Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1878)
- Date
- 1878-11-06
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. Erste Seilagc zu ilr. 45 des Israelit. Leitende r Artikel. Literarischer Bericht. Theoretisch-Praktisches Lehr- und Ue-! bungsbuch zur Erlernung der hebräischen j Sprache, für den Scbul- und Privatunterricht I bearbeitet von Carl Weilt» Karlsruhe 1878.! Wenn es ein Hauptziel der jüdischen Schule j ist, ihre Zöglinge für das selbstständige Quellen- studium unserer heiligen Schriften vorzubereiten, j so muß dieses Ziel selbst dann unverrückt im Auge! behalten werden. wenn die Anforderungen an die Schüler in Betreff des allgemeinen Wissens noch so groß sind und das Zeitmaaß für das Hebräische ein noch so beschränktes ist. Was an Zeit gebricht, muß durch richtige Methoden ersetzt werden. Und wenn auch in den letzten zehn Jahren so manches treffliche Lehrbuch der hebräischen Sprache das Licht der Welt erblickt und mit gutem Erfolge Eingang in Schulen gefunden hat, so wird doch jeder Schulmann eingestehen, daß hierin noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, und jeden Versuch mit Freuden begrüßen, der das oben erwähnte Ziel durch einen neuen Weg erreichen hilft. Einen solchen neuen Weg glaubt der Vers., der lange Jahre im Lehramte thätig war, mit seinem Buche gefunden zu haben. — Wenn nun auch diese Art und Weise der Verbindung des tpcin- und Grammatikunrerrichts im Großenu. Ganzen nicht mehr originell ist, so muß man doch constatiren» daß die von dem Vers, innegehaltene Methode äußerst ansprechend ist, und sich in der Praxis sehr wohl bewähren dürfte. — Daß aber dem Buche keine practischen Uebungen beigegeben sind, halten wir nicht in seinem Interesse, da mancher Lehrer durch diesen Mangel dennoch eine hebräische Grammatik! wird anschaffen müssen, die überflüssig gewesen j wäre, wenn das Buch diese Uebungen enthalten! hätte. Der Lehrer, der die diesbezüglichen in der! Vorrede niedergelegten Anschauungen des Verf. j theilt, hätte ja die practischen Uebungen nicht zu j benützen brauchen.! Das Buch ist für Schüler berechnet, welche! das n wo bereits inne haben, und enthalt i alle Wörterklassen, Redewendungen und sprachliche! Eigentümlichkeiten, welche in diesem Buche vor-! kommen, sowie ein erschöpfendes Vocabularium. Man sieht jeder einzelnen Piece des Buches die treue Sorgfalt und die Liebe zu unserer heiligen Sprache an, deren erleichterten Erlernung durch diese Arbeit sehr wesentlich gedient sein wird. — Wir empfehlen daher das Buch auf's Wärmste. ‘PDtrn "D12 min ’Bnn,, mp dhwd t« p“]¥ frD t)DV London: Abrahams u. Son, Hebrew Printers u. Publichers, 53, St. Mary Axe E. C. 5638—1878. Ein Werk des berühmten Hebräistcn R. I.! Kohn-Zedek bedarf für die Freunde der hebräij schen Sprache nicht erst der Empfehlung. Dagegen j möchten wir alle Diejenigen, welche Kenner der ' hebräischen Sprache sind, ohne ihre opferwilligen Freunde zu sein, auf diese neueste literarische Erscheinung aufmerksam machen, weil eine Lectüre dieses Buches in überaus hohem Grade geeignet ist, die vielseitige Schönheit der heiligen Sprache darzuthun, und ihr neue Freunde zu werben. Das Buch enthält religiöse Vorträge und populär-wissenschaftliche Abhandlungen, mit besonderer, häufiger Rücksichtnahme auf die religiösen Gegensätze und die daraus entstandenen Parteiungen innerhalb der Judenheit der Gegenwart. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß der Verf. voll und ganz auf der Seite des gesetzestreuen Judenthums steht, daS in ihm einen seiner glücklichsten Anwälte in der Jetztzeit gefunden hat. Eine ganze Fülle neuer Gedanken, neuer Erklärungen von Bibel- und Talmudstellen treten dem Leser entgegen, und selbst da, wo die Gedanken des Vers, nicht originell sind, ist es seine Sprache, die er mit geradezu erstaunlicher Geschicklichkeit handhabt. — Es ist in einer deutschen Besprechung leider nicht möglich, auf diese Schönheiten aufmerksam zu machen, und müssen wir daher auf das Buch selbst verweisen. Daß dieser Hinweis die erwünschte Berücksichtigung finde, ist um so