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Der Israelit · 1878-01-30 · Heft 5 (30.1.1878) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 5 (30.1.1878)
Date
1878-01-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Jtä 5 Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. HcrauSgcgcben von Vr. Lehman« in Mainz. Mittwoch, den 30. Januar 5638 (1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum.— Oesterxeichische Banknoten laut CourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt. Leitende Artikel: Ehre deinen Vater und deine Mutter. — Offenes Schreiben an die 8tLlus-guo-Gemeinden in Ungarn und Siebenbürgen. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Auerbach cm der Bergflr. Fürth. Memel, straßburg. Feuilleton: Esther Chiera. Auhatt der ersten Aeitage: Zeitungsnachrichten und Corresvöndenzen: Deutschland: Mühlhausen im Elf. — RumänienBukarest. — Feuilleton: Licht und Schatten. ' Anhalt der zweite» ISeitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Budapesth. Aus der Zips (Ung.). — Italien: Rom. Rom. — Frankreich; Paris. — Amerika: New-Aork. — Anhalt der Grtra-Zteikage. Spenden-Verzeichnisse. Leitende Artikel. re deinen Gäter und deine Mutter! Mainz. 18. Januar. II. Im ersten Capitel des Tractat Kidduschin haben unsere Weisen b“\ eine Reihe von Aussprüchen und Erzählungen gegeben, in welchen die Größe, Bedeutung und Erhabenheit der Pflicht, die Eltern zu ehren, dargelegt ist. „Gott hat die Liebe und Ehrerbietung, die man den Eltern schuldet, derjenigen gleichgestellt, die Er selbst von uns fordert." „Wenn die Menschen ihre Eltern ehren, so betrachtet es Gott, wie wenn Er selbst unter ihnen wohnt und von ihnen geehrt wird." „Es liegt in der Natur des Menschen, daß er die Mutter zärtlicher liebt, den Vater aber mehr fürchtet; Gott aber verlangt von uns, daß wir in gleicher Weise Vater und Mutter; Mutter und Vater lieben und fürchten." Dama den Nethina, ein Heide, war im Besitze eines Edelsteins, den man für den Efod des Hohenpriesters brauchte; man bot ihm eine ungeheure Summe; er aber verzichtete lieber auf den großen Bortheil, weil er seinen schlafenden Vater, der den Schlüssel zum Schmuckkästchen in Verwahrung hatte, nicht wecken wollte. — Derselbe saß einmal, mit goldgesticktem Oberkleide geschmückt, unter den Großen RomS; da kam seine geistesschwache*) Mutter, riß eS ihm ab, schlug ihm auf den Kopf und spuckte ihm inS Gesicht; er aber ertrug daS Alles geduldig. Wenn ein Heide so seine Ettern ehrt, dem eS nicht geboten ist, um wie viel mehr muß es der Jude thun!" — Rabbi Abimi, der Sohn des Rabbi Abahu, hatte fünf Söhne; nichts desto weniger ließ er feinen Vater von Niemandem bedienen; er selbst bediente ihn mit der größten Aufmerksamkeit und Zuvorkommenheit. Einst verlangte Rabbi Abahu ein Glas Wasser; Rabbi Abimi lief hin und holte es; als er zurückkam, war fein greiser Vater eingeschlummert; da blieb er vor dem Vater stehen *) Siehe Toßaphot zur Stelle.

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