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Der Israelit · 1878-09-18 · Heft 38 (18.9.1878) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 38 (18.9.1878)
Date
1878-09-18
Page
– (sequence 26)
Language
German
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■SM-’ i i - ^Xy ' J. I^CQ •> -T^l.'.T' Kr*'■- ';.Y'- p;-'*£3r.- '•■ * 964 H. dem Fürsten Dudukoff-Korsakoff, an den sich das Bezirks-Comite gleichfalls zu Gunsten der Israeliten gewandt hatte, hat dasselbe folgende Antwort erhalten: Herr ViceprLstdent! Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ihres Schreibens vom 14. Juni c. zu bestätigen und Ihnen anzuzeigen, daß ich Befehl ertheilt habe, die nöthigen Maßnahmen zur Wiederaufnahme der Israeliten an ihren früheren Wohnsitzen zu treffen. Hilfe und Protection wird ihnen überall gewahrt werden und sie werden friedlich ihre Geschäfte besorgen können. Was die Israeliten von Carlova betrifft, so ziehe ich eS vor, zu warten, bis sich die Animos^- tüt, die noch gegen sie herrscht, beruhigt hat, ehe ich sie in diese Ortschaft zurückkehren heiße; dennoch sind alle Dispositionen getroffen, daß ihnen das Getreide, das sie bis zur nächsten Ernte gebrauchen werden, geliefert werde. Niemand wünscht mehr als ich die Wiederkehr von Ordnung und Sicherheit in Bulgarien und das gute Einvernehmen zwischen den veschiedenen Nationalitäten, aus denen die Bevölkerung besteht; aber ich muß gleichzeitig Alles vermeiden, was durch zu große Ueberstürzung unangenehme Conflicte herbeiführen könnte. Indem ich Vorstehendes zu Ihrer Kenntniß bringe, bitte ich Sie, Herr Vicepräsident, den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung zu genehmigen. gez. Fürst Dudukoff-Korsakoff. Die Animosität, auf welche dieses Schreiben anspielt, rührt von der bei den Bulgaren von Carlova verbreiteten Meinung her, daß die flüchtigen Juden gemeinsame Sache mit den Türken gemacht hätten. Die Israeliten von Kazanlik und Eski-Sagara, deren Wohnungen übrigens nicht mehr existiren, und 994 Flüchtlinge zu Adrianopel stehen unter ähnlichen Beschuldigungen. Das Bezirkö-Comite von Constantinopel bittet, daß in Beziehung auf diese Unglücklichen Bestimmung getroffen werde. — In Salonichi befindet stch nur noch eine kleine Zahl von Flüchtlingen, dieselben sind fast sämmtlich am 16. Juli über Dedeagatsch abgereist, und der Rest wird bald Nachfolgen. — Ein Verein von jungen Leuten zu Salonichi, „die Zukunft", hat an das Comitö von Constantinopel zur Unterstützung der israelitischen Kriegsopfer 500 Fr. geschickt. (Die Israeliten von Marocco.) Kaum scheint die Lage des Orients stch zu bessern, als die von Maroeco täglich trauriger wird. Seit 6 Monaten herrscht im ganzen Lande eine mörderische Hungersnoth, zu der die Verheerungen der Epidemieen hinzugekommen sind. Die Landbevölkerung verläßt ihre Dörfer, um in den Städten Brot zu betteln, wo sie durch Noth und Ansteckung doppelt decimirt wird. Aus Larache, Fez, Tetuan, von allen Seiten erhält das Central-Comitö die schmerzlichsten Nachrichten. H. v. Vaux, französischer Consul zu Mogador, bittet das Central-Comitä gleichfalls, der Bevölkerung zu Hilfe zu kommen. „In Mogador, sagt er, läßt die israel. Gemeinde und die Kaufmannschaft durch freiwillige Gaben 2 Mal wöchentlich an mehr als 2600 Juden 7* Pfund Reis pro Kopf vertheilen. Bei einer auf 11—12,000 Seelen geschätzten jüdischen Bevölkerung des Mellah kommen durchschnittlich täglich 4-5 Todesfälle vor, die theils durch die Hungersnoth, theils durch die Pockenkrankheit herbeigeführt sind, welche jetzt schrecklich wüthet. Mein College von England läßt von dem Ertrage einer in London eröffneten ersten Sammlung 3 Mal wöchentlich sowohl an die Juden des Mellah als an die Muselmänner vom \ ande Lebensmittel vertheilen." Das Central-Comitv hat für die Israeliten von Marocco 10,000 Fr. votirt und wird denselben dafür wahrscheinlich Lebensmittel schicken. Wer sich diesem HilfVwerk anschließen will, wird gebeten, seine Spenden gefl. dem Central-Comite zugehen zu lassen. A N Z_EJ_G E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. /^in junges gebildetes Mädchen, jüdischer Con- VL fession, das den Fröbel - Verein in Hamburg besucht hat und musikalisch gebildet ist, sucht zur Stütze der Hausfrau resp. Beaufsichtigung von Kindern unter bescheidenen Ansprüchen pr. 1. October Stellung. Gef. Offerten erbeten sub Ho. 1390 a an die Annoncen-Expedition von [2822 Haasenstein & Vogler, Hamburg.

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