Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1878)
- Date
- 1878-11-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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die dortige Geschäftslage näher informirt hatte. Es war ein merkwürdiger Zufall, daß am nächsten Tage aus allen Theilen des Continentes günstige Nachrichten, die ein rasches Heben des darnieder^ liegenden Handels ankündigten, eintrafen, und Oppert war zu meinem Erstaunen und zu seiner hohen Befriedigung im Stande die übernommene Verpflichtung nachzukommen, die Waaren, die er gleich wieder per comptant verkaufte, dem Eigenthümer baar zu bezahlen und für mich den eollosalen Gewinn von achtzigtausend Mark^') circa sechszigtausend Gulden zu realisiren. Mit einem kühnen glücklichen Wurfe, war ich nicht nur wieder ein wohlhabender Mann geworden, sondern mein guter Ruf als hervorragender Geschäftsmann war im höchsten Grade gesteigert worden. Man drängte mir nun von allen Seiten Waaren auf, mein Credit wuchs bis ins Unbegrenzte, und da Oppert sich neuerdings als genialer Kaufmann bewiesen, überließ ich mich ganz seiner Leitung «nd wir machten in Hamburg Einkäufe, wie sie vorher an Ort und Stelle noch nie von einem österreichischen Kaufmann gemacht worden waren. 159) Eine Hamburger Mark Vanco gleich \lh Reichsmark, 3/4 Gulden. | Ich habe es schon gesagt, das Glück im Handel! und Gelderwerb schien sich von dem Momente an, wo ich in schnöder Selbstsucht mein inneres Lebensglück frevelhaft vernichtet hatte, an meine Fersen zu heften. Bevor die Waaren den weiten Weg von Hamburg nach Prag gemacht hatten, waren sie schon um die Hälfte ihres AnkaufswertheS gestiegen, — auch meine alten Jndigovorräthe gingen nun plötzlich in die Höhe, und mein Vermögen vermehrte sich in starker Progression — und der Ursprung desselben ließ sich nur auf die zwölftausend Gulden zurückführen, die ich Reb Zodok Erdmann veruntreut, mit denen ich meine Wechsel bezahlt und dadurch meinen Credit erhalten, mit dem kleinen Reste als Angabe die werthvolle Schiffsladung in Hamburg zu kaufen vermochte — und es ist gewiß nicht zu viel gesagt, daß fast Alles, was scheinbar mir gehört, Eigenthum der Geschwister Erdmann ist — und ich nicht ruhig sterben könnte, wenn ich nicht das, wenn auch unter meiner Firma so stark vervielfältigte Vermögen in die ände der rechtmäßigen Besitzer zurückgelegt, und auch Simon Reding, so weit dies eben der ohnmächtige, schwache Mensch zu thun vermag, für das, was ich an ihm verübt — entschädigt haben werde." (Fortsetzung folgt.) A N Z E I G E N. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. Töchter-Pensionat in Hannover. Frau I)r. Leyerson ans London empfiehlt ihr Pensionat allen Denjenigen, welche ihren Töchtern eine gründliche, gediegene Erziehung geben wollen. Anch einige junge Mädchen, welche sich praktisch für das Hauswesen vorbereiten wollen, finden Aufnahme und geeignete Gelegenheit, sich nebenbei in den fremden Sprachen und der Musik zu vervollkommnen. Näheres zu erfragen durch schriftliche oder mündliche AnfragenThiergartenstratze 4, Han« nover. "7>ie Stelle als cnner, |in und Religionslchrer in -w Friedericia (Dänemark) wird zum l. Januar 1879 vacant. Fixum Kronen 750, nrni'ff ca. 150Kronen oder reichliche 1000Rm. llnverheirathete oder solche mit kleiner Familie bevorzugt. Bewerber beliebe» Zeugnisse in Abschrift einzusenden. [3071 Der Vorstand der israel. Gemeinde: F. Schweitzer. H. L Hirsch. H. Wrrlff CTjur mein Droguerie- und Farbwaaren-Geschäft O suche ich per 1. Januar 1879 einen soliden jungen Mann, welcher mit allen nöthigen Comptoir- Arbeiten vertraut ist und schon kleine Geschäftstonren unternommen hat. unter günstigen Bedingungen. (Geschäft am Sabbat geschlossen.) L. Werlheim 3157] in Eisenach in Thüringen.