Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1878)
- Date
- 1878-11-20
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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■■ ■.... 1168 gebendarnach gesucht. Und doch ist die Bereitung derartiger Fleisch-Conserven, wodurch Fleisch- Speisen in mannigfacher Zubereitungsweise für Monate, ja für Jahre hinaus mit dem besten Erfolge für den jeweiligen Bedarf aufbewahrt werden können, eine sehr leichte und einfache und würde namentlich bei der Erzeugung im Großen einen sehr lohnenden Geschäftsartikel abgeben. Für de» isr. Reisenden ist es geradezu ein Bedürfnis sich, sei es für eine kürzere oder längere Fahrt, mit derartigen Conserven zu versehen, namentlich auf Strecken, wo jüdische Restaurationen zu den Seltenheiten gehören. Für Seereisen sind sie geradezu unentbehrlich. Wenige Worte über das Conserviren im Allgemeinen dürften hier wohl für die zahlreiche Leferschaft Ihres gesch. Blattes nicht ohne jedes Interesse fein. Gekochte oder anderweitig zubereitete Fleischspeisen haben, wie die organischen Körper überhaupt, die Neigung, sich namentlich in der Wärme, leicht zu zersetzen. Die schon begonnene Zersetzung wird noch dadurch beschleunigt, daß zahllose Sporen oder Keime von Schimmelpilzen aus der Luft, in der sie reichlich vorhanden sind, ihren KeimungSuud Wachsthumsprozeß, in der sich zersetzenden Speise durchmachen. Verhindert man also einerseits den Zutritt der Luft, erhitzt andererseits die in einer zugelöthen Blechbüchse wohlverwahrte Fleischspeise so weit, bis alle schon früher hineingelangten unendlich kleinen Pflanzenkeime ihre Keimfähigkeit gänzlich verloren haben, so kann jede derartig zubereitete Fleischspeise für die Dauer aufbewahrt werden. Immerhin wäre die Erzeugung solcher ubo* Fleisch-Conserven allgemein sehr anzuempfehlen, es würde auf diese Weise, dem gesetzestreuen Israeliten eine große Erleichterung in seiner Ernährung ans der Reise sein und so einem dringenden ..Bedürfnisse abgeholfen werden. Rumänien. Bukarest, 1. Nov. Die „Franks. Zeitung" schreibt: In Silistria soll heute die Commission, deren Aufgabe eS ist, in der Dobrudscha die neue Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien festzusetzen, zusammentreten und man darf daher wohl annehmen, daß die rumänischen Truppen schon in den nächsten Tagen von dem neu erworbenen Gebiete Besitz ergreifen werden. Damit würde aber die Bukarester Regierung noch nicht alle Pflichten, welche ihr der Berliner Vertrag auferlegt, erfüllt Huben, denn Sie Bestimmung, daß sämmtliche Religionen in Rumänien gleichgestellt werden sollen, harrt noch immer der Ausführung. ES ist deshalb auch ganz in der Ordnung, daß Deutschland, England und Frankreich die Unabhängigkeit Rumäniens noch nicht anerkannt haben. Die rumänischen Agenten sotten augenblicklich bei den genannten Regierungen außerordentliche Anstrengungen machen, um eine Aenderung der Bestimmung über die Gleichstellung der Juden mit den übrigen Staatsbürgern herbeizuführen. Die rumänische Regierung versichert zwar, daß sie fest entschlossen sei, die betreffende Klausel auszuführen, allein sie fürchtet, daß eine plötzliche Emancipation der Juden zu Unruhen führen würde, deren erste Opfer gerade diejenigen Personen sein würden, welche jetzt befreit werden sollen; das Mißtrauen der genannten drei Mächte reize das rumänische Publikum noch mehr, wahrend die sofortige Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens durch die Mächte die Aufgabe der Bukarester Regierung sehr erleichtern würde. AuS diesem Grunde wünscht dieselbe auch, daß Deutschland, England und Frankreich so bald als möglich bevollmächtigte Minister ernennen möchten, damit diese die Regierung in ihrem Kampfe gegen die Feinde der Juden-Emancipation unterstützen könnten. Diese Ausführungen machen nicht den Eindruck, als ob sie ehrlich gemeint seien, denn wie groß auch die Schwierigkeiten sind, welche die rumänische Regierung in der erwähnten Angelegenheit zu überwinden hat, so kann man doch nicht behaupten, daß sie bisher auch nur die geringsten Anstrengungen gemacht hat, um der Forderung des Berliner Vertrages gerecht zu werden. Die Emancipation der Juden wurde als Vorbedingung für die Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens aufgestellt und wenn trotzdem drei Congreßmächte diese letztere bereits ansgesprochen haben, so sind sie eben der Abmachung nicht treu geblieben. Italien. Rom, i6. Nov. Die Wassersnoth nimmt bedenkliche Dimensionen an. Die Tiber ist wahrend der verflossenen Nacht unerwartet angeschwollen; der Corfo ist überschwemmt von der Piazza del Popolo bis zur Via Frattina. Alle Geschäfte sind geschlossen; Holzbrücken werden bereit gehalten. Auf dem Ghetto ist der Anblick erschütternd. Weiber und Kinder sieht man in banger Erwartung an allen Fenstern. Kähne mit Lebensmitteln, die militärisch besetzt sind, füllen sich mit Hunderten von Körben, welche an Stricken aus den Fenstern herabgelassen werden. Hausthüren sind bereits überflüssig, Leitern nur mit Lebensgefahr