Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1878)
- Date
- 1878-11-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIX. Jahrgang. M «e. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 13. November 5639 (1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband vrv Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 st. österr. au die Expedition franco einzufenden. Inhalt. Leitende Artikel: Zu Paraf^ath Wajera. — Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Würzburg. Von der Fulda. Straßburg. — Belgien: Brüssel. — England: Cambridge. — Serbien: Belgrad. — Rußland: Petersburg. Warschau. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Anhalt der ersten Aeilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Nürnberg. Frankfurt a. M. Aus Westphalen. — Oest. - Ungar. Monarchie; Päpu. — England: London. — Türkei: Ronstantinopel. — Feuilleton: Simon Reding. Anhalt der zweiten Aetlage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Leitende Artikel. Air Waraschath Wajera. Mainz, 10. Nov. Wir lesen im Wochenabschnitte de's nächsten Sabbat, daß Abraham, da er Fürbitte für die sün-- digen Sedomiten that, zu Gott sprach: isy “»Dw, „ich bin ja nur Staub und Asche". Wie in vielen Dingen, so sei auch in der Bescheidenheit, in der Selbsterkenntniß unser Vater Abraham unser Vorbild, > Selbstüberhebung istder große Fehler unsres Zeitalters; Selbsterkenntniß ist die Vorschule der i wahren Tugend, der Weg zu dem seltenen Glück,! Gott und Menschen zu gefallen. Der Mensch, welcher über sich selbst im Dun-! kein ist, ist nicht im Stande, sich zu vervollkommn! nen, seine guten Anlagen zu erheben, seine Schwächen, seine Fehler zu beseitig-'N und gute Eigenschaften anzunehmen. Die Eigenliebe hält Alles für gut, was Du thust, was Du hast. Sie hindert Dich an der Stützung Deiner selbst, nimmt den Weihrauch jedes Lobes begierig als wohlverdient an. Sie verschleiert Deine Gebrechen vor Dir selbst und verkleinert sie mit den scheinbar größeren Untugenden Anderer. Entferne sie! Suche schonungslos Deine Fehler. Deine unerlaubten, fündlichen Neigungen, Deine unerlaubten Begierden, Deine Schwächen, die Mängel Deiner Grundsätze auf. Befrage Dein Gewissen; eS wird Dich auf jede mangelhafte Seite Deiner Denkart, auf jede Blöße Deines Charakters aufmerksam machen. Wenn Du so gimt h bist, einen wahrhaften Freund zu besitzen, so > te ihn, Dir schonungslos Deine Schwachen vorzi; lten. Höre Deine Nebenbuhler, Deine Widersacher, Deine Feinde. Sie beurtheilen Dich strenger, sehen auf den kleinsten Splitter, auch den geringsten Deiner Mängel. Uebertreiben sie auch, so wird *