Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1878)
- Date
- 1878-06-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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635 Im Jahre 1781 wurde dem Mayer Abraham Buchsbaum als Fourage-Lieferanten des Kurfürsten von Mainz, sowie dem dänischen Lieferauten Wolf Seligmann Oppenheimer, Letzterem für sich und für seinen Knecht, ein sogenannter Sonn- und FeiertagS.Paß erlheilt, welcher das Recht gewährte, die Judengasfe an diesen Tagen zu verlassen. Im folgenden Jahre dagegen schlug man das Gesuch um einen solchen Paß ab, welches der Herzog von Sachsen-Weimar für seinen Hoffactor an den Rath richtete, obgleich sein Geheimer-Rath Göthe, auf welchen stolz zu sein Frankfurt schon damals gerechte Ursache hatte, der Vermittler desselben war. DaS Schreiben war an Göthens Oheim, den Senator Textor, gerichtet und folgenden Inhalts: „Wohlzebohrner, Jnsonders Hochzuehrender Herr Oheim! Es hat der Franckfurrer Schuz-Jude Elias Löb Reiß, der schon seit 1766 von Durchlaucht dem Herzog meinem gnädigsten Herrn das Prädikat eines Hoffactors erhalten, neuerdings um das Prädicat eines Hofagenten und um Vermittelung bey dem dasigen Magistrat nachgesucht, daß ihm die Erlaubniß, Sonn- und Festtags außer der Gasse zu gehen, mögte mitgetheilet werden. „Nun hat sich dieser Mann um die Angelegenheiten der Eisenachischen und Apoldischen Kaufleute jederzeit besonders bemühet, so daß Durchlaucht der Herzog ihm wohl einige Distinctioa und Gnadenbezeugung von ihrer Seite mögten wiederfahren lassen; da sie aber auch nicht gerne durch ihre Intercession etwas gegen die Verfassung der Stadt verlangen und so sich entweder einer abschlägigen Antwort ausstellen oder einen ansehnlichen Magistrat etwas wiewohl ungerne zu gewähren in die Verlegenheit setzen wollen, so habe ich den Auftrag erhalten, bey Ew. Wohlgebohrn privatim anzufrage, in wie ferne sie glanbn, daß und auf was Art für gedachten Juden etwas günstiges zu thun seyn mögte. Haben Sie die Gefälligkeit mich mit einer baldigen Antwort zu beehren, mich der Frau Großmutter, der Frau Tante und allen werthen Angehörigen zu empfehlen und Sich überzeugt zu halten, daß ich mit der vollkommensten Hochachtung sey Ew. rc. rc. ergebenster Diener I. W. von Göthe. Weimar, den 8. August 1782. Textor theilte das Schreiben dem Schöffenrath mit, und dieser sprach sich gutachtlich dahin aus, daß die darin enthaltene Jntercession „glimpflich abzulehnen sei." Der Rath selbst faßte am 20. August einen dem Gutachten entsprechenden Beschluß. i AN ZHG E N. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich Israelitisches Wlldels - IMitut traft PmMmt In Brüssel, Belgien. 348—350 Chaussee d’Etterbeek, dem Thiergarten gegenüber, geleitet von Professor L. Kahn. DaS Institut, seit 1863 bestehend, bietet seinen Zöglingen eine gute israel. Erziehung, erreichtim Unterricht daS Ziel einer Real- und Handels- Schule ersten Ranges, sichert rasches Erlernen der lebenden Sprachen und gründliche Vorbereitung zur wissenschaftlichen Befähigung zum einjährigen Freiwilligendienste. Beste Referenzen. Für vorgerücktere Jünglinge bestehen besondere Klassen und specielle Einrichtungen zur schnellen Erlernung der französischen Sprache. [742 CVn einer gebildeten, streng jüdischen Familie fin- -yj den l oder 2 junge Leute, welche die Real- Schule der israel. Religior.sgesellschaft besuchen oder in ein Geschäft eintreten sollen, vollständige Pension, gewissenhafte Beaufsichtigung und angenehmes Familienleben. Näheres durch Herrn Obercantor FrieSläNder, 1611] Frankfurt a. M., Langstr. 39. Um dem Haufe das Geschäft zu erhalten, ist eine seit 60 Jahren mit Erfolg betriebene Metzgerei nebst Lokal und Utensilien unentgeltlich zu haben. Kost und Logis auf Verlangen im Haufe. Offerten sulr Nr. 1632 besorgt die Expedition d. Blattes.