Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1878)
- Date
- 1878-07-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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659 zer Generationen unter Schutt und Trümmern begrabend. Wahrhaftig, ein grauenvolles Nachspiel zu der vorhergegangenen Festesfreude und dem allgemeinen Jubel. Peinliches Entsetzen und eine grenzenlose Verwirrung hatte die Versammelten erfaßt, da standen sie denn vor dem Grabe ihrer Habe, und starrten empor zu dem verräterischen Elemente, das ihnen wie zum Hohn nichts übrig gelassen, als ein Festgewand. Noch war aber der Kelch des Leidens nicht bis zur Neige geleert, noch ein anderes, schreckliches und fesselloses. Element wälzte sich heran, der süße Pöbel nämlich, der derartige Veranlassungen stets mit Eifer zu Raub und Diebstahl benützt, um so mehr, wenn es galt, das Eigenthum von Juden zu plündern. Und so erscholl es denn auch schon von mehreren Seiten: „Die Juden habend gethan! Bei den Juden ist's herausgekommen!" Und wahrscheinlich wäre es wie immer bei solchen Gelegenheiten zu einer fürchterlichen Judenhetze gekommen, wenn nicht die Scheu vor dem erlauchten Monarchen den Pöbel einstweilen von Excessen zurückgehalten hätte. Was stand aber den armen Juden nach der Abreise des Kaisers bevor? Dies an den drohenden Gesichtern der Menge wohl erkennend, richtete sich der erhabene Herrscher hoch in seinem Wagen auf, und rief mit lauter, vernehmlicher Stimme: „Die Juden haben es nicht gethan, denn es ist heute Sabbat, an dem kein Feuer inihrenHäufernangezündetwerdendarf, folglich muß das Feuer von verbrecherischen Händen gelegt wordensein!" Sprach's, verließ den Wagen, und begab sich mit seinem ganzen Gefolge zu Fuß, hinweg über die bereits die Gaffe fü lenden Schutt- und Trümmerhaufen, an die Stelle, wo das Feuer auSgebrochen. Dort ließ er sofort eine strenge Untersuchung einleiten, die denn auch ergab, daß der Kaiser richtig geurtheilt, und daß das Feuer von böswilligen Händen gelegt war, wohl aus Neid und Bosheit darüber, daß der edle Monarch am Eingänge der Judengasse länger verweilt, als am Marktplatze, oder um die Juden in den Augen des Kaisers herabzusetzen, und zu verdächtigen. Weiter erzählt der Chronist im Verlauf dieser wahrhaften Geschichte, daß Ferdinand sich nicht blos als der Gütige, sondern auch als der Gerechte erwies, indem er die Brandstifter strengttens bestrafen, den abgebrannten Juden aber eine ausgiebige Hilfe aus seiner Privatchatoulle zukommen ließ. So bewährte sich abermals der Spruch der hl. Schrift: „Die Herzen der Könige sind in der Hand der allgütigen Vorsehung, die sie stets zu ihren wohltätigen Zwecken lenkt und leitet." Loschitz, den 25. Juni 1876. Elias Karpeles, Rabbiner. A N Z E Für den folgenden Theil ist die Bescheidene Anfrage. Wie mir ein angesehenes Mitglied der Magdeburger Gemeinde mittheilt, befindet sich in dieser mehrere Hunderte D’nz zählenden Kehilla kein rrpo. Wo hat die Proselytin des Herrn Dr. Rahmer genommen? In der Elbe? Auswärts? Gar nicht? s1900 Seife zur Toilette als auch zum Hausgebrauch fabricirt, empfiehlt billigst F. Goldschmidt, vormals Borchardt, 1663] Potsdamerstraße 154 b,, Berlin. I G E N. Redaction nicht verantwortlich. 1Ü3 Limburger Käse. Auf vielseitiges Verlangen habe wieder begonnen , Limburger Käse zu fabriciren und empfehle solchen in bekannter, feinster Qualiät zur geneigten Abnahme. W. Rosenbaum, Memmingen (Bayern). Betreff nnao wird auf Verlangen Se. Ehrw. Herr S. B. Bamberger, Distrikts-Rabbiner zu Würzburg, sowie auch Herr Dr. Kohn in Jchenhausen nöthige Auskunft ertheilen. £1870 in Lehrling mit den nöthigen Vorkenntnissen findet in meinem Manufacturwaaren-Geschäfte sogleich oder per 1. August eine Stelle. Kost und Logis im Hause. Samstag und Feiertage streng geschlossen. Breiten (Baden), 11. Juni 1878. 1757) I. Herzberger.