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Der Israelit · 1877-12-26 · Heft 52 (26.12.1877) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 52 (26.12.1877)
Date
1877-12-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVIII. Jahrgang. Zweite Beilage jn Nr. 52 -es Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Prricht. DaS Jndengemetzel irr Bulgarien Rede gehalten am 8. Tage des Lau'tzhüttenfestes von jDr. I. Holländer, Rabbiner zu Wreschen. Posen. Joseph Jolowicz. 1877. (Preis SO Pfennige.) So vielfach die unerhörten, an üaseren Glaubensgenossen in Bulgarien verübten Gräuel auch besprochen und beklagt wurden, wenige Ergüsse theilnehmender Bruderliebe können an Innigkeit und Entschiedenheit Demjenigen an die Veite gestellt werden, der uns in dieser Rede vorllegt. *— Sie ist auf Wunsch vieler Hörer der Oeffentlichkeit übergeben worden, und beabsichtigte der Verfasser, da der Reinertrag für die Roth unserer unglücklichen Glaubensgenossen in der Türkei bestimmt ist, einerseits auf diese Weise zur Linderung der Roth sein Scherflein beizusteuern, und anderseits, die deutschen Glaubensgenossen anzuregen, für die Verbesserung der Zustände unserer Brüder in den Dovauländern wirksamer als bisher eiazutreten. Man kann diese Rede nicht lesen, ohne daß dieser letztgenannte Zweck gefördert wird, weshalb wir sie angelegentlichst in der Hoffnung empfehlen, daß das materielle Scherflein, welches der Vers, aus dem Reinertrag zu spenden beabsichtigt, auf diese Weise ein recht ansehnlicher Beitrag werde. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin 18. Dec. In der heutigen Sitzung deS Abgeordnetenhauses wurde die Spezial-Berathung des Cultusetats begonnen. Zu Cap. 127 Tit. 15. — Zur Entschädigung der Geistlichen und Kirchenbeamten für den Ausfall an Stolgebühren nach Maßgabe des § 54 des Gesetzes vom 9. März *874 und des Allerhöchsten Erlasses vom 18. März *876: 500,000 M.— beantragt Windthorst (Meppen) hinter den Worten: „zur Entschädigung der Geistlichen und Kirchenbeamten" die Worte einzuschalten: „sowie der jüdischen Religionsdiener". I Rickert ersucht Namens der Budgetcommiffion I das Haus um Annahme des Antrages. Die Commission habe sich zunächst mit diesem Gegenstände nur bei Gelegenheit einer Petition des Rabbiners Dr. Meyer zu Hannover beschäftigt, welcher auSeinandergesetzt habe, daß er seit der Gültigkeit deS CivilstandsgesetzeS beträchtlich in seinem Einkommen geschädigt sei, da in Hannover die Rabbiner vordem das Recht der selbstständigen Eheschließung hatten. Cultusminister Dr. Falk hat gegen die Annahme des Antrages Windthorst nichts zu erinnern. DaS HauS nimmt den Antrag Windthorst an und erklärt zugleich die Petition des Rabbiner Meyer für erledigt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pesth. Ein in Pesth geborner, in Wien bei einer Versicherungsgesellschaft angestellter Jsraelite hatte eine Katholikin, die zum Judenthume übergetreten war, geheirathet. Dieser Ehe entstammen zwei Kinder, die natürlich in die jüdischen Matriken eingetragen worden sind. Derselbe Beamte wurde nach Pesth versetzt, wo er zu feinem Schrekken erfuhr, daßnach einem Ministerial-Erlaß seine Ehe mit einer zum Judenthum übergetretenen Katholikin als ungiltig und seine Kinder als uneheliche betrachtet werden. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als feine Entlassung aus dem ungarischen Staatsverbande zu bewirken, und in Oesterreich sich als Bürger ausnehmen zu lassen. (Pesth. jüd. Zeit.) Frankreich. tßati#, 19. Dec. 24 ehemalige Unterpräfekten , dezw. Generalsekretäre sind zu Präfekten ernannt worden. Unter denselben befindet sich Herr Löon Cohn, Sohn des verstorbenen Dr. Albert Cohn, ehemaliger Direktor der „Correspondevce Räpublicaine" und zuletzt Kabinetschef des Ministers des Innern Jules Simon. Schwede». Stockholm. In einer und derselben iSrael. Familie in hiesiger Stadt wurde an einem Tage eine goldene und silberne Hochzeit und die Hochzeit eines Enkels gefeiert.

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