Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1878)
- Date
- 1878-12-25
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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1288 hatte bald ein Sümmchen von 1200 Thalern in Händen. Soviel Geld hatte er noch nie besessen. „Jetzt reist nach Haus", faßte Samuel zu seinem Gaste, „aber nicht zu Fuß, sondern mit der Post, und besorgt die Einkäufe gleich, damit der Wein zum Peßachfeste rechtzeitig hierherkomme." Wie schnell legte Joseph die Reise zurück im Vergleich mit der Zeit, die er zur Hinwanderung gebraucht hatte! In Bingen erregte die Erzählung seiner Abenteuer das größte Aufsehen. „Er hat Recht gehabt", sagten die Leute, „Gott hat's gezahlt." — Und Jeder suchte ihm zu Händen zu gehen, Jeder beeilte sich, ihm zu „verrathen", wo der beste uud billigste Koscher- Wein zu haben sei Der Eine wies ihn an Seligmann in Gaulsheim, der Andere an Akiba in Büdesheim, der Drittle an Schlaumoh in Sprendlingen. Die Zeit zum Einkauf war äußerst günstig; das baare Geld war rar, und der Wein war einige Jahre nach einander gut gerathen. — Peßach kamen alle Baale Battim von Marburg, um ihrem Rabbinen zu danken für den guten und verhältnißmäßig billigen Wein, den sie durch seine Vermittelung erlangt hatten; denn der ehrliche Joseph war bald inne geworden, daß er die Preise zu hoch gestellt und hatte den Leuten mitgetheilt, daß er ihnen einen Theil des Geldes für die nächste Bestellung gutgeschriebem Diese Bestellung erfolgte auch sofort in noch weit ausgedehnterem Maaße, nicht allein von den vorigen Kunden, sondern auch aus vielen benachbarten Städten und Dörfern, wo man von der Geichichte erfahren. Jeder wollte von dem guten und preiswürdigen Wein haben, den Joseph von Bingen versandte. Dieser ließ sein altes Häuschen nicht wieder aufbauen; er verkante die alte Baracke und erwarb ein hübsches Haus mit einem großen, geräumigen Keller. Denn sein Geschäft' blühte empor von Jahr zu Jahr. Als er in hohem Alter starb, hinterließ er seinen Kindern und Enkeln ein großes Vermögen. Seine Urenkel, sehr reiche Leute,' leben noch heute in Bingen. Bielen unsrer geehrten Leser am Rhein und in Westphalen wird die hier erzählte Geschichte nicht unbekannt sein; für diese fügen wir hinzu, daß der Held derselben nicht Joseph hieß; wir haben nur aus Rücksicht für seine Nachkommen den Namen geändert. Der Name des Warburger Rabbinen hingegen ist unverändert geblieben. Dieser ward ein hochberühmter Mann und lebte und lehrte und wirkte in Marburg bis in's höchste Greisenalter. rü-Q1? pns "ot. A N ZEIG E K Für den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich. Jnferaten-Annahme für Frankfurt a.M. bei jr. Kauffmann, Buchhandlung , für Hamburg bei JL* Goldschmidt, Buchhandlung in Hamburg, Kohlhöfen 35, und für CSlN bei Le« Frank, Steinfeldergasse 7. Silberner Thornschmnck (Ez Chaim, Taff, Jad) in künstlerischer Ausführung, zu Fabrikpreisen zu beziehen von I. Kauffmann, 33721 Buchhandlung, Frankfurt a. M. Ms empfiehlt sich mit “ieq Holl , Schw. und Limb. Käse, täglich frischem ger. Lachs, Bückinge & Sprott [3564 M E Bloch Nflgr.,Hamburg. H122D! Maschinen, [2413 neuester Conllrucnon, liefert die Maschinen-Fabrik von Soldan LMoeller in Frankfurt a. M. Warnung l In neuerer Zeit ist es mehrmals vorgekommen, daß KHip ncD von gewissenlosen Individuen. die vorgeben, solche für Rechnung amerikanischer Gemeinden zu kaufen, an nichtjüdische Goldschläger verkauft wurden. Man erlaubt sich daher Privatleute und namentlich Landgemeinden darauf aufmerksam zu machen, daß sie ’zmp nDD nur an solche Leute verkaufen mögen, die als vertrauenswürdig bekannt sind. [34091 L. G. 112Q Thorner Wurstfabrikate -|]2D jeder Art empfiehlt die uto Wurstfabrik von 3657] Jacob Schachtel in Thorn.