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Der Israelit · 1879-01-02 · Heft 1 (2.1.1879) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 1 (2.1.1879)
Date
1879-01-02
Page
– (sequence 19)
Language
German
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19 fordert, über die Mittel, welche in dieser Richtung etwa mit Erfolg zu ergreifen wären. Der theuere Verewigte in Gemeinschaft mit seinen geehrten Gesinnungsgenossen begrüßten obige hohe Aufforderung mit Freuden und sie fanden es für zweckmäßig die Angelegenheit einer gemeinsamen Besprechung zu unterziehen. Nach sorgfältiger Erwägung aller deßfallsiger Umstände kamen sie zur Ueberzeugung, daß dem erwähnten sehr bedauerlichen Zustande des Lehrermangels nur dadurch abgeholfen werden könne, wenn eine in organischer Gliederung geordnete, thalkräftig wirkende Anstalt gegründet würde, in welcher den sich dem Lehrfache Widmenden umfassende und entsprechende Ausbildung zu Theil werde, wie solche von einem isr. Lehrer gefordert werden könne, und zwar in den Religionslehrgegenständen sowie in den Elementargegenständen derart, daß dieselben beim Austritt aus der Anstalt das Finalexamen am k. Schullehrerseminar zu bestehen befähigt werden. Ferner daß allen unbemittelten Zöglingen dieser Anstalt Unterricht. Beköstigung und Wohnung in derselben unentgeltlich zu Theil werde, wozu die erforderlichen Geldmittel durch freiwillige Beiträge edler Menschenfreunde zu beschaffen seien. In diesem Sinne wurde eine gemeinschaftliche Eingabe der Rabbiner an die Kgl. Regierung eingereicht. „Nachdem nun mittlerweile auch das weiter Erforderliche bezüglich der Statuten, der Tages-, Stunden- und Hausordnung des Lehrerpersonals erledigt worden war, wurde durch hohes Rescript kgl. Regierung vom 4. Oktober 1864 die Genehmigung ertheilt, daß die Anstalt eröffnet werde, und wurde für die Aufnahmsprüfung der 2. November und für die Eröffnung der Anstalt der 7. November bestimmt. Hierauf erfolgte die Bekanntmachung der Gründung der Anstalt durch das Kreisamtsblatt." „Seit dieser Gründung richtete der theure Verklärte sein unverwandtes Augenmerk und seine rastlose Thätigkeit auf die Entwicklung und Förderung dieser 'Anstalt. Die Anstalt, welche bei ihrer Gründung in einem Miethlokale außerhalb der Stadt sich befand, wurde fast jeden Tag ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit, ohne Rücksicht auf Kälte oder Hitze, Regen oder Schnee inspicirt und die möglichsten Verbesserungen stets auszuführen gesucht, bis es diesem eifrigen und feurigen Kämpfer gelang, ein eigenes Haus inmitten der Stadt für diesen Zweck zu acquiriren." „Hier erst ward es möglich, die erwünschte Aufsicht und die gedeihliche Obhut der Anstalt durch ihre nunmehr bequeme Lage, derselben zukommen zu lassen. Hier wurde dieselbe mehreremale des Tages besucht; Gebete-, Unterrichts-, Speise- und Uebungszeit wurden in sorgfältigster Weise, in väterlicher Liebe und freundlicher Umsicht geprüft und beaufsichtigt, und alles zu Verbessernde wurde sowohl Lehrern als Zöglingen gegenüber in schonendster und liebevollster Weise in Ausführung gebracht. Die enormen Geldmittel, welche sowohl zur Gründung als zur Erhaltung der Anstalt nothwendig waren, wurden stets durch die ebenso zu Herzen sprechenden eindringlichen als liebenswürdigen Worte des edlen Verklärten mit größter Zuvorkommenheit und freudiger Bereitwilligkeit dargeboten; und wenn dieser große Förderer alles Guten stets so oft Veranlassung hatte, den Edelsinn seiner zahlreichen Freunde und Bekannte zu andern wohlthätigen Zwecken in Anspruch zu nehmen, so erlitt diese Anstalt dennoch keine Einbuße hierdurch, denn es war allgemein bekannt, wie sehr ihm deren Gedeihen am Herzen lag und welche aufrichtige Fürsorge er derselben zuwendete. Alle äußern Verhältnisse wie Kriegsjahre, Geschäftskrisen rc. übten nicht den mindesten nachtheiligen Einfluß auf das unerschütterliche Gottvertrauen dieses edlen Arbeiters im Weinberge des Herrn. Keine Mühen wurden gescheut, keine Anstrengungen gemieden, wo es galt für diese Anstalt thätig zu sein. Mit welchem unvergleichlichen Wohlbehagen, mit welcher innigen Zufriedenheit und freudiger Gemüthsstimmung kam er stets von seinen Besuchen aus der Anstalt zu uns, seiner Familie zurück! das waren Momente, deren Eindruck eben so wenig zu beschreiben, als sich derselbe aus unseren Herzen verwischen läßt! Ein Ausspruch des Talmud Jeruschalmi (Schekalim Cap. 2.) „Die großen thatenreichen Gelehrten hinterlassen die herrlichsten imposantesten Monumente durch ihre glorreichen Leistungen für Gott und die Welt", hat sich hier sichtbar erfüllt. Diese Anstalt ist Eines der vielen und großartigen Monumente, welche sich dieser wahrhaft große Mann selbst errichtet und aufgebaut hat! Möge sie stets fortblühen, köstliche und edle Früchte zur Reife bringen!" „Nun war der Anstalt ihr theures Oberhaupt entrissen, ihr Leiter und Führer ins bessere Jenseits abberufen worden. Sie war verwaist und es mußte, um dem großen Werke nicht zu schaden, für die mögliche Ausfüllung dieser wohl nie ganz zu ersetzenden Lücke unverzüglich gesorgt werden. Die ehrwürdigen Herren Districts - Rabbiner A. Adler zu Aschaffenburg. M. L. Bamberger zu Kissingen, I. Adler zu Kitzingen und A. Hirsch zu Burgpreppach wendeten sich daher mit einer Vorstellung an die hohe Kgl. Regierung, des Inhalts, daß sich dieselben als Mitbegründer beziehungsweise Nachfolger derselben der isr. Lehrer-

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