Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1878)
- Date
- 1878-03-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. Zweitr Leilage zu Nr. 10 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Hannover. Dem Rechenschaftsbericht über die Verwaltung des Wohlthätigkeitsvereins der Synagogengemeinde Hannover (Jtsr aeynp man DHDn o^in -npa) im 116. Jahre seines Bestehens - vom 1. Januar bis 31.December 1877 — entnehmen wir: Die Einnahmen betrugen 9179 M., die Ausgaberf 7565 M. Die Gesammteinnahme des Vereins beträgt 2032 M. weniger als im Vorjahre und ist selbst gegen die Durchschnittseinnahme der 5 Jahre von 1872—1876 über 1000 M. zurückgeblieben. Diesem Ausfall steht eine Mehrausgabe von ca. 540 M. gegen das Vorjahr gegenüber. Das disponible Vermögen des Ve^ eins beträgt, außer dem Cassenbestande, 55,500 M.; sämmtliche Obligationen zu pari gerechnet. Außerdem besitzt der Verein ein kleines Haus am alten Friedhöfe im Werthe von ca. 3000 M., und den halben Antheil an den Baulichkeiten auf dem neuen Friedhofe, wofür aus der Vereinskasse ca. 16,800 M. beigetragen sind. Der Verein hat ferner drei onso mit den dazu gehörigen silbernen Geräthschaften, einen neuen Leichenwagen, Mäntel, Grab - und sonstige Utensilien und eine silberne Armenbüchse. Im Jahre 1877 sind 14 Mitglieder neu ausgenommen; dagegen sind 6 gestorben und 2 weggezogen. Ende 1877 zählte der Verein 284 Mitglieder, 14 beitragende Wittwen und 2 Ehrenmitglieder. 42 Leichen sind 1877 auf unserm Friedhofe beerdigt. Zwei Leichen sind aus dem städtischen Krankenhause beerdigt. Zwei Männer, eine Frau und ein Mädchen waren aus Linden, ein Knabe aus Hainholz. Für fünf Leichen ist der Beerdigungsplatz bezahlt, neun sind auf Vereinskosten beerdigt. 8 reservirte Plätze für Ehegatten sind für 195 M. erworben. Zehn Kranke sind auf Vereinskosten im städtischen Krankenhause, bezw. in der Kinderheilanstalt und dem katholischen Stifte verpflegt, wovon 9 geheilt entlassen und 1 gestorben. Viele Andre sind auf eigne Kosten oder auf Kosten ihrer resp. Handwerkskassen oder der allgemeinen Armenverwaltung im Krankenhause uinergebracht, so daß wir für jetzt nicht in der Lage sind, die Zahl der daselbst verpflegten jüdischen Kranken genau anzugeben. Allen, die es verlangt, ist auf unsre Kosten ira Essen verabreicht. Etwa 1500 Recepte im Betrage von ca. 960 M. sind vom Vereine, nach Abzug eines angemessenen Rabattes, bezahlt. Vier hiesige Kranke haben regelmäßige monatliche Unterstützung erhalten, drei und vierzig außerdem je nach Bedürfniß. Vier Leidende haben Bäder bekommen, sieben Mineralbrunnen, vier Bruchbänder, und eine ist in ein Bad geschickt. — 253 durchreisende und im Lande wohnhafte arme Kranke haben Geldunterstützungen im Gesammtbetrage von 944 M. 40 Pf. erhalten. Der mit uns verbundene Verein zur Errichtung eines Kranken- und Altersversorgungshauses schreitet still aber beharrlich seinem Ziele entgegen. Auch im vorigen Jahre hat derselbe sein Vermögen um ca. 5000 M. vergrößert. Dasselbe betrug im Vorjahre, außer der ihm zugesagten Schenkung von 25,000 M., die Summe von 27,000 M., jetzt also ca. 32,000 M. Hnmbnrg. Ein Artikel des „Israelit" über den Gemeindebund, in welchem ein Paragraph des Schulchan Aruch über npns angeführt war, hat den Zorn zweier jüd. Blätter erregt, und nachdem sie den „Israelit" selbst, wie gewöhnlich, mit Schmähreden überhäuft haben, wird dann auch der „y"vu vorgenommen und seinem Inhalt von Herrn Philippson das Epitheton „nichtswürdig", von Herrn Treuenfels „verrottet" beigelegt. Weder fällt es uns ein, als Vertheidiger des n»p '"n auftreten zu wollen, der uns dies gegen solche Sippschaft sogar übel nehmen möchte, noch wollen wir uns des „Israelit" annehmen, der dies vollständig selbst besorgt, sondern nur einige Betrachtungen darüber anstellen. Das Gebaren' des Herrn Philippson nimmt Niemanden Wunder. Er, der Reformheld xar exoellenos, der früher die erste Violine spielte, sieht eine Stütze der Reform nach der andern brechen, den ganzen Reformschwindel tagtäglich mehr aufgedeckt, die Abonnentenzahl ab-