Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1879)
- Date
- 1879-01-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XX. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 15. Januar 5649 <1479». Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Ocsterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 st. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. leitende Artikel: oder Nächstenliebe? Zeitungsnachrichten und Lorrespondenzen: Besten'. - Ungar. Monarchie: Papa. — ,Frankreich: Paris. - Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Znyakt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Ans Baden. Berlin. — Sest.-Ungar. Monarchie: Wien. —. Feuilleton: Jakobine. Zn-alt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: München. Stuttgart. Berlin. Berlin. Frankfurt a. M. Hamburg. — Rumänien: Bukarest. — Egypten: Ans Kairo. - Palästina. Jerusalem. — Leitender Artikel. Judenhaß oder Nächstenliebe? L. Die neueste Anschuldigung, die der alle Judenhaß mit eiserner Beharrlichkeit besonders seit der jüngsten Zeit in allen Tonarten zur Sprache bringt, ist „der Wrcher", den gerade Juden vorzugsweise cultiviren sollen. So lange diese An-! schuldigung in der Sprache und den Kreisen zu Tage tritt, in denen man sonst den instinctiven Judenhaß zu suchen und zu finden gewohnt ist, kann mau sie mit derselben Verachtung, wie die übrige; Hetzereien nno Verdächtigungen ignoriren. Wenn diese Beschuldigung aber selbst im Hause der preußischen Abgeordneten das Haupt erheben darf, wenn ferner eine Großherzogliche Weimarische Bezirksdirection derartigen Insinuationen durch eine von ihr inspirirte Broschüre einen amtlichen Character verleiht , dann ist ein freies, offenes Wort der Entgegnung von jüdischer Seite, heilige, unabweisbare Pflicht. Dieses Wort, hat der Großherzoglich Weimarische Landrabbiner vr. Kroner in einer soeben erschienenen Broschüre, mit einem Freimuth, einer i Entschiedenheit, und andererseits mit einer ruhigen,! objektiven Leidenschaftslosigkeit, kurz mit einer nach jeder Seite hin so vollendeten Meisterschaft, gesprochen, daß es Pflicht ist, die öffentliche Meinung auf dasselbe aufmerksam zu machen*). Wie verhält es sic^jHl Wirklichkeit mit dem Wucher? fragt der beredte Anwalt seiner Glaubensgenossen , wuchern d nn Christen im - Oberlande nicht? ' . Wenn Wucher gesetzlich definirt wäre, dann ließe sich sagen, wo Zinsnehmen ausWt und Wucher anfängt. Wenn man aber unter «Sucher- Der volle Titel lamei: „Judenhaß oder Nächstenliebe?" Eine Erklärung des Eroßhexzoglichen Landesrabdiners Dr. Kroner. Eisenach. Hosbuchdrnckcrei 1?78.^