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Der Israelit · 1878-03-13 · Heft 11 (13.3.1878) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 11 (13.3.1878)
Date
1878-03-13
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Armenversorgung, die bis dahin von verschiedenen Commissionen besorgt wurden, einer einzigen, der „Armencommilsion" übergeben. Diese Commission erstreckt ihre Wirksamkeit auf die Unterstützung verschämter Hausarmen, welche sich in momentaner drückender Nothlage befinden, auf Spenden an durchreisende Arme, auf die Vertheilung jener Spenden, welche von Privatparteien der Commission übergeben werden, um dem nur zu lästigen Hausbettel zu entgehen, (eine Einrichtung, von der nur zu wünschen wäre, daß sie größeren Anklang und größere Beteiligung nnter den Gemeindegliedern fände), ferner auf die rituelle Verköstigung an den Osterfeiertazen, am Rüst- und Auszangsabende des Versöhnungstages. Derselben ist auch die Vertheilung der Brennmaterialien an Notdürftige übertragen, sowie die Leitung der Bikur -Cholim-Anstalt, welche arme häuslich behandelte Kranken unentgeltlich mit den nöthigen Medikamenten versorat. Nebstbei begutachtet diese Commission auch alle Gesuche, welche an die Repräsentanz behufs Erlangung von Armenstiftungen, dauernder oder zeitweiliger Unterstützung gelangen. Unter der unmittelbaren Leitung der Repräsentanz selbst steht das Armeninstitut, welches ursprünglich als Asyl für Obdachlose begründet, nunmehr mit der Joachim Wien'schen Stiftung vereinigt, mehreren Männern und Frauenspersonen theils Nuturatwohnung, Heizung und Beleuchtung, mitunter aber auch die ganze oder blos die Feiertagskost liefert, theils größere.oder geringere vierteljährig wiederkehrende Miethzinsbeiträge an Bedürftige verabreicht. Eine eigene Commission erstreckt ihre Wirksamkeit auf fcte Besorgung von Passabedürfnissen. Sie bemüht sich, einerseits dem Publikum billige, gute und den rituellen Vorschriften vollkommen entsprechende Mazos zu liefern, anderseits den bedürftigeren Theil unserer Gemeindeangehörigen mit den nothwendigsten Passabedürfnissen unentgeltlich zu betheilen. Ihre Mittel und das Erträgniß der Mazos- ^bäckerei reichen nicht aus, dem Bedürfnisse zu genügen, weßhalb es wünschenswerth wäre, daß die Gemeindemitglieder dieses Institut dadurch wirksam unterstützen mochten, daß sie ihren Mazosbedarf von demselben beziehen, oder sich an den Jahressammlungen zahlreicher betheiligen möchten. Der Armenpflege kommen aber nicht blos die hier genannten Zweige, bezüglich deren auch die öffentliche Mildlhätigkeit in Anspruch genommen Wird, zu Gute, sie wird auch wesentlich gefördert durch Gemeindeanstalten und Stiftungen, welche entweder unter der unmittelbaren oder mittelbaren Leitung der Repräsentanz stehen. Wir erwähnen nur beispielsweise des isr. allg. Krankenhauses, der Babette v. Lämel'schen Versorgungsanstalt, des Jsak und Katharina Taussig*- schen Hospitals, des Simon v. Lämel'schen StiftungShauseS, anderer zahlreicher Stiftungen nicht zu gedenken. Körös - LadttNy. In dem Nachbarorte Dbwa-Wänyo ist eine große Talmud - Capacität, der im ganzen Lande weit und breit berühmte Ober¬ und Bezirks-Rabbiner, Herr Juda Meisner, unter großer Theilnahme der Orts- und Bezirks- Gemeinde-Mitglieder beerdigt worden. Vier Rabbiner, von P.-Lalany, Mezötür, Karczag und Tisza- Beö und vier Söhne und Schwiegersöhne haben Trauerreden gehalten. In ihm ist ein pmu und ‘pn:, ein große Stück ungarisches Israel zu Grabe gegangen. Er war 48 Jahre Rabbiner in genanntem Orte. Derselbe starb im Alter von 78 Jahren, hinterließ eine Wittwe und drei unmündige Kinder. Beim Leichenbegängniß wurden für dieselben circa fcOO fl. gesammelt. Rumänien. Bukarest (Bulletin der All. isr.) Dem C.- Comite sind folgende Mittheilungen über den Prozeß der unglückliche» Israeliten von Darabany zugegangen: Am Tage nach der Emeute, die am 3. Juni staitfand, ernannte das Gericht von Dorohoi, dem Hauptorte des Bezirks, eine Untersuchungscommission; als die Israeliten sich über diese Commission bei der Negierung beschwerten, kam eine neue Commission aus Bukarest 5 Tage nach der Emeute; außerdem wurde der Staatsanwalt Miasso Tasse als Inspektor zur Ueberwachung dieser Commission geschickt; und endlich kam noch 4 Tage nach Ankunft dieses Jnspectors der Staatsanwalt Balfchi- Tac. Die Untersuchung dauerte fast 1 Monat. Am 14. Juni, 10 Tage nach Ankunft der Commission, wurden Verhaftsbefehle gegen Frau Smaranda Cimara, als Anstifterin der Emeute, und gegen 37 Leute derselben unterzeichnet; Letztere wurden in Dorohoi gefangen gesetzt, während Frau Cimara sich durch Aerzte ein Krankheits-- attest ausstellen ließ. Eine von der Regierung ernannte medicinische Commission, bestehend aus Aerzten von Dorohoi, Bottuschan, Jassy und Bukarest, bestätigten das Zeugniß der ersten Aerzte; Fr. Cimara konnte in ihrem Schlosse bleiben, wurde aber als Gefangene von Soldaten bewacht. H. Gh. M. Cimara war einige Tage vor der

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