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Der Israelit · 1877-12-19 · Heft 51 (19.12.1877) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 51 (19.12.1877)
Date
1877-12-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1215 fischen Soldaten gegenüber den Juden, mit Ausnahme einiger Ausschreitungen seitens einiger Kosaken , lobenswerthe Anerkennung. Zum Theile mag dies dem Umstande zu verdanken sein, daß der Russe sich mit dem Rumänen nickt verständigen konnte, wodurch kein Gedankenaustausch möglich war; daher jene absurden Märchen von jüdischen Geldsendungen an die Türken, so wie von den angeblichen Gebeten in den Synagogen für das Waffenglück der Türken, unter den Russen keine Verbreitung finden konnten. Hingegen konnten'die Russen sich mit einem großen Theil der hiesigen Juden, bei denen sie großtentheilS einquartirt waren, ziemlich gut verständigen, da ein großer Theil derselben theils russich, theils eine andere slavische Sprache versteht. Durch ihr freundliches Entgegenkommen den einquartirten Soldaten gegenüber, entstand zuweilen ein freundschaftliches Verhaltniß derart. daß ich sehr oft die Soldaten häusliche Dienstleistungen verrichten sah. Beim Ausbruche des Krieges bildeten sich in Rumänien Gesellschaften zur Unterstützung verwundeter Krieger. In Jassy thaten sich sie christlichen Damen höherer Gesellschaft zusammen, um eine Feldambulanz zu errichten, und erließen einen öffentlichen Aufruf zum Beitritte an alle rumänische Frauen. In einer der Sitzungen des Damen- Comitös wurde die Frage aufgeworfen, ob auch jüdischen Damen der Beitritt gestattet sei. Die noblen Rumänen, welche auf ihren Excursionen zu Geldsammlungen die einfließenden, bedeutenden, jüdischen Summen nicht verschmähten, konnten sich nur sehr schwer dazu entschließen, jüdische Damen in ihre Mitte aufzunehmen. Erst nachdem durch die active Teilnahme der rumänischen Armee am Kriege die vermehrte Anzahl der Verwundeten größere Summen erforderlich machte«, entschloß sich der Dameuverein 4 jüdische Damen ins delegirenhe Comitv aufzunehmen, und zugleich jenen Paragraph der Bereinsstatuten, vermöge welchen jede Dame, die einen Beitrag von 6 FrcS. monatlich beisteuert, stimmberechtigt ist. auch auf die jüdischen Frauen auszudehnen. Bevor noch das berühmte, geistreiche Drama ,Verein zapieczetowany" eine Uebersetzung ins Rumänische erlebt hätte, huldigen die Rumänen also auf dem daselbst ausgesprochenen erhabenen Grundsctze: Kiedy bioda, to do zyda. Durch dieses Factum hat der Judenhaß der Rumänen gewissermaßen eine schwache Seite gezeigt. Es ist nämlich dadurch der Beweis geliefert, daß selbst zur Zeit der Herrschaft der „rothen Parthei" im Lande, der Judenhaß nicht gar so unüberwindlich ist. Aber bei diesen Leistungen blieben die rumänischen Juden nicht stehen. In Folge eines Aufrufes der Brüderschaft „Zion", entstanden zwei Institute zum Wohle verwundeter Krieger. Eine Ambulanz vom Zionsfond eingerichtet und unterhalten. führt öffentlich den Namen dieser Brüderschaft. In Jassy constituirten wir uns zu einem Comitö von 2l Mitgliedern (bestehend aus Banquiers und Aerzten), welches die Mittel für die Einrichtung eines Feldspitals in Coteoceni bei Bucareft herbeischaffte, dessen Erhaltung zum weitaus größten Theile von den Beitragen der Mitglieder des Comites selbst bestritten wird. Diese beiden jüdischen Institute sind öffentlich als unter die schönsten ihres Gleichen gerühmt worden. Herr Josef Leib Goldenthal offerirte der Regierung ein aus eigenen Mitteln für ein Siechenhaus hergerichtetss Gebäude auf 6 Monate zum Gebrauche für ein Spital. (Lemb. Jsr.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. ie zweite Lehrerstelle an unserer dreiclassigen Religionsschule, an welcher nur Hebräisch gelehrt wird, ist vacant und soll baldmöglichst besetzt werden. Gehalt 1200 Mk. jährlich, welches bei zufriedenstellenden Leistungen in Zwiscyenräumen von 3 zu 3 Jahren um!50 Mk. jährlich erhöht werden soll. Geprüfte Lehrer, welche im Hebräischen tüchtig sind, «ollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bei dem Unterzeichneten schriftlich melden. Pleschen, den 6. Dec. 1877. Der Vorstand der jüdischen Corporation. 32461 (gez.) Joachim.

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