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Der Israelit · 1878-01-16 · Heft 3 (16.1.1878) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 3 (16.1.1878)
Date
1878-01-16
Page
– (sequence 19)
Language
German
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65 sich) macht nicht unrein. und das Wasser nicht rein, aber nun hat bei Heilige, gelobt sei Er, gesprochen: Ich habe es als Gesetz festgesetzt, habe das Verhängniß ausgesprochen; Du hast kein Recht Dich über mein Verhängniß hinwegzusetzen, daS heißt es: Dieses ist das Gesetz der min" — direct der Gottheit unterstellt. Wie tief müssen unsere Weisen von der Achtung und Bedeutsamkeit des Ceremonialgesetzes durchdrungen gewesen sein, und wir begreifen nicht, wie man aus einem solchen Ausspruch folgern zu können glaube, sie hätten diesen Gesetzen nicht die Wichtigkeit und Unveränderlichkeit, anderer gesetzlicher Bestimmungen zuerkannt! S. 65 wird die Bedeutsamkeit der pp'm durch den Ausspruch R. Jehuda's dargethan, welcher sagt, daß ihre Bethätigung derjenige anstreben müsse, der ein Chasid sein wolle, und der Ausspruch Raba's, der den Sprüchen der Väter diese Bedeutung zuerkennt; der Talmud, fügt der Verf. bei, sagt dies von keinem andern Theil seiner Sammlung. Hier ist dem Verf. unbegreiflicher Weise entgangen , daß auf derselben Seite (B. K. 30a.) dasselbe von der Institution der Berachoth gesagt wird. Ein ähnlicher auffallender Jrrthum ist die Bemerkung (S. 16), daß die Thora die Ehescheidung nirgends direct, sondern nur zufällig zu Lev. 21, 7. u. Deutr. 24, 1. gelegentlich einer anderen Gesetzesbestimmung erwähnt, während letztere Stelle, den Gegenstand direct und aus-, schließlich behandlet. Schwerer als diese Bemerkungen fällt der Umstand in's Gewicht, daß wo die biblischen und! talmudischen civilgesetzlichen Bestimmungen in diesem Werke mit einander verglichen werden, den letzteren immer eine mildere Auffassung als den elfteren zuerkannt wird, obwohl überall die Bibeli stellen angeführt werden, aus denen die talmudische Auffassung in der Erklärung des Textes ihre Begründung findet; woraus doch mit Evidenz folgt, daß von einer gegensätzlichen, biblischen und talmudischen Auffassung gar nicht dte Rede sein kann. Sicherlich würde es den wissenschaftlichen Werth des vorliegenden Werks bedeutend erhöhen, wenn im Gegentheil darauf Bedacht genommen wäre, die talmudische Auffassung des Bibelworts in's richtige Licht zu setzen, woraus sich dann von selbst di? rechte Art und Weis? der Behandlung ergeben würde; und sollte es uns freuen, wenn der gelehrte Herr Verf. von dieser Anregung, bei der Fortsetzung seines Werkes, Nitiz nehmen würde. Jedenfalls sehen wir der Fortsetzung mit der vollen Aufmerksamkeit entgegen, die dieses Werk in so hohem Grade beanspruchen darf. E. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 15. Jan. Wir waren so glücklich, heute wiederum 1724 M. 67 Pf. für die Nothleidenden ic. im heiligen Lande an das Central- Comitö in Amsterdam zu senden. Die Summe der in diesem Jahre für die genannten Zwecke von uns gesammelten und übersandten Spenden betragt nunmehr 3577 M. 43 Pf. Die über alles Lob erhabene, nimmer ermüdende Wohlthätigkeit der geehrten Leser des „Israelit" hat uns in der jüngsten Zeit in den Stand gesetzt, fast von Woche zu Woche 1000 Gulden holl. C. nach Amsterdam zu senden; es schmerzt uns sehr, trotzdem immer wieder auf's Reue zur Wohlthätigkeit auffordern zu müssen. Die Berichte aus dem heiligen Lande lauten betrübend, herzzerreißend. So schreibt die in Jerusalem in hebräischer Sprache erscheinende Zeitschrift „Schaarv Zion", die uns soeben zukömmt: „Das Wehgeschrei der Hungernden steigt zum Himmel empor, der Jammer der Säuglinge, deren hungernden Müttern die Milch ausgegangen, dringt in unser Ohr." Wir wollen die wahrhaft herzerschütternden Schilderungen der genannten Zeitschrift nicht wiedergeben; wir wissen, wir haben genug gesagt, um das Mitleid der geehrten Leser anzuregen. Mögen sie Diejenigen, welche bisher noch nicht gespendet, veranlassen, den unglücklichen Brüdern im Lande der Väter zu Hilfe zu kommen. Hoffentlich steht der Friede in naher Aussicht; dann wird auch das Loos der Darbenden in Palästina sich besser gestalten. Das walte Gott! Mainz, 13. Januar. Der hiesige isr. Gemeindediener, Herr Daniel Lorch und seine Gattin feierten gestern das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Werthvolle Geschenke von Seiten der Gemeinde wie von Privaten bewiesen, in welch' hohem Grade sich das würdige Ehepaar der allgemeinen Achtung und Anerkennung erfreut Das Fest selbst wurde lediglich im engsten Familienkreise, in der Mitte der Kinder und einer großen Enkelschaar, gefeiert. Möge dem noch jugendlich rüstigen Ehepaar ein hohes und frohes Alter beschieden sein.

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