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Der Israelit · 1879-01-08 · Heft 2 (8.1.1879) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 2 (8.1.1879)
Date
1879-01-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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26 Nisse zu unterliegen scheint und sich mühsam wieder emporrafft. „JiSraö'l" heißt der siegreiche' Gottesstreiter. — Unsre Weisen sagen U'ax apy «in -)« v"n2 ijni nv na xv, unser Vater Jakob ist nicht gestorben; er lebt fort in seinen Nachkommen. Die Nachkommen müffen kämpfen und ringen wie Jakob kämpfte und rang; sie scheinen oft zu erliegen und raffen sich nur mühsam wieder auf. Daher naheten nicht die Tage Jakob's zum Sterben, sondern die Tage Jisravls, denn Jakob ist nicht gestorben; er lebt in seinen Kindern; aber Jisraöl, der siegreiche Gottes* streiter, der lebt nicht mehr hienieden. Es soll auch vielleicht ein Anderes noch angedeutet werden: Und es lebte Jakob im Lande Mizrajim. Der hier im fremden Lande Ruhe, Frieden und Glück suchte und fand, das war der noch am Irdischen haftende Jakob; als es aber zum Sterben kam, da war er ganz „Jisraöl", der GotteSftreiter; da sorgte er dafür, daß er nicht begraben werde im fremden Lande, da zeigte er eS klar und deutlich seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln: nicht das glückliche Nilland ist unsre Heimath, sondern dort, wo bei Chebron die Höhle Machapelah liegt, jenes Land ist unsre Heimath, da sollt ihr die Leiche Eures Vaters bergen. niav vxnio' 'v' ianp’1 „und es naheten die Tage Jisraels zum Sterben"; ebenso heißt eS von David rvav m 'w nnpn „und es naheten die Tage Davids zum Sterben". Im Jalkut Räubern («'in ’bj dpu ,y *yn) wird gefragt, warum dieselben Ausdrücke sich nicht auch bei Moscheh finden; es könnte doch erzählt werden ma!? ntro 'D' imp’i. Die Antwort lautet: Jakob und David haben ihre Lebensaufgabe vollständig erfüllt. Jakob war der Begründer des iSr. Volkes trxn 5y 'x-w innttf’i nvvn, Jakob durfte und konnte Gott dafür danken, daß seine Nachkommenschaft eine vollkommene, ganze, durch keinen Abweichenden gestörte war. (Siehe zu den zuletzt angeführten Worten der hl. Schrift die zweite Erklärung Raschi's). Auch David, obgleich viel jünger an Jahren, hat seine Lebensaufgabe ganz und voll erfüllt; er hat die Davidifche, messtanifche Dynastie gegründet und den Stammhalter derselben, den künftigen Erbauer des heiligen Tempels, Salomo, zu seinem Nachfolger designirt. invxi p't>yn p n'u ’Je6 ixai d'Bvi unp'i inirPff ‘5m naa da treten gleichsam die Tage hin vor Gottes Thron und sprechen: „die Sendung des Frommen ist vollbracht." Aber bei Moscheh loar dies nicht der Fall; Moscheh's ursprüngliche Aufgabe war eS gewesen, die Israeliten in das Heilige Land zu führen, und diese Aufgabe zu voll* bringen war ihm nicht vergönnt. Es heißt zwar auch bei Moscheh: ma^ i'v' ianp p; eS ist dies aber ein Ausspruch Gottes, und nicht — gleichsam — die eigene Initiative der Tage. „Und eS naheten die Tage Israels zum Sterben, da rief er feinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: Wenn doch ich Gunst gefunden in deinen Augen, so lege doch deine Hand unter meine Hüfte und erweise mir Liebe und Wahrheit: begrabe mich doch nicht in Mizrajim. Und ich werde mich legen zu meinen Vätern; dann trage mich hinauf aus Mizrajim und begrabe mich an ihrer Begräbnißstätte. Und er sprach: ich werde thun nach deinen Worten. Und er sprach: schwöre mir! Und er schwur ihm. Da bückte sich Israel nach dem Kopfende des Bettes hin." Bei dem innigen, so überaus liebevollen Ber* hältniffe, das zwischen diesem Vater und diesem Sohne bestand, ist es auffällig, wie flehentlich Jakob einerseits bittet, und wie er andrerseits dem einfachen Worte Josephs zu mißtrauen scheint und durchaus einen Schwur verlangt. Unsre Weisen lösen im Midrasch beide Schwierigkeiten des heiligen Schriftwortes. Beim Nahen des Todes schwindet jede Autorität, man ava pato px. Jakob sah voraus, welche Schwierigkeiten Pharao und die Aegypter dem Wegbringen seiner Leiche entgezenstellen würden; daher seine flehentliche Bitte, daher sein Dringen auf den Schwur. — Dem Joseph hingegen widerstrebte es, sagen die Weisen im Midrasch, gleich dem Sclaven seines Urgroßvaters Abrahams'die Hand unter die Hüfte als Zeichen des Schwures zu legen. innaya nayn inn'na pnn jai. Der Sclave thut wie ihm geheißen; der freie Mann aber spricht: Mein Manneswort muß Jedem genügen; das ist für mich so bindend wie für einen Sclaven der Schwur. Und erst als Jakob im Hinblick auf Pharaos schwer zu erlangende Einwilligung auf dem Schwure besteht, damit Joseph sich auf seinen Schwur berufen könne, da willigt dieser ein und leistet den Schwur irinte"! naan 5y b«n»\ und Israel danket Gott, daß auch naan ox-> der in Aegypten zu hohen Würden berufene Sohn nicht in Aegypten die eigentliche Heimathstätte erkennt, sondern im Lande der Verheißung. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aus Hsffett Die Furcht vor einer Ausschließung von der Beuutzuug des jüdischen Begräbnisses hat bis jetzt Mauchen zurückgehalteu seinen religiösen Bedenken gerecht zu werden, und

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