Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1878)
- Date
- 1878-05-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. M 21- Der Israelit. Ein Central-Organ für .das orthodoxe Jndenthnm. HrrauSgegebrn von Vr. Lehman« in Mainz. Mittwoch, den 22. Mai 5638 (1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 ReichS-Mark oder 7 fl. öftere, an die Expedition franco einzusenden. Anhalt. Leitender Artikel: Der Deutsch-Rumänische Handelsvertrag und die Juden.. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Darmstadl. .— Frankreich: Paris. Feuilleton: Simon Reding. Arrhatt der erste» Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Fulda. Straßburg. — Holland: Aus Amsterdam. — Oesterr.- Ungar. Monarchie: Wien. —• Rumänien: Darabany. — Griechenland: Athen. — Türkei: Kostanünopel. — Feuilleton: Licht und Schatten. Anhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Darmstadt. Darmstadt. Darmstadt. Würzburg. Berlin. Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Hamburg. — Oest.-Ungar. Monarchie : Wien. Preß bürg. Reichenau. Leipnik. — England: London. London. — Amerika: St. Louis. — Palästina: Jerusalem. — Leitender Artikel. Der Ieutsch-Knmänische Kandelsvertrag Md die Anden. Mainz, 15. Mai. In der gestrigen Sitzung des deutschen Reichstages ist bei Gelegenheit der Debatte über die deutsch-rumänische Handelsconvention auch die Stellung der Juden in Rumänien zur Sprache gekommen, und es ist dabei vom Regie- | rungstische aus Hoffnung auf eine Besserung jener Verhältnisse gemacht worden, welche nach Mittheilungen von anderer Seite her durchaus ungerechtfertigt ist. Als vor einigen Jahren die österreichische Regierung zuer?t mit Rumänien eine Handelsconvention abschloß und dabei die Rechte ihrer Israel. Staatsbürger preisgab, haben wir diese Schwäche um so schärfer verurtheilt, als die Zahl der dadurch geschädigten österreichische» Israeliten sehr groß ist. Außer Oesterreich haben stch nur noch Deutschland und die Schweiz dazu hergegeben, einen Handelsvertrag zu schließen, welcher ihre jüdischen Mitbürger gegen die unduldsame Behandlung von Seiten der rumänischen Regierung nicht sicherstellt. Allerdings liegt es nicht in der Macht des Deutschen Reiches, andere Länder zu zwingen, deutschen Bürgern dieselben Rechte zu gewähren, welche sie in ihrer Heimath haben, allein mau darf wohl erwarten, daß mit jenen Staaten nicht Verträge geschlossen werden, welche die Mißhandlung der eigenen Bürger „nach den Ueberlieferungen übler Art", die in jenen Ländern herrschen, wir wollen nicht sagen gestatten, aber doch nicht unmöglich machen. Man wird sich des Falles noch erinnern, daß vor einigen Jahren ein deutscher Reichsbürger israel. Confessio», welcher sechs Jahre lang unangefochten in Petersburg gelebt hatte, aus der zarifchen Residenz ausgewiesen wurde, weil die russische Polizei sich plötzlich des Verbotes erinnerte, daß in Petersburg keine Juden wohnen dürfen. Der deutsche Botschafter, Prinz