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Der Israelit · 1878-06-19 · Heft 25 (19.6.1878) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 25 (19.6.1878)
Date
1878-06-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XIX. Jahrgang. i Zweite Beilage 511 itr. 25 des Israelit. Aeitung-uachritbleu 8t Korrespondenzen. Deutschland. Mainz Wir haben heute 1757 M. 92 Pf. an das Centralcomitv zu Amsterdam zum Besten der Nothleidenden rc. im heiligen Lande abgeschickt. Die Summe der von uns in diesem Jahre für obige Zwecke gesammelten und übersandten Gelder beträgt nunmehr 14,493 M. 35 Pf. Wnrzburg, den 13. Juni. Der iSrael. CultuS-Vorstand dahier an die verehrliche Redaction des „Israelit" in Mainz. Auf Grund des § 11 des Reichs-Preßgesetzes werden Sie hiemit geziemend ersucht, zur Richtigstellung des in Nr. 19 Ihrer Zeitung enthaltenen Berichtes ä. ä. Würzburg, den 1. Mai, Folgendes aufzunehmen: Die diesseitige iSr. Cultusverwaltung war sowohl aus Gründen administrativer als finanzieller Art veranlaßt, eine Aenderung ihrer Statuten vorzunehmen, wobei OeineSwetzS, wie Ihr Bericht, erstatter tendenziös krklart, ein Hauptaugenmerk auf Abschaffung des § 17 gerichtet war. Dieser Paragraph wurde vielmehr, weil selbstverständlich, als überflüssig ^erachtet, eine Ansicht, der sich der hiesige Stadtmägistrat in seinem Erkenntniß vom 12. Octbr. v. IS. selbst angeschlossen, jedoch des weitern verfügt hat, „daß es sich aber gleichwohl, nachdem die „sämmtlichen Betheiligten ohnehin darüber einig „sind, daß durch die Statuten die Rechte des „Rabbiners nicht alterirt werden können, aus „Zweckmäßigkeitsrücksichten und zur Beseitigung „jeglichen Zweifels empfiehlt, den Statuten ei- „nen diesbezüglichen Zusatz anzufügen." Hierauf wurde unterm 23.'Octbr. seitens der Cultusverwaltung, auf die Beschwerde des Rabbiners hin, dem Magistrate mitgetheilt, daß, um die Hand zum Frieden zu bieten, den vorwürfigen Statuten noch folgender Paragraph angefügt werde: „Duych vorstehende Statuten sollen die dem „Rabbinate gesetzlich zustehendem Rechte in kei- „ner Weise alterirt werden." Hiermit war auch die Gegenpartei zufriedengestellt; nicht so der Herr Rabbiner, und zwar zur allgemeinen Ueberraschung, da die Frist Behufs weiterer etwaiger Beschwerde inzwischen ver- I säumt wurde. Da im Uebrigen unsere Statuten keiner Ge- I nehmigung der Staatsbehörden bedürfen, deren j Thätigkeit nur auf Wahrung der Gesetze, Fernhal- < tung von Gefährdungen öffentlicher Interessen, sowie Zuwendung des erforderlichen Schutzes beschränkt ist; hat die Cultusverwaltung unter Annullirung des vorerwähnten Passus beschlossen, im Rekurswege Verwahrung gegen den seitens des' Magistrates beschlossenen Zusatz: „daß durch vorwürfige Statuten, den dem ‘ „Rabbiner nach Gesetz und Verordnung zu- „kommenden Rechten und Pflichten selbftverstävd- „lich in keiner Weise präjudicirt werde," einzulegen. Die kgl. Kreisregierung sowohl als das kgl. Staatsministerium haben indessen der auSgeführten Beschwerde eine eingehende Folge nicht zu geben vermocht, wegen Verabsäumung der gegen den Magistralsbeschluß gesetzmäßig laufenden Berufungsfrist und der in Mitte liegenden Gesetzeskraft. Hochtungsvoll Ludwig Müller. Moriz Kohn. Simon Groß. Frankfurt a. M. Der Vorstand des Mädchenstiftes versendet den ersten Jahresbericht dieser Anstalt,* welcher jedoch nur die 8 Monate vom 1. Mai bis 31. Dec. 1877 umfaßt. Der Zweck der Anstalt ist, hier conditionirenden oder sich einem höheren Berufe widmeuden Mädchen eine Heimstätte zu bieten, wo sie den Schutz einer geordneten und gesitteten Häuslichkeit finden. Zur Ereichung dieses schönen Zieles hat die Ehrenpräfidentin, Frau Charlotte Speyer, das Haus Rückertstraße S angekauft und mit allen möglichen Erfordernissen ausgestattet, außerdem auch zur Erinnerung an ihren seligen Gatten, Herrn Philipp Speyer, 30,000 M. zur Begründung eines CapitalstockeS gegeben, dem inzwischen weitere 44,520 M. zugeflossen sind. Die für den Betrieb bestimmten Geschenke beliefen sich auf 1390 M., sowie eine Anzahl Bücher, Musikalien, Theaterbillets und dergl., die von wohlthätigen Gönnerinnen gespendet wurden. Eine prachtvolle Nähmaschine schenkte Herr I. Apt. Die Zahl der beitragenden Mitglieder beträgt bereits 557. Bei Eröffnung der Anstalt wurden 6 Mädchen ausgenommen; mit der Zunahme der Mittel konnte die Zahl bis auf 12 erhöht werden. Von diesen widmen sich 4 dem Lehrfache, 1 ist als Kindergärtnerin thätig, 1 bildet sich musikalisch auS, 1 ist Comptoiristin, 1 lernt Blumenmachen,' 1 ist Ladnerin, 3 stehe» in Confectionsgeschäften in der Lehre. Der Vorstand dichtet an Freunde und Gönner die Bitte um fernerr Anwendung außerordentlicher Geschenke, da nur dadrmh die Anstalt in den Stand gesetzt wird, ihren schönen Zweck vollständig zu erfüllen, und das begonnene Werk zu immer ersprießlicherem Erfolge führen kann.

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