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Der Israelit · 1879-01-02 · Heft 1 (2.1.1879) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 1 (2.1.1879)
Date
1879-01-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 rinnen, Kindergärtnerinnen, Dienstboten und Arbeiterinnen dauernd placirt. Der Bericht dankt schließlich dem Lmndelsministerinm, der Wiener israelitischen Eultusgcmeinde, der Direction der Sparkasse, dem Polizei-Präsidenten R. v. Marx und anderen zahlreichen Gönnern, sowie der Wiener Presse für ihre dem Vereine zugewendete Unterstützung. Gin Appell der Präsidentin Frau Paula Frankl v. Hochwart an die Mitglieder, durch welchen dieselbe mit warmen Worten zur regen Tbeilnahme für die LereinSbestrebnngen anfforderte, schloß die Versammlung. :H u rn ä n i e n. Bukarest, 17. Deebr. Der Senat und die Kammer beschäftigen sich gegenwärtig mit der Beantwortung der Thronrede. Die Adretz-Eonunissionen haben die Entwürfe ausgearbeitet und dieselben den Senatoren, bcziebungSwei'se den Deputieren vorgelcgt. In der Rege! sind 'die Antworten auf Thronreden wenig Anderes als Paraphrasen der letzteren, und auch die gegenwärtig den rumänischen Kammern vorliegenden ' Entwürfe machen davon keine Ausnahme. Nichtsdeüoweniaer ist es im gegebenen Falle nicht ohne Interesse, zu hören, wie die Kammern Jici) zu der Gmaneipation der Israeliten, welche die Thronrede als notwendig bezeichnet, zix verhalten gederrkeu. Der Adreßenrrvurf des Senates sagt bezüglich dieses Punktes: „Der Vertrag von Berlin wird in demjenigen Theile, welcher siw auf uns bezieht, niit Loyalität und sobald als möglich ausgeführt werden. Die Artikel unserer Verfassung werden mit den: irtternationalcn Art in Uebereinstimmung gebracht tverden, und der Artikel <, welcher nicht mehr zil den Grundsätzen und der Aufklärung des Jahrhunderts patzt, wird verschwinden müssen. Indem wir auf diese Weise den Schwierigkeiten und den Formen Rechnung tragen, die in unserer Verfassung begründet sind, und gleichzeitig auch den Wünschen der europäischen Mächte, hoffen wir, daß es nicht lange dauern wird, bps unsere diplomatischen Beziehungen zu allen europäischen Mächten noieder hergestellt sein werden." Der Adreßentwurs der Kammer sagt bezüglich der Indenfrage: „Die Ration wünscht den Frieden durch die aufrichtige Befolgung deS Berliner Vertrages zu sichern: sie wünscht die besten Beziehungen mit allen fremden Mächten und hofft, daß das Wohlwollen derselben ihr nicht fehlen wird. Um die officiellen diplomatischen Beziehungen zwischen den europäischen Mächten und Rumänien zu erhalten, hat die Kammer Alles gethan und wird sie auch ferner Alles thnn, was in ihrer Macht steht. Sie wünscht dringend, daß die Revisions-Kammer zusammentrete, und hegt die Hoffnung, daß letztere den groben Jrrthum zerstören wird, als ob es in Rumänien religiöst Jntolerunz gäbe oder jemals gegeben habe. Die rumänische Nation hat in gar keiner Epoche ihrer Geschichte religiöse Kämpfe durchgemacht. Der rumänische Boden war im Gegentheil für alle in anderen Ländern verfolgten Religionen eine Freistätte. Die Gesetze unseres Landes haben niemals eine politische Ungleichheit zwischen Rnmäneil auf Grund des Religions-Bekenntnisses zngelafsen. Die Bestimmung des Artikels 7 der Verfassung, welcher den fremden nichtchristlichen Bekenntnissen verbietet, Grundbesitz zu erwerben, war nur eine Maßregel der socialen und ökonomischen Ordnung, sowie die den Muselmanen nach unseren alten Eapitulationen mit der Pforte anferlegten Verbote sich auf rumänischem Boden niedcrzulassen oder auf demselben Tempel zu erbauen, nur eine Maßregelung der politischen Ordnung waren. Heute jedoch, wo Rumänien sich in einer wohldefinirten politischen Stellung befindet, glauben wir, daß auch die letzten Beschränkungen solcher Natur, die sich noch in der Verfassung befinden, verschwinden sollten." Bukarest, 24. Deebr. Bei Entgegennahme der Adresse der Kammer sagte der Fürst, 'indein er auf die die Inden betreffenden Stellen anspielte: Der zum zweiten Male von der nationalen Vertretung durch einstinimigen Beschluß bekräftigte Wille, sich dem Berliner Vertrage zu fügen, dürfte Europa keinen Zweifel belassen, daß dies die wirkliche Gesinlmng der ganzen Nation ist, und wird somit jeder Verdacht und jedes Vorurtheil schwinde:!, welche im Auslande gegen nufer Land etwa noch bestehen könnten. 7s c n i t I e t 0 tu Jakobine. E i n Lebensbild. Von Friedrich Mott. I. „Also, Herr Lindner, wie viel Eimer belieben Sie zu bestellen?" „Lieber Freund", entgegnete der Gastwirth, an den diese Frage gerichtet war, „ich habe Ihnen bereits gesagt, daß ich für dieses Mal keinerlei Bestellung mache." „Gehen Sie, Herr Lindner, das kann ja doch Ihr Ernst nicht sein! Was hätten Sie denn an diesem Wein auszusetzen?" „Nichts, Herr Grünefeld, durchaus nichts, als daß ich für diese Saison bereits versehen bin."

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