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Der Israelit · 1878-06-12 · Heft 24 (12.6.1878) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 24 (12.6.1878)
Date
1878-06-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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„Rosa", flüsterte er, »unser Vater hat mir verziehen — willst auch Du mir Deine Verzeihung gewähren?" Da schlang auch sie laut schluchzend ihre Arme um den Bruder und sie hielten einander umfaßt, wie wohl noch nie im Leben. Der Zug hatte sich inzwischen wieder in Bewegung gesetzt und nachdem Eduard auch den Schwager auf's Herzlichste begrüßt, berichtete er den Heimkehrenden, daß er seine Fabrik an eine Actiengesellschaft verkauft und nun allen religiösen Anforderungen entsprechend mit seiner Frau im Hause seines Vaters lebe. Rosa war überglücklich und wie im Fluge verschwand die halbe Stunde, die sienoch im Waggon zu verbringen hatten. Sie hatten die Heimath erreicht, ehe sie es gemerkt. — Ein Wagen harrte ihrer, der sie rasch zur Wohnung des Vaters führte. Jetzt bog der Wagen um die Ecke der Straße, in der Rosa ihre Jugenvjahre verlebt, sie konnte das Vaterhaus schon erblicken — und sieh da, auch den Vater, er lehnte im Fenster — winkte ihr zu. — Doch nur für einen Moment hatte sie ihn oben gesehen. Jetzt hielt der Wagen vor dem Haus, ihr Vater selbst riß den Schlag auf und empfing die Tochter in seinen Armen. Sprachlos hielten sie einander umschlungen. — Dann umarmte er den Schwiegersohn, während Bertha ihre Schwägerin in Haus zog und die Kinder sich an sie hingen. Und als sie nun endlich oben im trauten Familienzimmer sich fanden, da ergriff der alte Grün die Hand seiner Schwiegertochter und führte sie zu seiner Tochter. „Hier Rosa ist Deine Schwester Bertha, sie ist der Stolz meines Alters und Deiner würdig." Und während die Schwestern einander tu die Arme sanken schlang der Vater seinen linken Arm um seinen Sohn, während feine Rechte die Hand des Schwiegersohns herzlich drückte. « » » Zwei Jahre waren verstrichen. Nach dem mißlungenen . Versuch sich ihres Kindes zu bemächtigen, war Emma nahe daran gewesen, sich durch ihre geistlichen Rathgeber bestimmen zu lasten, den Schleier zu nehmen und der Kirche ihr ganzes Vermögen zu vermachen. Allein auf einem Spaziergang machte sie die Bekanntschaft eines bildschönen Schwindlers, dem es gelang, sie an feinen alten Adel und seine reichen Güter glauben zu machen. Bald war sie in Liebe für ihn entbrannt, vergaß an ihre Rache und an ihre ascetischen Absichten und willigte freudig ein, als der edle Cavalier ihr Herz und Hand anbot. Kurz nach ihrer Verbindung machten beide Testament, ein Jeder ernannte den Andern zum Universalerben seines Vermögens. Wenige Wochen später auf ihrer Hochzeitsreise durchstreiften die Neuvermählten eine der reizendsten Partien des romantischen . . . . Gebirges. Auf einem steilen Felsen that die junge Frau einen Fehltritt und stürzte in die Tiefe, so behauptete der allein in's Hotel zurückkehrende Gatte. Doch einige in der Nähe sich befindende Landleute wollten gesehen haben, wie er mit ihr gerungen und sie mit eigener Hand in die Tiefe gestürzt habe. Die Behörden legten sich in's Mittel, der Verbrecher harrt des Wahrspruches der Geschworenen; wird er, woran wohl kaum zu zweifeln, schuldig erkannt, so hat Emma's Testament keine Giltigkeit und ihr Vermögen geht auf ihre Kinder über. A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. 12D IIA4ol Ho QqVO Berlin C. FlII I K| U B UdXB Burgstr.UTr.SO Zimmer v. Mk. 1,5V an. m m mmmw mm mm neben der Börse. «43] Omnibus am Bahnhof. Nr. 24, S. 589/590 und 591/592 sind miteinander vertauscht

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