Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1878)
- Date
- 1878-05-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. M 18 Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthnm. HerauSgegeben von vr. Lehman« in Mainz. Mittwoch, den 1. Mai 5638 (1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 2b Pfennige die Petitzelle oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifbaud oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitender Artikel: Zu Paraschath Kedoschim. Zeitungsnachrichten ynd Eorrespondeuzen: Deutschland: München. Fürch/Wdülsbach. Hamburg. — Oest.-Una. Monarchie: Wien. Lemberg. Au8 Dberrmgärn. ^- Italien: Rom. Rom. — Rumänien: Bukarest. — Frankreich: Paris. Paris. — England: London. — Türkei: Rustschuk. — Griechenland: Athen. — Amerika: New-Pork. Philadelphia. — Afrika: Marocco. — Feuilleton: Esther Chiera. Anhalt der erste« Beilage: Leitende Artikel: Jerobeams Separatismus und Reformjudenthum. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Licht und Schatten. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen : Oest.-Ungar. Monarchie: Wien. Pesth. — Griechenland: Corfu. — Leitender Artikel» Iu paraschath Kedoschim. Mainz, 26. April. „Und es redete der Ewige zu Moscheh wie folgt: Rede zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel und sage zu ihnen: Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich, der Ewige, euer Gott." Unsere Weisen erläutern den Begriff der Heiligkeit dahin, daß die Grundlage derselben die Sittenreinheit ist, und die Mutter der Sittenreinheit ist die Schamhaftigkeit. Rabbi Jehudah, der Fürst, dem man den Beinamen „der Heilige" gegeben, — das Judenthum ist sehr, sehr sparsam mit dieser Bezeichnung -- hat diesen Beinachetz nicht seiner großen Frömmigkeit, nicht seiner zenlosen Wohlthätigkeit, nicht seiner umfassenden Gelehrsamkeit, nicht seiner außergewöhnlichen Bescheidenheit, sondern lediglich dem hohen Grade von Schamhaftigkeit, der ihn beseelte, zu verdanken. — Kimchit, eine edle iSrael. Frau, die zur Zeit des zweiten Tempels lebte, hatte sieben Söhne, welche sammtlich die höchste und heiligste Würde, die Hohepriester - Würde, bekleideten *): man erachtete die hohe Würde der Söhne, durch die große Schamhaftigkeit, welche die Mutter auszeichnete, verursacht. Das Laster hat mancherlei Schmuck, in dem es sich brüstet, die Augen fesselt, die Sinne lüstern macht; die mächtigen Reizmittel'sind es, die den Menschen das Gift zu genießen verführen, das ihm in goldenen Schalen gereicht wird. ' Die Tugend hat keinen andern Reiz, durch den sie gefallen will, als ihre eigene Schönheit, und diese Schönheit wird erhöht durch den Schleier, welchen die Schamhaftigkeit um sie wirft; diese ist die heilige Wächterin jeder keuschen Empfindung. *) In Stellvertretung; der eigentliche Hohepriester hieß Irsch» ma«l ven Kimchith; von seinen Brüdern, die in Stellvertretung für ihn am Versöhnungstage fungirten, werden Jeschebob unv Joseph genannt. (Joma 47 a.)