Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 43 (23.10.1878)
- Date
- 1878-10-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JIWJJJl111U JMBIILU) 1052 runter auch viele Nichtjuden und namentlich auch die Vertreter der Behörden und der christlichen Geistlichkeit. Im Hause sprach an der Bahre der Freund und Verwandte des Dahingeschiedenen, Herr Districtsrabbiner Adler aus Aschaffenburg; doch vermochte der Herausgeber dieser Blätter in Folge des ungeheuren Gedränges und des beschrankten Raumes die Worte des ver» ehrten Redners nicht zu verstehen. — Zur bestimmten Frist setzte sich der imposante Conduct in Bewegung Es waren mehr als zwanzig Rabbinen und noch viel mehr andere hervorragende Männer erschienen, von denen wir nur einige namhaft machen können: S. Bamberger — Fischach, M. L. Bamberger — Kissingen, N. Bamberger — Würzburg, S. Bamberger — Frankfurt. Unna — Würzburg , Fromm - Frankfurt, Adler — Kitzingen, Grünebaum — Anspach, Dr. Kobak — Bamberg, Lebrecht — Schweinfurt, Wißmann — Schwabach, Dr. Marx — Darmstadt, Dr. Kahn — Wiesbaden, Dr. Sänger — Bingen, Hirsch — Burgpreppach, Dr. Königshöfer und Dr. Bloch — Fürth, Dr. Heinemann, Dr. Horowitz, Dr. Sulzbach — Frankfurt. Dr. Berlinger — Hannover, Weil — Carlsruhe, und viele, viele Andere, namentlich auch Deputationen von Gemeinden aus der Nähe u.Ferne.Der unabsehbaren Menge der Leidtragenden folgten mehrals hundert Wagen. In den Straßen, durch die der Zug ging, bildete die christliche Bevölkerung Spalier — mehr als 10,000 Menschen, und fast Aller Mienen drückten Trauer, Schmerz und innige Theilnahme aus. Die Läden und Geschäftslocale der Israeliten Würzburgs waren olle, ohne Ausnahme, geschlossen. — Die Leiche wurde nach dem israel. Friedh >fe zu Höchberg gebracht, etwa eine Stunde von Würzburg entfernt, und trotz des weiten Weges blieb Niemand zurück. Viele, die keinen Wagen haben konnten, wanderten zu Fuß hinaus. Am Grabe sprach Herr Rabbiner Fromm, Schwiegersohn des Heimgegangenen. Mit von Schmerz bewegter Stimme gab der vortreffliche Redner in ergreifenden Worten dem allgemeinen Gefühle der Trauer und Wehmuth Ausdruck, dessen volle Aeußerung die Rücksicht auf den Halbfeiertag zurückhielt. Dann sprach der Herausgeber dieser Blätter, aus derselben Rücksicht sich darauf beschränkend , in kurzen Zügen ein Lebensbild des theuren Dahingeschiedenen zu entwerfen. Wir wollen das, was wir dort am Grabe gesprochen, soweit es uns im Gedächtniß geblieben, hier wiedergeben. „In wenigen Tagen werden wir in der letzten Sidrah “muri n«n von dem Hinscheiden unsres großen Lehrers Moscheh lesen. Unsre Weisen lehren in Bezug darauf im Midrasch: nt — by n^y n«i b'n wy nua man .D-j«n!?a t>y n*?ynjr „Viele haben Großes erreicht, Du aber hast sie alle übertroffen" — das kann man auf Moscheh anwenden, der alle Menschen überragt hat. ’narcjB' *pa biu »j« -idi« di« -tma bü’j -)^ maa int« 6 -io« ns?ai nfla"j?"n btr ]nut£r dus vt ’J« r>a« hi -ipvj di« -id«jip ")dd .nn1? dj «bi u' nnna «b a'na 'b „Adam sagte zu Moscheh: ich bin mehr als du, denn ich bin erschaffen worden im Ebenbilde Gottes; Moscheh entgegnete: die Ehre, die dir gegeben wurde, ist dir wieder genommen worden, wie es heißt: Adam durfte in der ihm ertheilten Würde nicht übernachten; ich aber, die Strahlenkrone, die mir Gott verliehen, sie ist mir geblieben, wie es heißt: sein Auge ward nicht verdunkelt, seine Kraft war nicht gewichen." Zu diesen letzten Worten bemerken die Weisen im Midrasch zu Paraschath Pinchas: ,-in'n1? ~)D\v pat ninab «dd pa u’y nnna «b .mma )boyi nnt> dj «bi „Sein Auge ward nicht verdunkelt in der Entscheidung zwischen rein und unrein, zwischen verboten und erlaubt; seine Kraft ist nicht gewichen in der Bemühung um die Thora." Auch dieser große Mann, an dessen irdischen Ueberreften wir jetzt klagend stehen, auch sein Auge ward nie verdunkelt. Er wußte wie wenige auf Erden zu entscheiden zwischen rein und unrein, zwischen verboten und erlaubt, sein heißes Mühen um die heilige Gotteslehre ist ihm geblieben bis zum letzten Augenblicke seines Lebens. Die Gottähnlkchkeit, welche der erste Mensch durch die erste Sünde verloren, Moscheh Rabbenu hat sie wieder erlangt, und jeder Talmid Chacham, der sich ernst und aufrichtig bemüht um unsre heilige Thora, heißt Moscheh, wie es ja öfters im Talmud heißt: naa«p n»D wo der Rabbi den Schüler „Moscheh" nennt, wiewohl dessen Name ein anderer war; und der große Mann, den wir beklagen, er hat die Strahlenkrone der Gvtteslehre ans sei Haupt gesetzt, derart, wie nur Wenigen es gelungen. Von frühester Jugend an dem heiligen Studium gewidmet, hat er eine seltene Meisterschaft erlangt; sein Wissen, jeine Belesenheit in unsrer heiligen Literatur waren unermeßlich groß, und so ist er einer der größten Männer unsrer Zeit, der Lehrer der deutschen Judenheit geworden, ja noch weit über die Grenzen unsres Vaterlandes hinaus wird er als solcher verehrt. d'aan nna -pa -inj j« nvab na« hj