Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1878)
- Date
- 1878-01-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XIX. Jahrgang. M l Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. HerauSgegeben von Vr. Lehman» in Mainz. Mittwoch, den 2. Januar 5638-(1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Rückblick. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Grünstadt. Breslau. Kattowitz. Kattowitz. Memel. Aachen. — England: London. — Rußland: Petersburg. — Rumänien : — Hollands Amsterdam.. Amsterdam. — Feuilleton: Esther Chiera. Anstatt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Ueber die zum öffentlichen Gottesdienst nothwendige Zehnzahl (Minjau). Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oest.-Ung. Monarchie: Wien. Feuilleton: Licht und Schatten. Anstatt der zweiten Beilage; Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Frankfurt a. M. Schwabach. Breslau. Kolmar. — Oest.-Ung. Monarchie: Prag. — Leitender Artikel. Mückolrck. Mainz, 26. December 1877. Wenn wir auf die Ereignisse zurückblicken, welche die 52 Nummern des nunmehr vollendeten Jahrgangs begleitet und registrirt haben, so erhebt sich, trotz so manches Unerfreulichen, unser Herz in Dankbarkeit zu Gott für all' das Gute und Schöne, was Er auch im verflossenen Jahre gespendet, für all' die hocherfreulichen und herzerquickenden Dinge, die Er hat zu Tage treten lassen. Die große Noth im heiligen Lande, der entsetzliche Brand von Wilkomir, die furchtbaren Leiden unsrer Glaubensgenossen in Bulgarien, so traurig diese Thatsachen an und für sich auch sind, so erfreulich ist dock andrerseits die großartige Theilnahme und Hilie. die den Leidenden von allen Seiten zu Theil geworden. Es ist herzerfreuend zu sehen, wie der geehrte Leserkreis des .Israelit" stets und immer und wieder und unermüdlich spendet und sammelt. Die Zahlen, die wir von Zeit zu Zeit veröffentlichen, die umfangreichen Spendenlisten, die unsrer Zeitschrift so häufig beiliegen, sind die sprechendsten Beweise, daß die alten jüdischen Erbtugenden, des Mitleids, des Erbarmens, der Wohlthätigkeit auch unserm Geschlechte nicht abhanden gekommen sind. Das tröstet und erhebt, trotz so mancher trauriger Erfahrung. Es fehlt auch leider an traurigen Erfahrungen nicht. Wenn man sieht, wie in den Städten und in den Dörfern der Sabbat entweiht, die Speisegesetze verachtet, die Ehegesetze nicht mehr beachtet werden, wie der Abfall von Tage zu Tage sich mehrt, wie Kinder nicht in den Abrahamsbund ausgenommen werden, wie Knaben und Mädchen aufwachsen, ohne das Geringste von unsrer heiligen Religion zu erfahren — und das Alles, nachdem nach mehrtausendjährigen Leiden die Sonne der Freiheit kaum zu leuchten beginnt, so möchte man schier verzweifeln, und nur der Rückblick auf die Geschichte Israels vermag uns mit der Ueberzeugung zu durchdringen, daß trotz Allem der Kern