Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1878)
- Date
- 1878-05-22
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Eduard gerieth außer sich, er warf sich seinem Vater zu Füßen und erflehte es als Gnade, beschwor ihn bei dem Andenken an seine verstorbene Mutter, ihn nicht vor aller Welt in dieser Weife zu erniedrigen. „Stehe auf". sprach der Alte düster, indem er sich von ihm abwandte, „steh' auf und berufe Dich nicht auf das Andenken an Deine selige Mutter. Ehrst Du es vielleicht, indem Du durch Dein unjüdisches Leben tagtäglich die Lehren verhöhnst, die auch ihr als die heiligsten galten, die auch sie Dich gelehrt?" „Verzeihung Vater" , flehte der Sohn, „ich sehe ein, ich habe gesündigt; aber lasse es mich nicht in dieser entsetzlichen Weise entgelten!" Doch all sein Flehen war vergebens, der alte Grün war unerbittlich. Es war ihm in der That gelungen, seine sämmtlichen Gläubiger zu befriedigen, nicht einer hatte auch nur einen Kreuzer bei ihm eingebüßt. Aber ihm war auch in Wirklichkeit nicht nur kein Kreuzer geblieben, er hatte auch noch alle seine werthvollen Habseligkeiten veräußert, hatte sein Haus verkauft, in dem er seit vierzig Jahren gelebt und hatte in einer entlegenen Vorstadt ein paar unansehnliche Zimmer gemiethet, die er nun mit den Kindern und der treuen Susanne bewohnte. Eduard hatte das Haus feines Vaters gekauft und Alles aufgeboten. den Vater zu bewegen, seine frühere Wohnung beizubehalten, doch Alles war umsonst gewesen. (Fortsetzung folgt.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Uä4oI fio QqVD "IKD Berlin C. Fl III Kl IIH BH Bnrgstr. \r.80 Zimmer v. Mk. 1,50 an. w w neben der Börse. Omnibus am llaJinliof. ie iör.Religionslehrer-, Vorsängeru.Schächterstelle zu Rüsselsheim a. M. ist zum 1. Juni l. I. zu besetzen. Jährliches Einkommen 1200 Mark. Ein unverheiratheter Mann wird bevorzugt. [1423 Meldungen nimmt der Vorstand entgegen. Dringende Bitte um Hilfe für die Hinterbliebenen eines Ermordeten. Tin oi Taoyn Der Handelsmann MaierPlautzu Wehrda, Kreisgericht Fulda, welcher seine Familie, bestehend aus sieben kleinen Kindern, von denen das älteste kaum 15 Jahre alt ist, rechtschaffen ernährte, wurde im Monate März d. I. auf gräßliche Weise ermordet. Seiner Hinterbliebenen Familie, die durchaus vermögenslos ist, fehlt es an den nöthigsten Mitteln zum Lebensunterhalt. Unter Hinweisung auf die in dieser Nummer des „Israelit" enthaltene Correspondenz aus Fulda bittet man um Veranstaltung von Sammlungen für dieselben. Herr Provinzialrabbiner Dr. Cahn zu Fuld a ist zur Entgegennahme von Spenden für die unglückliche Familie gern bereit und wird dieselben s. Z. in der Spendenliste des „Israelit" veröffentlichen. Auch die Redaction des „Israelit" ist bereit. Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern. in tüchtiger, militärfreier junger Mann, dem die besten Referenzen zur Seite stehen, sucht pr. sofort Stellung als Reisender oder Commis, gleichviel in welcher Branche. Gef. Franeo-Offerten beliebe man unter Chiffre A. B. 100 postlagernd Sulzburg (Baden) zu senden. si524