Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 30 (24.7.1878)
- Date
- 1878-07-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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739 gewesen, zu diesem Mittel zu greifen, und eS erschienen in unfern Büchern mehrere ausländische Firmen als Gläubiger, die es in der That nicht waren. Hatte man uns die Bücher abgefordert, so hätte der sich ergebende Vermögensftand genau mit der fatirten Summe übereingestimmt. Die Empfangsbestätigungen der ausländischen Geschäftsfreunde trug Reb Zodok stets bei sich; — als er sich in's Steueramt verfügen wollte, übergab er sie mir mit dem strengen Austrage, sie bei mir in der Tasche aufzubewahren; da er nun plötzlich gestorben war, mußte ich sie noch ferner bei mir halten und als ' — er wandte sich nun an Wilhelmine — „Dein Bruder Markus von seiner Reise in das Todtenhaus anlangte, da hatte ich in der Aufregung vergessen, es ihm mitzutheilen, , . . . und als nun jener unglückselige Oppert eintrat und erklärte, das ihm die Commission auf dem Fuße folge, da konnte ich doch, weiß Gott! nicht an eine Gerichts- Commission, da könnt' ich doch nur an die Steuer- Behörde denken, — und in dem Momente überflog es mich siedend heiß, — ich hatte die Schriften in meiner Brusttasche, .... Ein Kaufmann war vor einigen Jahren dadurch ^um Bettler geworden, daß man die Empfangscheine über unrichtig gebuchte Conti in der Tasche seines Buchhalters gefunden. . ... ich wollte diese Schriften, die Euch um Euer Vermögen bringen konnten. rasch aus der Welt schaffen, wie ich's gethan. . . . Das wißt Ihr . . . Ihr war't beide Zeugen; wie mir's gelungen, wie mir mein guter WiUe von Markus Erdmann gelohnt wurde — das wißt Ihr auch! . . . ." Wieder mußte Reding einen Moment erschöpft inne halten und Wilhelmine rief triumphirend: „Ich .. ich hatte das nicht gewußt; aber ich hatte an Dich geglaubt, blind .... treu .... aber es macht mich doch glücklich, daß ich nun weiß, wie ich die Ehre deS Mannes, der mir der Erste auf Erden ist, vor Jedermann zu vertheidigen habe; — aber es war ein entsetzliches Unglück — und Du, Armer, Guter! mußtest unschuldig leiden!" „Ja, es war ein offenbares Unglück; denn hätte dieser Oppert, der mich elend und unglücklich machte, der Deinem Bruder Markus den schimpf» lichen Verdacht gegen mich einflößte, ihn auffor» derle, die Polizei zur Hilfe zu rufen, in übel angewandtem Eifer diese selbst rief und brachte, hätte der . . . Reding preßte seine Lippen erbittert fest übereinander, „dieser böse Geist in meinem Leben, die Papiere, die er aus der Flamme retten wollte, herausgezogen, — und im ersten Momente wäre es ganz gut möglich gewesen, diese wenigstens halbverbrannt herauszureißen, — so hätte doch Jedermann erkennen müssen, daß ich nicht Papiergeld in den geheizten Ofen geworf-n, aber der läppische Geselle kniete an der Ofenthür nieder, griff dann ungeschickt nach den brennenden Papieren und stieß sie — wohl absichtslos, in die knisternden Flammen." Reding schauderte bei der Erinnerung , von Neuem schien ihn ein wilder Schmerz zu erfassen, „Durch Oppert's ungeschickte Hand," rief er, „ward ich als Dieb gebrandmarkt, an den Pranger gestellt, habe sieben Jahre wie ein wildes Thier in Ketten gelegen, habe mehr als Höllenqualen erduldet!" (Fortsetzung folgt.) ANZEIGER Für den folgenden Theil ist die Reduction nicht verantwortlich. in tüchtiger Cantor und vrvw (ledig), mufitalifd) gebildet, mit kräftiger und wohlklingender Stimme begabt, der im Stande, einen zeitgemäßen Gottesdienst mit Chor abzuhalten und von orthodoxen Autoritäten als tüchtig und gewissenhaft anerkannt ist, wünscht angemessene Stellung. Nöthigenfalls kann auch derselbe die Functionen als Religionslehrer pn"j/3 übernehmen. Beste Zeugnisse. Offerten gefäll. pr. Adresse K. L. C. 99 postlagernd Würzburg. [ 1914 Für Schneider! Solide und tüchtige Schneider (Israel.) finden bei mir das ganze Jahr bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung. Es wollen sich jedoch nur solche melden, welche schon längere Zeit auf größeren Werkstätten gearbeitet haben und ein elegantes Stück machen können. D. M. Engel, 2015) Würzburg.