Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1878-08-07 · Heft 32 (7.8.1878) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 32 (7.8.1878)
Date
1878-08-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447747-2447779--15225-2471165
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XIX. Jahrgang. Zweite Anlage;» Nr. 32 -es Israelit. Leitende» Artikel. Literarischer Bericht. ^' Die Hochschule zn Jamnia (M2') u n d i h r e bedeutendsten Lehrer. Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Tradition von Vr. Albert Scheint«. Halberstadt. 1878. Die vorliegende, dem berühmten jüdischen Gelehrten R. S. Hurwitz gewidmete Abhandlung, verdient wegen der mannigfachen Momente, durch welche sie sich von vielen ähnlichen Bearbeitungen vorteilhaft auszeichnet, eine eingehendere Besprechung und öffentliche Würdigung. Wenn auch das Studium der jüdischen Geschichte bereits aufgehört hat, ausschließliche Domäne des Reformjudenthums zu fein, so verdient es dennoch als erstes Verdienst dieser Schrift hervorgehoben zu werden, daß sie auf dem Boden des gesetztreuen Judenthums steht, oder doch zu stehen bestrebt ist*). Damit ist schon gesagt daß sie auch mit der Pie. tät geschrieben ist, welche die Helden jener Tage von uns beanspruchen dürfen, und die man in den zeitgenössischen historischen Forschungen, oft so schmerzlich vermißt. Während letztere den Einfluß jener Zeit und ihres Schaffens auf unser gegenwärtiges tägliches Leben vornehm ignoriren, läßt die vorliegende Abhandlung keine Gelegenheit vorübergehen, ohne darauf aufmerksam zu machen, wie die Flügelschläge des Geistes, den unsere Altvordern im jüdischen Kreise heimisch machten, noch heute überall bemerklich sind. Außer diesen, speciell dem Judenthum zu Gute kommenden Vorzügen, sind es der Sammlerfleiß, die originelle Gruppirung und Berwerthung des gesammelten Stoffes, welche anerkennend hervorzuheben sind; sowie die sachgemäße Form der Diction. Daß es bei einer Arbeit, wie die vorliegende, auch nicht an Ausstellungen fehlen kann, braucht dem Kundigen nicht erst gesagt zu werden. Behandelt sie doch einen Zeitpunkt der jüdischen *) Der Verf. macht uns brieflich darauf aufmerksam, daß der 2. Satz im Absatz 11. der Einleitung, welcher in seiner vorliegenden Fassung einen Zweifel darüber enthält, ob es die 2*222 <nf> Sewesen seien, welche die Gesetzeskunde fortgepflanzt haben, durch ie Correetur eines nichtjüdischen Gelehrten entstellt sei, und daß der Satz thatsächlich laute: „Später iu der nachexilischen Periode waren es die Männer der Gr. S., welche die Gesetzeskunde fortpflanzten re. — Redaltion. Geschichte, der so vielfach in Dunkel gehüllt ist, bei welchem selbst die ihn erleuchtenden Lichtstrahlen, sich gegenseitig auszuheben scheinen, bei welchem daher der Combination des Historikerso viel zu thun übrig bleibt, daß der Autor einer solchen Arbeit, wohl am Besten davon überzeugt ist, daß seine Forschungen nicht durchgehendauf unbedingte Anerkennung rechnen dürfen. Wenn wir bei der Besprechung dessen, was wir bei der Lectüre dieser Schrift als zu Beanstandendes gefunden , etwa« ausführlicher verweilen, so möge sofort vorausgeschickt werden, daß es sich dabei im Großen und Ganzen nur um Formelles handelt. daß daher der eigentliche Werth dieser Arbeit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Die Lichtseiten dieser Abhandlung drängen sich jedem Leser von selber auf; ihre Schattenseiten sind nicht, wesentlich genug, um von selber ins Auge zu fallen i — sie bedürfen daher eines besonderen Hinweise-, den aber zu unterlassen, schon deshalb Unrecht wäre, weil er vielleicht für jüngere gleichgesinnte Forscher hin und da einen Wink hinsichtlich der Klippen enthalten dürfte, die hier zu vermeiden sind. Von dem Fehler, der gerade Monographie» vielfach anhaftet, daß sie nämlich leicht geneigt sind, den Gegenstand ihrer Untersuchung zu überschätzen, ihn selbst auch da vertreten sehen, wo der nüchterne auf's Allgemeine gerichtete Blick oft keine Spur wahrnimmt, von diesem Fehler ist auch die vorliegende Abhandlung nicht ganz frei geblieben. — Man kann sich die Möglichkeit diese- Fehlers leicht erklären, und dennoch dem Bestrebe» des Verf. nach historischer Treue, Gerechtigkeit widerfahren lassen. — Die positiven Nachrichten z. B. über die Hochschule von Jamnia, welche datalmudifche Schrifthum bietet, sind nur sehr dürftig, etwas reichlicher sind schon die Notizen, die möglichen Falls mit diesem Thema in Conuex stehen, oder doch gebracht werden können. Wer sich nun die Aufgabe gesetzt hat, die Hochschule von Jamnia zu characterisiren, wird ohne es zu wollen und ohne eS zu wissen, von diesem feinem sich gestellten Thema derart beeinflußt, daß er allezu diesem Zweck gesammelte Material in erster Reihe mit Rücksicht auf feine Verwendbarkeit für daS gesteckte Ziel prüft, und sichtet. Das Bestreben sich einerseits kein Moment entgehen z» lassen, welches auch nur leise den Gegenstnnd der Arbeit berührt, die Thatsache, andrerseits, daß

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.