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Der Israelit · 1878-11-06 · Heft 45 (6.11.1878) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 45 (6.11.1878)
Date
1878-11-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Zweite Lritaßk;u Nr. 45 -es Äsraclit. Zeitusgsnachrlchtenun-Corresponderrzen. , Dresden, Ende October. Einer unserer ge- ' _ : achtetsten iSrael. Mitbürger, Herr Privatus Mendel-Cohn, hatte nach dem HödeUschen Attentat Deutschland. 'ein Glückwunschgedicht in hebr. Sprache an Se. j Maj. den Kaiser Wilhelm gesandt. Dasselbe war Rsbek. Am min rnc» hauchte der in Mekbei der Ausstellung der bei jener Gelegenheit einlenburg rühmlich st bekannte Commerzienrath Benj gegang nen Adressen in Berlin mit ausgestellt jamin Engel y? im 74. Lebensjahre seine reine j worden. Jetzt ist nun dem Verfasser aus dem kai- Seele aus. j serlichen Cabinet ein Schreiben zugegangen, in Wenn irgend Jemand, so verdient dieser edle welchem ihm für seine poetische Gabe in verbind- Mann einen Nachruf in Ihrem geschätzten Blatte, lichster Weise der Dank ausgesprochen wird, denn er gehörte zu den Wenigen in Mecklenburg, j welche für das alte unverfälschte Judenihum ge- Oesterreichisch-Ungarische Monarchie, kämpft haben. Er war streng religiös. Er war | viele Jahre der Vorstand der hiesigen jüdischen ■ Wien In der im Amtsblatte erschienenen Gemeinde und war, nachdem er diese Ehre seinem Liste der ausgezeichneten Krieger finden wir so Schwiegersöhne überließ, stets der Mittelpunkt der . zahlreiche jüdische Officiere und Soldaten, welche hiesigen Gemeinde, er hielt so zu sagen die Gej die goldene Medaille mit der Krone u. s. w. ermeinüe aufrecht Er war gleich Ahron Frieden \ hielten, daß anzunehmen ist, daß fast sämmtliche stiftend, wo es nöthig war, dazwischengetreten, und; jüdische Kämpfer sich ausgezeichnet haben, selten mißlang es ihm, die Entzweiten zu versöhj (W. Jsr.) nen. Hat er noch kurz vor seinem Tode sich viele l Mühe gegeben, die jüdische Gemeinde in Demmia Prag. Man meldet dem „Prag. Tgbl." aus in Pommern, welche mir einem dort ausgeschiede- Gitschin: „Der nach Horic zuständige Israelit nen Mitgliede entzweit war, zu vereinen. Es ' Adolph Dvctor, seines Zeichens ein Trödler, hatte handelte sich dort — wenn ich nicht irre — um j bei einem Fleischhauer in Gitschin eine Schuld ein Eibbegräbniß, und mit welcher Freude erzählte j außenständig. Als er in das Gewölbe seines er mir dann, daß es ihm gelungen. 1O.-1 m>a:i hat : Schuldners trat, um sein Guthaben einzucassiren, er im strengsten Sinne des Wortes >geübt Er hat j wurde er auf eine nichts weniger als liebenswürhier eine Benjamin Engel'sche Stiftung für verj dige Art empfang-n. Nachdem er dessenungeachtet schämte Arme gegründet.! auf die sofortige Bezahlung seiner Schuld drang, Wie allgemein beliebt und geachtet der Verblichene j wurde er von dem robusten Fleischhauer mit einem war, hat die allgemeine Theilnahme bei nan rviTn be° j geselchten Schinken derart geprügelt, daß er sofort wiesen. Ihm zu Ehren waren nicht nur mehrere j am Platze liegen blieb und bewußtlos in seine Geschäfte. sondern auch alle Schulen geschlossen.! Wohnung gebracht wurde. Die Aerzte bezweifeln Mehrere hiesige Vereine schlossen sich dem Zuge z dessen Aufkommen. Der renitente Schuldner aber an, und sah man am Grabe nicht nur die Hono- ' hat sich sofort nach der That dem Gitschiner Kreisrationen der Stadt und vom Lande, sondern sogar j gerichte gestellt und wurde auch in Haft behalten." mehrere evangelische Geistliche. (Was so lange j ich hrer bin, noch nicht vorgekommerr.) Am Grabe; Linz a. d. Donau. Einige Tage vor dem sprach Herr Landesrabbiner Dr. Feilchenfeld aus; Versöhnungstage langte hier ein Transport von Schwerin in beredten, ergreifenden Worten, welche ( nahezu 500, bei der bosnisch-herzegowinischen £>o alle Anwesenden mit tiefer Rührung erfüllten. ( cupation, verwundet und fieberkrank gewordenen Möge der allgütige Gott lindernden Balsam; Soldaten an, darunter befand n sich auch 13 Glanin die Wunden der Hinterbliebenen lräufeln und bensgenossen. Daß nach glücklich bestandener Gcmögc der liebe Gott der Wohithaten eingedenk fahr, es diese jüdische Kriegern freuen würde, sein, die der Verblichene hiniedcn geübt. den Bersöhnrmgstag gemeinsam zu feiern, lag der n"3"s"j"n Adolph Rosentreter Vermuthung nahe.

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