Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1878-04-17 · Heft 16-17 (17.4.1878) · page 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 16-17 (17.4.1878)
Date
1878-04-17
Page
– (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447747-2447764--14858-2470783
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

419 nuovo zum Bardo und erlangte vom General Mohammed el Becuche, dem Leiter des Ministeriums des Aeußeren, nicht nur die Freilassung des unglücklichen Benzerti, sondern auch eine die Strafe der Bastonnade abschaffende Ordre. — Das Central-Comite hat an den verehrten General ein Dankschreiben gerichtet. Wiederholte Mordthaten sind an Israeliten von Marocco begangen worden, ohne daß die Polizei die Mörder verfolgte. Die Israeliten von Africa schreiben die Vorfälle, deren Opfer sie oft sind, theilweise den von den europäischen Negierungen ergriffenen Maßregeln zu, die darauf zielten, ihnen den officiellen Schutz zu entziehen. Das Central-Comitö hofft, daß die in Folge seiner Bemühungen den Ministern dieser Regierungen geschickten Instructionen die Wirkung dieser Maßregeln abschwächen und ihnen den officiellen Schutz durch einen officiösen ersetzen werde, den die Israeliten dieses Landes so nöthig brauchen, und daß das Wohlwollen der diplomatischen Agenten ihnen stets zur Hilfe bereit sein werde. Die Schulen der Alliance im Orient sind während des Krieges einer sehr peinlichen Probe ausgesetzt gewesen, haben aber dieselbe größtenteils ohne Nachtheil überwunden; nur die Schule von Widdin ist zu Anfang des Krieges und später auch die von Samacoff geschlossen worden; die beiden Schulen von Rustschuck, die in Folge des Bombardements geschlossen wurden, sind durch eine in Varna provisorisch eingerichtete Schule ersetzt worden. Alle andere Schulen der europäischen Türkei und namentlich Constantinopels sind nicht einen Augenblick in ihrem Fortgange unterbrochen worden. Das Bezirks Comitä der Türkei hat sogar in der letzten Zeit die Schule der Dardanellen eröffnen können, und wahrscheinlich wird auch die Einrichtung der projectirten Mädchenschule zu Galata gar nicht lange mehr auf sich warten lassen. Dank der Liberalität des H. Baron v. Hirsch, hat auch zu Salonichi das Hilfswerk für Handwerkslehrlinge gegründet und in Constantinopel zu gleichem Zwecke ein Comito definitiv organisirt werden können. Was Africa betrifft, so sind die maroccanischen Schulen geblieben, was sie waren; das C.- Comit« hofft nächstens in Tanger, mit Hilfe der dortigen Junta die Mädchenschule zu erweitern. Dasselbe freut sich, mittheilen zu können, daß eS bald auch in Tunis eine Knabenschule zu eröffnen gedenkt; das neugewählte Bezirks-Comitv daselbst entfaltet zu diesem Zwecke die löblichste Thätigkeit. Die Einnahmen im 2. Semester 1877 betrugen 62006 Fr., die Ausgaben 69591 Fr. Der Vermögensstand pro 31. Dezember 1877 weist die Summe von 92782 Fr. auf. Von der Stiftung des Herrn Baron v. Hirsch von einer Million Franken zur Ausbildung der israel. Jugend der Türkei wurden 26642 Fr. verausgabt. Für die türkischen Juden wurden vom Central-Cowits bis Febr. 1878 248632 Fr.; von H. S. Fernandes in Constantinopel 38615 Fr. und von H. Baruch Coen in Constantinopel 49660 Fr. gesammelt. Spanien. Madrid- Dem „Un. isr." wird von hier geschrieben: Es befinden sich dahier ungefähr 40 isr. Familien. Wie überall sind darunter Jndiffirente. auch einige. welche, die Vorurtheile des spanischen Volkes befürchtend, j-dem Streben und Wunsche, eine Gemeinde zu bilden, aus dem Wege gehen. Sie behaupten, daß dies zu rasch vorangegangen sein würde. Sollte man aber nicht darnach streben. zum Wenigsten ein bestimmtes Local zur Abhaltung eines Gottesdienstes in Besitz zu kommen? Mehrere unserer Glaubensgenossen dahier stehen in hohem Ansehen bei den höchsten Behörden. Diese könnten durch ihren Einfluß die von den Cortes proclamirte Gewissensfreiheit zur That bringen. 'Wir schließen uns, fügt „Un. isr." hinzu, unserm geehrten Correspondenten an, um die Israeliten in Madrid ernstlich zu bestimmen, alle Anstrengungen zu machen, auf daß der seit vier Jahrhunderten unterbrochene göttliche Cultus wieder errichtet werde. Sie werden damit eine heilige Pflicht erfüllen gegen die Märtyrer unseres Volkes, welche in dieser Stadt gelebt haben und gestorben sind zur Verherrlichung des Judenthums, und gegen die Religion Israels. welche durch die Inquisition aus Spanien verbannt ist. An unsere Glaubensgenossen dieses Landes ergeht besonders das Wort Gottes: Machet mir ein Heiligthum und ich werde auf's Neue unter Euch wohnen. Das würde wie der Errichtung des zweiten Tempels zu Jerusalem nach dem babylonischen Exile gleichen. Die Israeliten von Madrid können sich in unsrer Geschichte unsterblich machen, wenn sie den Manen der Heroen unseres Glaubens Satisfaction geben. Also ans Werk! Australien. Nach einer Statistik der Bevölkerung der Insel Neuseeland nach den verschiedenen Religionen wohnen daselbst 1215 Juden. Dieselben besitzen sechs Synagogen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.