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Der Israelit · 1878-05-08 · Heft 19 (8.5.1878) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 19 (8.5.1878)
Date
1878-05-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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U444 XIX. Jahrgang. Zweite Beilage zu Ar. 19 -es Israelit. $eitung*na<bti<bten & Correspondenzen. Deutschland. Würgburg, 1. Mai. Schon lange habe ich Ihnen von hier keinen Bericht zugehen lassen und freuet es mich, heute eine Veranlassung zu haben, die für viele Leser des „Israelit" vom großen Interesse sein dürfte. Im Mai v. I. hatte die hiesige Cultusverwaltung beschlossen, die Gemeindestatuten einer Revision zu unterwerfen. Als Hauptaugenmerk war von der Verwaltung der § 17 der Statuten ausersehen, welcher bestimmt, „daß über alles Religiöse der Rabbiner zu entscheiden habe." Als die Statuten in der Gemeindeversammlung berathen wurden, ergab sich das Resultat, daß 41 Stimmen gegen die Beibehaltung dieses Paragraphen und 40 dafür waren. Es ist dies wohl Zeugniß genug von dem JndifferentismuS, daß bei einer so zahlreichen Gemeinde, wie die hiesige, nur 81 Stimmen abgegeben wurden. Gegen diesen Gemeindebeschluß erhob Herr Districtsrabbiner Bamberger hier Beschwerde i beim Stadt - Magistrat, welcher auch die Beschwerde dahin beschied, daß die Statuten den Beisatz erhalten müssen, daß in allen religiösen Angelegenheiten der Rabbiner zu befragen und nur dessen Entscheidung maßgebend ist. Gegen diesen Beschluß erhob die Verwaltung Beschwerde bei h. Kreisregierung, wurde jedoch unter Bestätigung des Magistrats- Beschlusses von gedachter h. Stelle abgewiesen. Hierbei konnte sich die Verwaltung nicht beruhigen und ergriff den Rekurs an das h. Staatsministerum, und dieser Tage traf die Entschließung desselben dahingehend ein, daß Magistrats- und Regierungs - Beschluß als vollständig gesetzlich begründet bestätigt worden und der betreffende Passus den neuen Statuten nach der vom Herrn Rabbiner vorgeschlagene Fassung bezüglich des Rechtes des Rabbiners angefügt werden muß. Selbstverständlich herrscht im Lager der Neologie hierüber große Bestürzung. Bei dieser Gelegenheit möchten wir die Gemeindemitglieder auf die im December d. Js. stattfindende Wahl der Verwaltung für die hiesige israel. Gemeinde schon heute aufmerksam machen. Ein energisches Zusammenwirken verhilft uns zum Siege, daß wir eine Verwaltung erhalten, die durch aufrichtige Religiösität und Interesse für's Judenthum zum Wohle der Gemeinde wirken möge. — Frankfurt a. M., 29. April. Den beiden Jubilaren Herrn I. Japhet und A. Baruch, Lehrer an der Unterrichtsanstalt der israelitischen Religionsgesellschaft, wurden gestern von dem Schulrathe, dem Lehrerkollegium in ovrporv, sowie den betreffenden Schülerklassen und Deputationen ehemaliger und gegenwärtiger Schüler und Schülerinnen die Glückwünsche nebst sinnigen reichen Geschenken zu deren Amtsjubiläum in feierlicher Weise überbracht. Der Direktor der Anstalt, Herr Dr. Hirsch, hob in kurzen, herzlichen Worten die Pflichttreue und unverdroffene Amtsthätigkeit der JubNare hervor, mit dem Wunsche, daß dieselben noch recht lange in ungeschwächter Kraft und ungestörter Gesundheit ihrem gegenwärtigen Wirkungskreise erhalten bleiben mögen. Zahlreiche Gratulanten erfreuten durch ihr Erscheinen die Jubilare, und so wird diesen dieser Tag stets in erfreulicher Erinnerung bleiben. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wie«. Bor Kurzem starb dahier HerrSalomon Ostersetzer. Demselben verdankten die Juden in Galizien die Aufhebung der Lichterzündungssteuer (Lichtpacht). Er selbst war Pächter dieser drückenden Steuer gewesen, und obgleich er durch diese Aufhebung materiell zu Grunde ging, wirkte er bei der Regierung für die Beseitigung derselben. (W. Jör.) Lemberg. Bor nicht langer Zeit hat sich unter den hiesigen Israeliten ein polnischer Verein gebildet, der es sich zur Aufgabe macht, das sociale und politische Verhältniß zwischen den Juden und Polen, daS hierzulande feit den letzten Jahren in Folge der destructiven Tendenzen eines andern Vereins ganz unleidlich geworden ist, erträglicher zu gestalten, andererseits aber die israelitische Bevölkerung vor den nachtheiligen Folgen

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