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Der Israelit · 1878-07-17 · Heft 29 (17.7.1878) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 29 (17.7.1878)
Date
1878-07-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Nacht der verruchten Hand eines Mörders zum Opfer gefallen, und damit nicht genug, ist auch ihre Nichte, die aus der Ferne, aus Guhrau in Schlesien, zur Pflege und Gesellschaft ihrer greisen Tante hierhergekommen war, erdrosselt worden. Noch bis zu dieser Stunde sind über die Thäter, denn kaum ist anzunehmen, daß das Schreckliche von einem Verbrecher nur geschehen, nicht mehr als Vermuthungen verlautbar geworden, deren öffentliche Bermerkung in einer Zeitung wir -noch zu scheuen haben. Das abersteht fest, daß es sich um einen Mord aus den elendesten Motiven, um einen Raubmord handelt. Gestern Abend noch toax die alte Dame in dem gleichnamigen Geschäfte auf der Wilhelmsstraße gewesen; gegen 8 Uhr hatte sie sich mit ihrer Nichte nach der Wohnung zurückgezogen. In der Nacht will ein Dienstmädchen des Hauses ein Geräusch vernommen haben; daß die Ermordeten bei dem Ueberfall laut geschrieen haben, ist indeß nicht anzunehmen. Heute srüh ging das Dienstmädchen die beiden Damen wecken; als dieselben auf das erste Mal nicht aufgestanden waren, wiederholte das Mädchen ihr Wecken, und da erst merkte sie, was geschehen. Die beiden Unglücklichen lagen erdrosselt in ihren Betten. Die Nichte hatten die Verbrecher vor der Ermordung mit einem Stricke gebunden. An ihrem Halse sind deutliche Fingerspuren, die von der Erwürgung herrühren, zu sehen. Die Schrankthüren standen offen, auch eine Commode war er» brachen. Die erste Untersuchung der Ermordeten ist von Hrn. Dr. I. Pauly geschehen. Die ebenfalls sofort herbeigeeilten Polizeibeamten eonstatirten, daß weder an dem Vordernoch an dem Hinter-Eingange zu der Wohnung etwas Gewaltsames geschehen; die Mörder scheinen auf diese Weise mit einem Nachschlüssel in die Wohnung gelangt zu sein. Zur Erbrechung der Commode ist wahrscheinlich ein großes Tischler-Brecheisen angewendet worden. Die Verbrecher haben, wie ferner festgestellt wurde, das in der Wohnung befindliche Geld der Wittwe Mendelsohn an sich genommen; offenbar befand sich darunter die in diesen Tagen vereinnahmte Hausmiethe. Von den übrigen Gegenständen haben die Mörder nichts geraubt. Während wir diese Zeilen schreiben, wird unter großem Menschen-Auflaufe ein Arbeiter nach dem Polizei-Directorial-Gebäude transportirt, weil er sich durch verdächtige Redensarten dem Publikum auffällig gemacht hatte. Derselbe, früher Kutscher im Hause der Ermordeten, setzte sich bei seiner Saisirung zu heftiger Gegenwehr. Soweit reicht Das, was wir erfahren haben. Welches Entsetzen der Fall in unserer Bevölkerung hervorgerufen, würde unsere Feder nicht ganz auszudrücken vermögen. ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Jnferaten-Annahme für a. M, bei JKauffmann^ Buchhandlung , und für bei A, €m old schmidt, Buchhandlung in Hamburg, Kohlhöfen 39. CVn der Synagogen-Gemeinde Moringen ist zum >3 1. October d. I. die Lehrer Vorbeter- und Schächterstelle mit einem Fixum von 900 Mk. und 150 Mk. garantirtem Nebeneinkommen zu besetzen. Geeignete Bewerber wollen ihre Zeugnisse an den Unterzeichneten einsenden. Moringen, 7. Juli 18/8. Der Vorsteher 1982] Georg Falk. Für Schneider! Solide und tüchtige Schneider (Israel.) finden bei mir das ganze Jahr bei gutem Lohn dauernde Beschäftigung. Es wollen sich jedoch nur solche melden, welche schon längere Zeit auf größeren Werkstätten gearbeitethaben und ein elegantes Stück machen können. D. M. Engel, 1015] Würzburg.

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