Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1878)
- Date
- 1878-10-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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1092 Nchkeit auf Erden gäbe. — Ich verbrachte Montag Nacht schlaflos, in fieberhafter Aufregung, der Gedanke, meine Zahlungsunfähigkeit erklären zu müssen, ward mir unerträglich, ich fühlte mich überzeugt, diese Schmach nicht überleben zu können, Selbstmordgedanken entstanden in meiner Seele, und ich hätte diese auch zur Ausführuug gebracht, wenn mich nicht die Erinnerung an mein Kind davon zurückgehalten hätte. Ich schrie in wildem Seelenschmerze zu Gott auf, und bat ihn in meiner unsäglichen Verzweiflung, inbrünstig mich aus dieser entsetzlichen Lage zu befreien — mir ein Wunder zu erweisen! — Damals hatte ich ja ein so hartes Loos noch nicht verdient, ich war ja bis zu diesem Tage ein frommer, wohlthätiger, gottesfürchtiger Mensch gewesen — und weshalb sollte ich in einer Weise gestraft werden, die mir als die furchtbarste erschien? — Bei alledem pflegten meine Stimmungen zu wechseln, zuweilen hoffte ich doch, Gott würde mich eben durch ein Wunder erretten, — ich besaß damals ein sächsisches Loos, und war in Momenten höchst gesteigerter Aufregung wahnsinnig genug, mit Sicherheit darauf zu rechnen — mein Leipziger Geschäftsfreund würde mir anzeigen, — dies sei mit einem großen Treffer gezogen worden — freilich in dem nächsten Augenblicke, wo vernünftiges Bedenken wieder in seine Rechte trat, empfand ich meine verzweifelte Lage, wenn möglich noch verschäster! (Fortsetzung folgt.) A N ZEIGE K Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Bnda-Pesth, im Monat Elul. Geehrte Glaubensgenosse» in Ungarn! Ein Nothruf aus der leid- und schmerzerfüllten Brust unsrer kranken Glaubensgenossen, welche sehr zahlreich in den hiesigen nicht - jüdischen Landes- Spitälern darniederliegcn, dringt an unser Ohr. Die Stimme jener schwachen Kranken, die, verlassen von den Ihrigen, ohne Hilfe und Erbarmen, in der Fremde an das Krankenlager gefesselt sind, ermahnt Euch, diesen zu helfen und Rettung zu bringen! Geehrte Vorstände der löbl. Gemeinden und Nrnp tonn! Unser Verein hat sich nur zur Aufgabe gemacht, fremde Kranke zu unterstützen und zu pflegen und denselben die nur mögliche Hilfe angedeihen zu lassen, wahrend Kranke von hier in dem hiesigen nph? Spital Ausnahme finden. Wie oft haben wir schon vergebens an Euren Wohlthätigkeitssinn appellirt. Unser Bestreben ist ja ausschließlich, nur Kranke Ihrer Gemeinde die Wohlthaten unseres Vereines genießen zu lassen. Unsere Sorge gilt nur den aus der Provinz anlangenden Kranken. Wir müssen es mit Schamröthe gestehen, große leistungsfähige Gemeinden, deren massenhafte Kranken uns zur Last fallen, ja, das Vereinseinkommen zumeist absorbiren, wenden sich trotz mehrerer Aufrufe und Circulare von uns ab. Wer soll denn um solche Kranke Sorge tragen, wenn nicht die eigene Gemeinde? Sind > wir doch nur die Verwalter des Vereins, während i die Gemeinden von Rechtswegen die Mitglieder sein sollen. Wie oft waren wir nahe daran, die ' Thätigkeit des Vereins einstellen zu müssen, und j immer waren es die hier wohnenden, jährlichen i Beitrag leistenden Mitglieder, welche den Verein! stützten und vor Auflösung bewahrten. Geehrte Glaubensgenossen! Nicht für unsere Kranke erheben wir unsere bittende Stimme, sondern das Wohl Ihrer so manchen würdigen Kranken liegt uns am Herzen, dessen trauriges Loos zu verbessern ist unsere ernste Aufgabe. Bietet uns! hilfreich Eure Hand, tretet mit noch so wenig dem! Vereine bei, damit wir nicht gezwungen sind,! Kranke der nichtbeitragenden Gemeinden zurückzu-! weisen, und zwar Kranke, die gewiß nicht für die Gleichgiltigkeit ihrer Gemeinden verantwortlich gemacht werden können. Uns ist jede Gabe, wenn auch noch so klein, willkommen. Mit Achtung Der D'^n ^p^-Vorstand: Anton Wlautuev, Präses. Nathan Löw, l Directoren Philipp Kraus,/ ^lrectoren. Adolph Roth, Controlleur. Ignaz Lewi, Cassirer. Unterstützungen erbitten wir an Herrn Ignaz Lewi, Cassirer des ->ip2 - Vereins Bnda- Pesth, Königsgasse Nr. 2, zu senden.