Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 52 (26.12.1877)
- Date
- 1877-12-26
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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1240 Herr Henriques, Sohn des Predigers der isr. Gemeinde zu Gothenburg, ist zum Professor am Polytechnikum zu Rorköping ernannt worden. (Arch. isr.) Türkei.! Corrftttntirropel, 13. Dec. Aus der Thron- > rede, mit welcher der Sultan heute das Parlament eröffnet hat. veröffentlichen wir folgenden Passus: »Ich fahre fort, die Mitwirkung und den Patriotismus von euch Allen in Anspruch zu nehmen, um unsere geheiligten Rechte zu wahren. Die Bildung der Bürgergarde, welche mit jedem Tage fortschreitet und sich ergänzt, und die Bereitwilligkeit» mit welcher unsere nichtmuselmänischen Unterthanen zur Theilnahme an dieser patriotischen Dienstleistung herbeieilen, sind für unsere Regierung ein Gegenstand wahrhafter Befriedigung. Indem die Verfassung die Rechte und die Immunitäten, in deren Genuß unsere nichtmuselmanischen Unterthanen sich befinden, bestätigt und bestärkt, bewilligt sie ihnen auch die Gleichheit der Rechte, welche zur Folge haben die Gleichheit der Pflichten. Es war denn auch natürlich, daß sie zum Militärdienste berufen wurden, welche die erst^ der Pflichten und die Grundlage der Gleichheit , selbst ist. Auch wurde das Bewußtsein ihrer Wichten, welches sie an den Tag legen, gebührt gewürdigt. und es wurde beschlossen, den p-chtmuselmanischen Bevölkerungen auch die andren Claffen unserer Armee zu eröffnen." Gottsr<mtittopel. Wie de/ „All. isr." aus Constantinopel gemeldet wird, M Lady Bundett- Cautts, die für'die Flüchtlinge von Kazanlik bereits früher schon 200 Pfd. St. gespendet hatte, nachträglich eine reiche Gade an dieselben gelangen lassen. Sie übermittelte nämlich 13 Ballen Stoffe diverser Art an das Eomit«, um die Flüchtlinge mit Kleidungsstücken zu versehen. Die erwähnte Lady ist bekanntlich eine der wohlthätigsten Damen Englands. P a l ä st i n q. Von Jerusalem erhalten wir fortwährend die betrübendften Nachrichten. Zwar ist wiederum segensreicher Regen niedergefaüen. so daß eine gute Ernte erhofft werden darf; allein die Theuerung, die Roth, die Brodlosigkeit haben dadurch für jetzt keine Abhilfe gefunden. Mögen unsere bedauernswerthen Glaubensgenossen im Lande der Väter Erbarmen finden bei Gott und Menschen, damit sie der schrecklichen Calamität nicht erliegen. Wir werden nächster %aq wieder eine größere Summe dorthin absenden./ A m f k a. „Jew. Mess." vera/e^icht einige Einzelheiten über die Bildung etni?/r. Gemeindin Panama (Südamerika). A/ d-n »-'flössen-» hohen Feiertagen wurde dänischen Vrceconsul, Herrn Phke, Gott<öd/nst abgehalten. Es waren etwa 40 Glauberrch/ossen zugegen. Herr Martinez leitete denstM; er hielt am Versöhnungsfest eine Predig. /Das isw, welches zum Neujahrsfest zu spF /»gekommen war, hat am Ausgange des di6 o" zum ersten Male in diesem Land seine pachtige Stimme hören lassen. Den Vorstand dr Gemeinde bilden die Herren Martinez, Jos,«/ Piza (dänischer Consul) und Isaak Brandon. Deutschland. Wtain$, 20. Dec. Von Berlin erhalten wir die Trauerbotschaft, daß Herr Oberrabbiner Dr. Lipschütz, ehemals Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinischen Landesrabbiner, vom Schauplatze seiner irdischen Thätigkeit abberufen ist worden. Rabbi Baruch Jizchak Lipschütz j/"j war einer der bedeutendsten Talmudgelehrten unsere^ Zeit. Ein Sohn des berühmten Rabbiners von Danzig, Rabbi Jisraöl Lipschütz Wf, des Verfassers des großartigen Mischnah - Commentars m«sn, stammte er aus einer der hervorragendsten Gelehrten-Familien, einer Familie, die nacheinander durch sechszehn Geschlechter sechszehn weltberühmte Talmudlehrer hervorgebracht hat. Der Verewigte schloß sich dieser langen Reihe großer Männer würdig an. Er vereinte eine große, ausgebreitete profane Gelehrsamkeit mit einem profunden, staunenswerthen talmudischen Wisfen, dem er schon in früher Jugend in dem großen, obengenannten Werke seines Vaters ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat, denn viele geistreiche Erklärungen in demselben verdanken dem nunmehr Dahingeschiedenen ihren Ursprung. — Noch fast ein Jüngling kam Dr. L. als Rabbiner nach Märkisch - Friedland; später wurde er als Grh. Landesrabbiner nach Schwerin in Mecklenburg berufen. In Schwerin hatten nacheinander Holdheim und Einhorn, fanatische Reformer, ihr Unwesen getrieben; Holdheim, der später in Berlin den Sabbat auf den Sonntag verlegte, Einhorn , der als Landesrabbiner gegen die Beschneidung schrieb; daß.hier der streng fromme Dr. Lip-