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Der Israelit · 1878-05-29 · Heft 22 (29.5.1878) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 22 (29.5.1878)
Date
1878-05-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Zweite Leilage )u tlr. 22 des Israelit. AeitungSnachrichten und Correfpondenze«. Deutschland. Aus Unterfranken. Vor Kurzem trug sich in hiesiger Gegend folgendes traurige Ereigniß zu: Samuel Rosenbaum, genannt Frumele aus Schonangen, begab sich vor einiger Zeit nach dem in dortiger Nähe befindlichen Dorfe Hambach, woselbst er mit dem dortigen Oekonomen uud Weber Alexander Ankenbrand. — der nebenbei gesagt in letzterer Zeit in herabgekommenen Verhältnissen lebend, — in geschäftlichen Angelegenheiten verwickelt war. Der Bauer wußte den israel. Handelsmann durch falsche Vorspiegelungen in den Stall zu locken und schlug ihm daselbst mit einer Keule auf den Kopf, so daß Rosenbaum sofort zusammensiür,te. Hiermit noch nicht zufrieden, schleppte er sein Opfer in die Scheune, stieg mit demselben die Leiter empor und stürzte den völlig Betäubten hinunter auf den Boden, warf ihn dann, da er ihn für iodt wähnte, in einen Hohlweg hinter der Scheuer und glaubte ihn da sicher geborgen zu haben. Ein Gensdarm, dem der Sohn des R noch an demselben Tage Anzeige machte, fand den isr. Handelsmann am andern Morgen anscheinend in den letzten Lebenszügen liegend, im Hohlwege, die an ihm gestellten Fragen konnte er nicht mehr beantworten, da er gleich darauf seine Seele aushauchte. Ankenbrand wurde, als der That verdächtig, gleich verhaftet, in die Frohnfeste nach Schweinfurt überbracht, läugnete anfangs, und warf sein alibi ein, wurde aber doch überwiesen und am 9. Mai d. I. vom Criminal-Gericht in Würzburg zu Sjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt. Ll. E. Berlin, 22. Mai. Die Commission zur Vorberathung des Vertrags mit Rumänien will heute Abend noch einmal zusammentreten. Es werden Erklärungen seitens der Vertreter des auswärtigen Amtes mit Bezug auf die vom Abg. Lasker vorgebrachten Remonstrationen erwartet, um den in Rumänien wohnenden deutschen Israeliten dieselben Rechte vornehmlich im Erwerb von Grundeigenthum, wie anderen Confessionen, einzuräumen. Wiewohl die diesseitige Regierung Willens ist, die Angelegenheit im Sinne des Abg. Lasker zu regeln, glaubt sie andererseits, daß Rumänien von den Stipulationen des Vertrages nicht zurücktrelen werde, an dessen Zustandekommen in dieser Session natürlich nicht mehr zu denken ist, Berlin, 24. Mai. Die Handelsconventroa mit Rumänien wird nicht mehr vor das Plenum des Reichstages gebracht werden; es ist bei den Commissionsberathungen nicht gelungen, die Bedenken wegen Behandlung der deutschen Juden in Rumänien in Gemäßheit der rumänischen Spezialgesetze trotz des Vertrages zu beseitigen. Aus Berlin, 21. d., wird geschrieben: Die marokkanische Gesandschaft ist gestern Morgen hier einget rossen und hat im »Hotel de Rome" eine Reihe Zimmer der ersten Etage bezogen. Die Gesandtschaft besteht aus 12 Mitgliedern, dem Gesandten Sid-Tibi-ben-Hima, einem hochbejahrten Greis von würdevollem Aussehen, dessen Bruder, dem Legations-Secretär Mahomed-ben-Hima, dem Legations-Secretär Abd-el-Kerim-el-Ghamnia, dem Oberst der Lehensritter El-Kaid-el Arbi, den drei Officieren Embilani, Mausour und Ibrahim, einem Dolmetsch und vier Dienern. Die Mitglieder der Gesandschaft haben sämmtlich scharf ausgeprägte orientalische Züge, die Hautfarbe der oberen Beamten ist nahezu hellgelb, die der Diener fast schwarz. Was die Kleidung anbetrifft, so trug der Gesandte einen mächtigen weißen Turban, sowie einen weiten Mantel von derselben Farbe, der die ganze Gewalt einhüllte und nur die gelbseideuen Strümpfe, sowie die fleischfarbigen, reich gestickten Pantoffel sehen ließ. Die Secretäre, sowie die Officiere hatten eine ähnliche Kleidung, nur daß die Pantoffel bei ihnen von rother Farbe waren. Die Diener trugen weiße Turbans, blaue Mäntel und rothe Pantoffel, ihre Beine waren unbedeckt. Der Dolmetsch endlich war nach europäischer Art gekleidet, sein Haupt bedeckte ein rother Fez. Die Gesandtschaft führt eine eigene Küche mit sich. Nach dem »W. JSr." ist der Gesandte Sid-Tibi ein Jude. Magdeburg, 26. Mai. Der Bericht aus Amsterdam in Nr. 21 dieses Blattes enthält in

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