Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1879)
- Date
- 1879-01-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M S XX Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Ludenthum. '• HerauSgcgeben von Dr. Lehmann in Main». Mittwoch, den 29. Januar 5639 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig »der vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 85 Pfennige die Petitzcile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 ReichS-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artilel: Württemberg und Palästina. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deustchland: Würzburg. Würzburg. Würzburg. Jnowraclaw. — Oefterv. - Ungar. Monarchie : Aus Böhmen. — Rußland: ^etergburg. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Anhalt der erste« Beilage: geilender Anikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correwondenzen: Deutschland. Feuilleton: Jakobine. Anhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Boun. Anhalt der HLlra-ZSeitage: Spenden-Verze ichniß. Leitender Artikel. Württemberg und Palästina. Mainz, 20. Jan. Biele Leser unserer Zeitschrift werden sich noch erinnern, daß vor etwas mehr als einem Jahr» zehnt der Württembergs iSr. Kirchenrath, der seitdem verstorbene Herr Joseph Mayer, der staunenden Welt da« neue Dogma verkündete: „Stuttgart ist das neue Jerusalem!" Dieses neue Dogma rief von Seiten der aesammten deutschen Judenheit ein schallendes Gelächter hervor. Stuttgart ist zwar eine sehr schöne Stadt, die sich einer herrlichen Lage erfreut und in Bezug auf Kunst, Wissenschaft und Literatur eines großen Rufes genießt — allein gerade die jüdischen Verhältnisse dort sind unendlich traurig. Der weitab größte Theil der iSr. Bewohner dieser Stadt gehört nur noch! dem Namen nach dem Judenthum an; keine Feiet! des Sabbats und der Festtage, keine Beobachtung! der Speisegesetze und der Reinheitsvorschriften. > In der Synagoge ist das Talith verpönt — außer | für Rabbiner und Vorsänger, wie wenn Gott daS! Gebot der Schaufäden nur den Synagogen-Func-! tionären ertheilt hätte; Tephillin dürfen in der > Synagoge nicht angelegt werden; es ist aber auch i kein Vorzimmer da, wo dieses ermöglicht würde. I Aehnlich sieht es mit den andern Gemeinde-Jnsti-! tutionen ans; keine Mikwah, und eine Schechita,! daß Gott erbarm! Wenn Stuttgart Jerusalem ist, so muß wohl Eßlingen in Palästina liegen. — Dieser Ansicht scheint ein Correspondent der in Stuttgart»erscheinenden „Neuen Zeitung" zu sein, der sich nicht wenig darüber ärgert, daß nicht alle Gaben, die auS Württemberg nach Palästina gesandt werden, dem Waisenhause in Eßlingen zufließen. Wir habe» in voriger Nummer über den Jahresbericht des iSr. Waisenhauses zu Eßlingen referirt, haben das viele Gute, welches dort geschieht, rühmend hervorgehoben, haben unS über die r e i-