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Der Israelit · 1879-01-15 · Heft 3 (15.1.1879) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 3 (15.1.1879)
Date
1879-01-15
Page
– (sequence 19)
Language
German
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67 nun mit bestem Erfolg in ihrem Sinne wirken. In Frankfurt schlossen sich beide der Religionsgesellschaft an und wollten nichts weiter sein als einfache otq Da Dr. Frenkel's leidende Gesundheit ihm nicht den regelmäßigen Besuch der Synagoge gestattet haben würde; so errichtete er, um nie Y'Ln zu versäumen, ein pjo in feinem Hause, dennoch besuchte er zuweilen, namentlich aber wenn gepredigt wurde, die Synagoge, wie er überhaupt mit Rabbiner Hirsch auf freundschaftlichem Fuße stand. Es ist kaum zu sagen, mit welcher Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt er allen religiösen Pflichten nachkam und mit welchem Eifer er MLO aufsuchte und wie sehr er bemüht war, Armen und Hilfesuchenden beizustehen und ihnen zu helfen. In Witzenhausen war er der Vater der Waisen aus der ganzen Umgegend, er ließ sie erziehen, nahm sie häufig in sein Haus auf, unterrichtete sie, sorgte für ihr weiteres Fortkommen, und feine Empfehlung begründete nicht selten ihr Lebensglück. In Frankfurt war es neben seinem Thorasrudium namentlich das unter Leitung des Herrn vr. Plato stehende Lehrerseminar in Cöln, früher in Düsseldorf, dem er als Mitglied des Curatoriums wie als Contribuent und als Sammler von Beiträgen große Dienste leistete, seiner mit bescheidener Liebenswürdigkeit vorgetragenen Bitte konnten auch ganz Indifferente die Zeichnung eines Beitrags nicht versagen. Schon einige Zeit schwer leidend, hatte er sich aufgerafft, um seinem Freunde Rabbi Mordechai Wetzlac die letzte Ehre zu erweisen und seine Leiche wenigstens eine kurze Strecke zu begleiten. Es sollte sein letzter Gang sein. Am Donnerstag hat man ihn unter Theilnahme einer großen Anzahl hiesiger und auswärtiger Verehrer, die rasch hierher geeilt waren, an die Seite seines theuren Freundes auf dem Friedhofe der isr.Religionsgesellschaft gebettet. Hamburg. Der bekannte hiesige Geldnegsziant S. Kalker, welchen man bisher allgemein für wenig vermögend und nur für den Vermittler ungenannt sein wollender Geldmänner gehalten, hat in der neuesten Zeit durch die Ausführung einer sehr löblichen Absicht die weitesten Kreise angenehm überrascht. Er hat nämlich ein am Schaärmarkt belegenes ausgedehntes Grundstück zu dem Kaufpreise von 250,000 Mk., von dem er mehr als die Hälfte bereits baar erlegt, an sich gebracht und einen Theil des Terrains zur Errichtung von Freiwohnungen für hilfsbedürftige Familien bestimmt. Sechszehn solcher Wohnungen sollen bereits in der allernächsten Zeit fertiggestellt und vergeben werden, eine gleiche Anzahl wird später dazukommen. Der Schöpfer des anerkennenswerthen Unternehmens! hat eine aus drei angesehenen hiesigen Bürgern! bestehende Administration mit der Prüfung und Berücksichtigung der einlaufenden Gesuche beauftragt, über deren Gewährug oder Ablehnung er selbst sich jeder Einsprache begeben will. Rumänien. Brtkareft, 25. December. Der Senat und die Kammer haben dem Fürsten Carol die von ihnen votirten Adressen durch ihre Bureaux und Deputationen überreichen lassen. Aus den Antworten, welche der Fürst bei dieser Gelegenheit enheilte, Hede ich nachfolgende Stellen als bemerkenswerth hervor. Der Senats-Deputation sagte Fürst Carol unter Anderm: „Lange Zeit hegte man im Auslande aus Unkenntniß unserer inneren Verhältnisse den Glauben, daß wir von einem Geiste religiöser Unduldsamkeit beherrscht würden. Ich constatire mit Befriedigung, daß die Landesvertretung sich entschlossen zeigt, jenen Jrrthum zu berichtigen, und bedauere nur, daß eS den Anschein hat, als ob dieser Entschluß ein Gebot der Umstände wäre. Der rumänischen Nation wird nun allerseits jene Stellung eingeräumt werden, welche sie in der Meinung der Welt »erdient, denn sie hat durch ihren Heldensinn bewiesen, daß sie sich den würdigsten Nationen an die Seite stellen kann, und durch ihre Grundsätze, daß sie die Ansichten und Bestrebungen der civilistrten Welt theilt." Der Kammer-Deputation erwiederte der Fürst: .Indem das zum zweitenmale beinahe mit Einstimmigkeit ertheilte Votum der nationalen Vertretung bestätigt, daß wir die Absicht haben, die sich auf uns beziehenden Anordnungen des Berliner Friedens durchzuführen, kann Europa nicht mehr im Zweifel darüber sein, daß dies die echten Gefühle der ganzen Nation sind., so daß jeder Schatten eines Zweifels, und jedes Vorurtheil, das gegen unser Land bestanden hat, verschwinden müssen." Egypten. Aus Kairo erhält der Pesth. Lloyd unter dem 20. Dezember die Meldung, daß Herr Jul. Blum, ein geborener Pesther, vom Khedive zum Pascha und Vice-Finanzminister ernannt worden sei. Blum ist der erste Jude, der in Egypten zum Pascha erhoben wurde und feit c Ernennung zum ersten Beamten des Finanzministeriums wurde mit Befriedigung ausgenommen, da Blum sich Lurch sein Talent sowohl wie durch seine Rechtlichkeit stets ausgezeichnet und allgemeine Sympathieen erworben hat. Es ist begreiflich, daß diese Wahl des

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