Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1878)
- Date
- 1878-09-18
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. Dritte Leitage zu Ar. 38 -es Israelit. Zeitungsnachrichten & Korrespondenzen. Deutschland. Kotthck Die Opferwilligkeit der. hiesigen kleinen, nur aus 35 Familien bestehenden Gemeinde ist lobend hervorzuheben; sie gibt sechs Talmudjüngern, die beim hiesigen Rabbiner dem Talmudstudium obliegen, freie Kost und Logis. Oesterr.-Ungarische Monarchie. Kafchart Der in dem Orte Bersewitze wohnende Geistliche mußte wegen Altersschwäche einen Caplan zur Aushilfe nehmen. Dieser junge Caplan wußte in seiner neuen Anstellung nichts Besseres zu thun. als die katholischen Zuhörer seiner Predigt gegen die Juden zu reizen und zu Hetzen. Jstoczy hat Recht, sagte er, die Juden wollen uns erdrücken und beherrschen; die frommen katholischen Einwohner von Bersewitze mögen die ersten sein, welche mit der Vertreibung der Juden beginnen sollen. Die Juden des Dorfes wandten sich an den Kaschauer Bischof, welcher die Sache durch eine Commission untersuchen ließ und hierauf den judenfeindlichen Caplan absetzte. (Kasch. Zeit.) Rumänien. Galatz Der „W. Jsr." schreibt: Wie uns von glaubwürdiger Seite mitgetheilt wird, ist in Galatz ein getaufter Jude als Director an der rumänisch-jüdischen Schule angestellt. Wir haben nicht genug Worte, um diesen, die Gefühle der Juden verletzenden Mißgriff zu tadeln und hoffen, daß die Galatzer isr. Gemeinde diesen Fehler gut machen und so uns nicht zwingen werde, nochmals auf diesen traurigen Gegenstand zurückzukommen. Frankreich. Paris. Monatsbericht (Juli und August) der All. JSr. Universelle. (Die Israeliten von Rumänien.) Der Proceß gegen die Landleute von Darabany hat am 31. Juli c. vor dem Schwurgericht von Dorohoi begonnen; 70 Angeklagte sind in die Sache verwickelt. Das Central-Comitä kannte noch nicht den Ausgang der Verhandlung. (Die Israeliten der Türkei.) Die Schwierigkeiten der Repatriirung der Flüchtlinge beginnen abzunehmen. „Alle Tage, schreibt H. Fernandez, kommen Leute in unsere Büreaus, die nach Hause geschickt zu werden wünschen. Die Eisenbahngesellschaft und der österreichische Gesandte überlassen uns FahrbilletS für den halben Preis, während die anderen Verwaltungen unS von ihren Tarifs keinen Rabbat geben. Wir geben jeder Familie außer dem Fahrpreis noch eine kleine Summe je nach ihrer Mitgliederzahl, 1 bis V/z Pfd. trk. an Familien von 6, 2 Pfd. an Familien von 8 Personen rc." — Von 2500 israel. Flüchtlingen zu Constantinopel hatte das Bezirks-ComitS am 17. Jul 511 repatriirt; an demselben Tage bereitete es sich vor, die Flüchtlinge von Carnabat, 320 an Zahl, nach Haufe zu schicken, nachdem eS den General Totleben dieferhalb angefragt und von demselben Empfehlungsschreiben an die russische Behörde erhalten hatte. — Leider findet jedoch die Stimme der Behörde gleich nach den KriegSwirren nicht immer Gehör; so haben diese armen Leute, als sie nach einer sehr beschwerlichen Reise, Männer, Weiber, Kinder, in Burgas ankamen, nicht blos keinerlei Beistand gefunden, sondern man hat ihnen noch für die Erlaubniß landen zu dürfen, Geld abgefordert und ihnen, da fie 70 Pfd. trk. beim Zollamt nicht zahlen konnten, das Bekleidungs - und Bettzeug abgenommen, das die Alliance unter sie vertheilt hatte. Unter diesen Umständen richteten sie folgendes Telegramm an das Bezirks-Comitvr Seit 4 Tagen hier angekommen, haben wir die Briefe an deren Adresse abgegeben. Kein Be' . stand, kein Quartier, keine Rationen, kein Wo ' Wir flehen Sie an, helfen Sie uns. Wir tw 'ff* Haim Be r£fcn- Das Bezirks-Comite hat sofort an H. @en * * Totleben einen neuen Brief gerichtet, 4 welchem es ihm diesen Vorfall anzeigte und ib Ä nm $ hohe Vermittelung b-t. Außerdem fünfte eg efnw Vertrauensmann mit einer Geldsun^x na^ «as, um die Flüchtlinge zu unter^Ztzen und nach Carnabat zu dirrgiren. Von dem kaiserlich rusfishen Commissar Sr