Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1878)
- Date
- 1878-05-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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432 Griechenland. Athen. Die hiesigen Blätter melden es mit einer Art Befriedigung, daß sich unter den Insurgenten in Thessalien und Makedonien auch mehrere Israeliten aus Griechenland und seinen Inseln befinden, deren Tapferkeit allgemeine Bewunderung errege. Drei derselben starben jüngst in der Schlacht bei Makrinitza den Heldentod und wurden mit allen militärischen Auszeichnungen auf dem Schlachtfeste selbst zur ewigen Ruhe gebettet. Am offenen Grabe betete ein griechischer Geistlicher für die Seelenruhe dieser drei Patrioten. Erwähnenswerth dürfte auch noch sein, daß unter den Liedern , mit denen die erwähnten Insurgenten sich zum Kampfe für ihr Vaterland begeistern, zwei der Feder des jüdisch-griechischen Dichters, Dr. Samuel Romani, entflossen sind, der als praktischer Arzt in Corfu lebt und zu den hervorragendsten neugriechischen Literaten gehört. Amerika. New-Nvrk. Ein amerikanisches Blatt meldet: In den New Aorker Armenhäusern sind 1427 Personen, worunter keine Juden, im Kinderasyl werden ION Kinder verpflegt, worunter kein jüd. Kind; im Arbeitshaufe sind von 1178 Gefangenen blos 7 Juden, im Stadtgefängniß von 485 Arrestanten 8 Juden, im Zuchthause unter 1110 Sträflingen 12 Juden, in den Spitalern befindet sich kein einziger Jude. Piladelphia, 30. März. Unter den hier bestehenden zehn Gemeinden ist die Kongregation nca* ’jpjn die einzige, in der man rav zu nrub und D'-ij/d und ebenso Montag und Donnerstag in der Synagoge betet. Von den Gebeten ist nichts gestrichen. Diese Gemeinde besteht erst 4 Jahre; ein Mitglied derselben fühlte sich durch das viele Reformiren in der Gemeinde fman mjj veranlaßt, vor 4 Jahren sich von derselben zu trennen, kaufte eine Synagoge für 25,000 Doll, und erließ einen Aufruf an die frommen Israeliten Philadelphias, und so entstand die Gemeinde rcx ’teot*. Sehr traurig sieht es hier in Amerika mit der Heranwachsenden Jugend aus, die meisten Knaben lernen nickt einmal hebr. lesen. Kurz vor der rrsö 13 engagil eit die Eltern einen Lehrer, der dem Knaben Alles, was er an dem Tage bedarf, lehren soll, und diese Eltern zählt man noch zu den Ncligiösen. Aber wie viele Knaben werden an dem Tage der mso vor die Thora gerufen und haben die no-a von einem Blatte, mit engl. Buchstaben beschrieben, abgelernt! Aber eine engl. Rede müssen sie vortragen, trotzdem sie nicht wissen, wo Gott wohnt. Wer ist schuld an diesen trauriges Verhältnissen? Ich brauche es Ihnen nicht zu sagen » Sie kennen diese Herren. Meine Gemeinde weiß Opfer zu bringen, um Religiösiiat in Gemeinde und Haus aufrecht zu erhalten, und die Kinder in Frömmigkeit erziehen und im Jüdischen unterrichten zu lassen. Rev. N. Ruzanowsky. Afrika. Maroeeo. In Marocco ist eine große Hungersnoth ausgebrochen. Das Korn ist sechsmal theurer als im vorigen Jahre. Unter diesen Umständen ist zu befürchten, daß die Ausschreitungen gegen die schutzlosen Juden immer heftiger werden. Die wilden und ausgehungerten Mauren find im Stande, jeden ihnen begegnenden Juden zu berauben und zu ermorden, und die Regierung zeigt sich zu schwach, um die Reisenden zu schützen. Möge Gottes schützende Hand über unsere armen Glaubensgenossen dieses Landes walten. (Jew. Chr.) Feuilleton. Esther Khiera. Eine historische Erzählung. XVIII. Im Dogenpalaste zu Venedig war großer Empfang; eine außerordentliche Gesandtschaft des türkischen Sultans war angelangt. Niemand wußte, was sie wollte; die widersprechendsten Gerüchte durchliefen die Stadt. Die Einen behaupteten, die Türken verlangten die Abtretung von Cypern, die Andern meinten, der Großherr biete der Republik ein Bündniß an, um gemeinsam die Spanier aus Unter-Italien zu vertreiben. Der außerordentliche türkische Gesandte, Astrachan Pey, überreichte dem Dogen seine Beglaubigungs-Schreiben. Nachdem der Secretär der Signora, Signor Dolphi, dieselben verlesen hatte, forderte der Doge den Gesandt«.n auf, seinen Auftrag kund zu geben. „Es ist," sagte der Gesandte, „dem Serail meines erhabenen Herrn eine Sclavin, Namens