Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1878)
- Date
- 1878-07-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. M SL Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Jndenthnm. HerauSgegeben von vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 31. Juli 5638 (1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs iv Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fi. österr. an die Expedition franco einzusenden. Il « h a l t. Leitender Artikel: Lessing's Nathan, der Weise. — Zum 9. Ab. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Berlin. Berlin. Königsberg in Pr. Posen. — Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. — Serbien: Belgrad. — England: London. Fenilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. K«hatt der ersten ZSeitage: Leitender Artikel: Ein jüdisches Glaubensdogma. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Posen. Fraustadt. Feuilleton: Simon Reding. Anhalt der zweiten ZS eitage: Leitende Artikel: Ein jüd. Gemeindetag in Galizien. —> Replik. — Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Lissa (Posen). — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Pesth — England: London. — Anhalt der dritten Beilage. Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Leitende Artikel. Lesstng's Aathan, der Weise. in. Mainz, 26. Juli. Es wird für die geehrten Leser von großem Interesse sein, zu erfahre«, daß die Fabel von den Ringen, welche die Quintessenz des Lesfing'schen Drama's ist, ursprünglich von einem Juden erfunden und daß ihr eine historisch beglaubigte Thatsache zu Grunde liegt. Lessing zwar hat nicht aus dieser Quelle geschöpft; er hat die Fabel dem Dekameron des italienischen Schriftstellers Boccacio entnommen, wo sie beinahe genau so erzählt wird, wie Lesfing sie wiedergibt. Vielleicht hat Boccacio die jüdische Erzählung vernommen und sie in'seiner Weise umgestaltet. Wir wollen hier die echte und ursprüngliche Erzählung wiedergeben, wie sie sich in Erhebet Jehuda, versaßt von dem Arzte Rabbi Salomo de Virgo*), Cap. 32, vorfindet. König Don Pedro, der Aeltere, wollte einen Krieqszug gegen die Ungläubigen unternehmen. Da sprach zu ihm Nicolao von Valencia: Warum willst Du gegen die Ungläubigen in die Ferne ziehen und die Ungläubigen im eigenen Lande, die Juden, verschonen, die Juden, welche voll Haß gegen uns find? — Da sprach der König : Hast Du Dich selbst davon überzeugt? — Und Nicolao antwortete, daß er also von einem getauften Juden vernommen. Der König aber bestritt die Glaubwürdigkeit der Apostaten, und ließ, um sich selbst zu überzeugen, einen weisen Juden vor sich kommen, Rabbi Ephrajim Iben Ehango. Und der König sprach zu ihm: Sage mir. welche Religion besser ist, die christliche oder die Deinige. — Und der Weise antwortete: Meine Religion ist mir besser, denn Sclaven waren meine Eltern in Aegypten, und Gott hat uns mit vielen Wunder« befreit; ') lebte um 1460.