ihr und ich werde in meinem alten Shawl früh Morgens halb erfrieren. (Fortsetzung folgt) ANZE IG E N. Wr den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich. yjrzrn naeh offerirt sämmtlichc Colonialwaa' er;. als: Psiaumen, Birnen, Aeps l, Kirschen, Kartoffelmehl, Choeolade, Klümpchen. Essig, Honig, Liquenre, Spiritus au allerdilligften Preisen die läu gros-HaiMlluiig Ad Goldfchmidt, 100] Berlin, neue Friedrichstr. 4 t. von Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. H i l» d e s h e i m e r. ^V^ci dem Unterzeichneten ist zu verkaufen eine min -'So, 50 Ctm. hoch. Ferner empfiehlt derselbe ni'tfins u. rv.rra ,v^sn zu billigen Preisen. Jacob, Gesetzrollenschreiber in Tilsit, 3756] Hohestraße Nr. 95. Ein Lehrling mit genügenden Schulkenntnissen und aus guter Familie wird für ein isracl. Bankhaus (Samstags geschlossen) in Frankfurt a. M. zum baldigen Eintritt gesucht. Offerten unter G. c. 6116 befördern Kllchltsteiil t Kogler 265] in Frankfurt a. M. S Für meine Seiden-, Manufaktur- und Weißwaarenhandlung suche ich auf Ostern einen Lehrling; streng jüd. Küche. Samstags geschlossen. Michael MdschnM, 226] Hannover, Kromerstr. 21, •1