Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1878)
- Date
- 1878-09-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447747-2447783--15313-2471257- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Galați 1× ep/1002400
- Piła 1× ep/1048100
OCR text
XIX. Jahrgang. M 38 ( Der Israelit. Gin Central-Organ für das orthodoxe Judenthnm. HerauSgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch. .Mn 18. September 5638 (1878). Diese Zeiwng erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs - Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Österreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. WW- Aa mit dem 1. chct 1878 ein n«mes Guartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abon- «enten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich Bei der Wost das Abonnement frühzeitig erneuert werden mnß, damit die Wersendung keine Antervrechnng erleide. I tt i) a I U Leitende Artikel: Was ist die Zeit und was verleiht derselben ihren eigentlichen Werth. — Drei Wege. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Fraukfurt a. M. Mayen. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Karlsbad — Amerika: New-Orleans. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. )«yatt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Schneidemühl. Feuilleton: Simon Reding. Anhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Türkei: Smyrna. — Algerien: Algier. — Inhalt der dritten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Koltha. — Oest.-Ung. Monarchie: Kaschau. — Rumänien: Galatz. - Leitende Artikel. Was ist die Ieit und was verleiht derselben ihren eigentlichen Werth. i. Mainz, 13. Sept. Das Jahr, welches in wenigen Wochen zu Ende geht, ist ein Schaltjahr, ein Zeitabschnitt von 55 Wochen oder 385 Tragen, ein langes Jahr und dennoch eine so kurze Spanne Zeit! Wir Juden sind es gewohnt, den scheidende« Zeitabschnitt mit ernsten .Betrachtungen zu begleiten. Die letzten Stunden des scheidenden und die ersten Stunden des neuen Jahres werden bei uns niM wie bei «mdern Völkern in Saus und BrauS MMtzt, mit. Rausch und Tanz ausgefüllt; die letzten Tuge des Jahres sind bei uns vielmehr der Vorbereitung für die an die Spitze des neuen Jahres gestellten „furchtbaren Hags?/das Neujahrsfest und den Versöhnungstag, gewidmet. Und so wollen auch wir zu ernsten Betrachtungen Anlaß geben, indem wir fragen: Was ist die Zeit und was verleiht derselben ihren eigentlichen Werth? Als Leitfaden möge uns eine Frage dienen, die jedem denkenden Leser der ersten Verse deS Thora- Abschnittes nto nn«, den wir am Versöhnungstage lesen, auffallen muß. Dort wird nämlich vorgeschrieben, daß selbst Ahron, der Hohepriester, nicht zu jeder Zeit das Allerheiligste betrete, sondern EHpn 88 pn« 82' 5,812, mit diesem soll Ahron das Heiligthum betreten." Auf das „nicht zu jeder Zeit" erwartet man 'p'2^.i KH,n8 “ppya cx »2, sondern am 10. des 7. Monats." Diese Bestimmung folgt aber erst viel später. Daß die heilige Schrift diese Zeitbestimmung erst dann erwähnt, nachdem sie den ganzen Opfercultus des Versöhnungstages beschrieben hat, führt uns auf den Gedanken, daß nicht der Zeitpunkt als solcher, sondern vielmehr die Ausfüllung desselben durch die vorgeschriebenen, gottgebotenen Handlungen das Wesentliche ist.