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Der Israelit · 1879-01-08 · Heft 2 (8.1.1879) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 2 (8.1.1879)
Date
1879-01-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XX. Jahrgang. Zweite Beilage;u Nr. 2 -cs Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. 3. Januar. Wir haben soeben 4934 M. 86 Pf. an das Centralcomits zu Amsterdam zum Besten der Arm^n. Kranken und Nothleidenden, Wittwen, Waisen rc. im heiligen Lande übersandt. Die Nachrichten aus Palästina/lauten sehr betrübend. Ein an den Herausgeber'Dieser Blätter gerichtetes Schreiben der OberrapbWn der sephardischen und aschkenasischen Gemeintzen zu Jerusalem, Rabbi Abraham Aschkemaji und Rabbi Samuel Galant, schildert die dortigen Zustände in herzzereißender Weise. Wir geben im Folgenden einen Auszug aus dem erwähnten Briefe: „Schon seit ungefähr drei Monaten pochen die Armen zu Hunderten au unsre Thüren und jammern: Warum schweiget Ihr, da in unfern Häusern unsre Angehörigen Hungers sterben oder in Folge unzureichender Nahrung zu Tode erkrankt sind? „Ach der Anblick, der sich in den. Hütten der Armuth bietet, ist erschrecklich! Da liegen die Halbverhungerten auf Stroh, dem Tode verfallen. Jedes nur irgend verwerthbare Stück des armseligen Mobiliars ist bereits verkauft oder versetzt. Trotzdem haben wir uns bislang geweigert, die Hilfe unsrer theuren Glaubensgenossen im Auslande anzurufen, damit wir nicht durch zu häufiges Bitten lästig fallen. Allein das Nebel wächst von Tag zu Tag. Der große Regenmangel bewirkt eine sich stets steigernde Theuerung, und wenn wir länger schweigen, so könnten wir Mitschuld tragen an dem Tode unsrer Brüder und Schwestern. Deßhalb, geehrter Herr und theurer Freund, bitten wir Sie inständigst, daß Sie die barmherzigen Brüder und Schwestern des Auslandes zu unsrer Hilfe rufen, damit sie sich unser erbarmen, auf daß den Hungrigen und vom Hunger Erkrankten Brod und Heilung werde. Der allgütige Gott wird unfern hilfreichen Brüdern und Schwestern Seines Segens Fülle zu Theil werden lassen." Der Brief ist datirt vom 20. Kislew. Während wir dieses schreiben, erhalten wir ein Telegramm vom Centralcomite in Amsterdam, folgenden Inhalts: „Krankheiten, schreckliche Theueruug, Heuschreckenplage und Regenmangel herrschen in Palästina. Abhilfe dringend nothwendig äe Lima,. Wir brauchen zu dem Vorstehenden nichts hinzuzufügen. Unsere mildthätigen Brüder und Schwestern, die so oft schon geholfen und an deren liebevolle Herzen kein Nothschrei vergebens auklingt, werden unsre bedauernswerthcn Glaubensgenossen im Lande unsrer Väter nicht dem Hungertvde preisgeben, sondern retten und helfen, soviel in ihren Kräften steht, ranu1 D’bzn1:» rann1 Dramcm Die sich erbarmen, werden beim Allbärmherzigen Erbarmen finden." Hamburg (3. Chanukatag). Leider muß ich Ihnen heute eine sehr traurige Nachricht mütheilen: Gestern verschied im Älter von 77 Jahren -n"ino D3nn mn, Klausrabbiner der Levie-Salomonischen Stiftung, Tonn ihn 'in (p"rv) Ipetn p rjj». Derselbe war zu Pr. Friedland geboren und war ein prrara “iraPn des R. Akiba Eger ^>"Lr. Seine erste Rabbinerstelle, die er zehn Jahre lang inne hattej, war Pr. Stargardt, von da übersiedelte er nach Schlochav, wo er fünf Jahre lang als Rabbiner fungirte. Diese Stelle verließ er und ging auf Veranlassung seines Bruders, des Obercantors A. I. Lichtenstein, nach Berlin, wo er ca. zehn Jahre als p fungirte. Im Jahre 1865 folgte er einem Rufe nach Hamburg und bekleidete bis zu seinem Tode die Stelle eines Klausners der L. S.-Stiftung. Obwohl demnächst von der Hand seines Schwiegersohnes, Herrn I. S. Wittkower zu Altona, eine kurze Biographie nebst mm ’»nn erscheinen wird, will ich doch nicht unterlassen, Einiges zur Charakteristik des Verewigten hier anzuführen. So hatte Schreiber vielfach Gelegenheit, sich von dessen penibler Gewissenhaftigkeit zu überzeugen. So oft er durch Krankheit verhindert war, zur Klaus zu gehen, ließ er sich durch nichts abhalten, seinen gewohnten Dmjw zu Hause zu lernen. Seine Friedensliebe leuchtete Jedem ein, der zugegen war, wenn er mit irgend Jemand einen Pilpul hatte. In der schonendstcn Weise und mit ängstlicher Vermeidung jedes herben Wortes rectificirte er etwaige Jrrthü-

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