Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1878)
- Date
- 1878-11-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2447747-2447792--15547-2471500- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1176 Anstrebenden in Einvernehmen zu setzen, die betr. Beweggründe zu erfahren, um alsdann etwaigen Wünschen, soweit thunlich, gerecht werden zu können. In Folge uns erstatteten Berichtes, beschlossen wir. Denen, welche auszutreten beabsichtigen, die weitgehendsten Concessionen zu machen, um den Bestand der Gesammt-Gemeinde zu erhalten. Vor Allem erachten wir es für angemessen, jedem Einzelnen der Unterzeichner jener Austritts- Anmeldung bekannt zu geben, daß wir — vorbehaltlich der Genehmigung der Vorgesetzten Behörde — bereit sind: „den allergrößten Theil jener Kosten für Rech- „nung unserer Gemeinde zu übernehmen, welche „durch die Ausübung des von Ihnen, beziehungs- „weise der isr. Religionsgesellschaft dahier be- „reits organisirten Gottesdienstes, dermalen entstehen." Hierbei erklären wir unsere Zustimmung, auch die fernere Leitung und Organisation jenes Cultus, ausschließlich der erwähnten Religionsgesellfchaft zu überlassen. Sollte dieser Vorschlag, gegen unser Erwarten, aus irgend welchen Gründen keine Annahme finden, so erklären wir uns bereit: „Alle Diejenigen, welche sich seither an dem „Gottesdienst der erwähnten Religionsgesellschaft „betheiligten und die hierzu benöthigten Mittel „mit aufgebracht haben, vom 1. Januar 1884 „ab, nur noch mit 30> ihres betreffenden Steuer- Kapitals zu unseren Gesammtlasten heranzu- „ziehen." Indem wir Sie hiervon in Kenntniß setzen, können wir nicht umhin, Sie daran zu erinnern, daß nach jüdischem Grundsätze oibw n«a.n nan« die Stiftung und Erhaltung des Friedens ein Hauptzweck unserer Religion ist und die Losreißung von einer Gesammt-Gemeinde -nasn p mtpns als um so größeres Unrecht erscheint — wenn dieselbe, wie dies bei uns der Fall, bestrebt ist, den betreffenden Anforderungen nach allen Richtungen hin möglichst gerecht zu werden. Wir glauben dies umsomehr betonen zu müssen, als Ihr beabsichtigter Austritt nicht nur eine Trennung der Lebenden , sondern sogar der Tobten zur Folge haben würde. Deßhalb geben wir uns der zuversichtlichen Erwartung hin, daß Sie den zwischen Ihrer ersten Erklärung und deren protokollarischer Aufnahme liegenden Zeitraum, welcher aus wohlerwogenen Gründen des Gesetzes auf 4—6 Wochen ausgedehnt ist, dazu benützen werden, um die Frage der Lossagung von Ihrer Muttergemeinde nochmals auf's Ernstlichste in Erwägung zu ziehen. Der Vorstand der iSrael. Religionsgemeinde zu Darmstadt und Beffungtzn. H. Blumenthal. I.Landsberg. I. Sander. S. Benjamin. M. Neustadt. U. Trier. M. H. Hachenburger. W. Reichenbach. O. Wolfskehl. Was nun die Phrasen von „Friedensliebe und Losreißung von der Gesammt-Gemeinde" betrifft, so haben wir dieselben oftmals beleuchtet und brauchen heute kein Wort darüber zu verlieren. Die Erhaltung unserer heiligen Religion steht höher als die Liebe zum Frieden, und die Losreißung von einer Gemeinde, die durch Annahme des Geiger'schen Gebetbuches rc. Haupt-Grundsätze des Judenthums geleugnet har, kann nur als ein rühmliches Werk bezeichnet werden. Anders liegen die Verhältnisse in Mainz. Hier beschränken sich in der Gemeinde die Reformen auf solche, welche keine principielle Leugnung heiliger Grundsätze enthalten; auch sind die jüdisch, religiösen Institutionen von der Gemeinde stets aufrecht erhalten worden. Hier also wird sich eher ein gütliches Uebereinkommrn erzielen lassen. — Anders wiederum liegen die Dinge in Bingen, wo hoffentlich eine vollständige Einigung dadurch erzielt wird, daß man den Reform-Gottes- Dienst vollständig wieder aufgibt und den Rabbiner der isr. Religionsgesellschaft, Herrn Dr. Sänger, zum Rabbiner der Gesammt-Gemeinde creirt. Literarischer Iericht. -rznv t>niN nD1 -)ED. Lemberg 1876. Dieses schon in Nr. 32 des „Israelit" erwähnte Werkchen des gelehrten Herrn Abraham Bick '"j, ist seiner Bestimmung gemäß nur eine Programmarbeit zu seinem größeren Werke ^rrn •tyiö, welches der Verfasser, unter Mitwirkung aller min »ja» die sich daran betheiligen wollen und deren Geistesproducte der Veröffentlichung werth sind, herauszugeben gedenkt. Der Verfasser hat sich zur Aufgabe gemacht, alle jene Stelle im ~pn, von denen der Grammatiker sagen muß, daß sie zu den Unregelmäßigkeiten gehören — cm werden sie gewöhnlich genannt —.. überall, wo Singular statt Plural, Maskulinum statt Femininum steht, alle nn»n»i nn»Dn j»a»nai pnp und dergleichen, zu erklären. Um dieser Aufgabe einigermaßen genügen zu können, fordert der Verfasser alle mm »ja auf, ihm ihre geistige Unterstützung