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Der Israelit · 1877-12-12 · Heft 50 (12.12.1877) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 50 (12.12.1877)
Date
1877-12-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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1192 tentiret? Ich Hab' Ihm ja schon taufend Thaler zugesagt, und dabei soll'S bleiben!" „Der Herr Keenig sind sehr gietig!" sagte Reb Mansche wieder, sich tief verbeugend; ,.aS der Herr Keenig mer haben geschenkt 10U0 Thaler extra, macht es mit die 500, die ich mir erbitte als Nummer drai, gerade netto Lumina Summelmarinm {jufammen fusßehnhundert Thaler." „Ach fooo!" sagte der König ein Bischen gedehnt. ..Ich sehe, Er kann rechnen. Mansche! — Weiter." „Reb Jtzig Baruch in Posen, waS hat geheirath't maine Tochter Esther, und was laiht auf Pfänder, möcht' ich den Herrn Keenig bitten, daß er'n läßt kommen auch nach Berlin, un ihm erlaubt, ßu laihen auf Pfänder ganz billig und sehr reehl. —" u . „Gut," sagte der König ein Bischen verdrießlich. „Ich ästimire solche allairs nicht sehr vor meine Unterthanen, — aber ich hab's Ihm xromettiret, und sein Reb Jtzig soll kommen. Er soll auch ein Haus haben. Aber er darf mir nicht entrexrsniren solche Chosen mit meinen Offiziers! Verstanden P" „Der Herr Keenig sind sehr gietig!" sagte Reb Mansche, sich tief verbeugend, „und as der Herr Keenig nich winschen, daß Reb Jtzig macht Geschäftchens mit de Herren Offßiere, möcht' ich bitten gietigst um de Erlaubniß fer mir, ßu helfen de Herren Leutenants, was sind in Verlegenheit, ganz billig — ganz billig und sehr reehl. „gacrs!" brummte der König ärgerlich in den Bart, den er nicht hatte. Dann setzte er laut hinzu: „Er hat nun m'al meine königliche Parole, und ich wiü's Jbm zugestehen." „Der Herr Keenig sind sehr gietig," sagte Mansche mit tiefer Verbeugung, „un — un as der Herr Keenig sind so gietig, macht' ich gern bitten, daß er mer möchte gewähren noch aine anßigs Bitte. —" „Das ist Numero sechs!" brauste der König auf, „so haben wir nicht pactiret, Müsse Reb Mansche! Ich Hab' genug von Seinen goudaits! „Noch aine klaine als Agio fer's Kapital," bat Mansche mit einem pfiffigen Lächeln, „blos noch aine ganz klaine, was iS blos'n Vergniegrn fer mir. un was kost'r kain Geld. —" "Augestanden!" brummte der alte Fritz, um ihn los zu werden; „aber wohl gemerkt: das Letzte, Mansche! Nun, was soll's sein?" „As ich noch nie bin gewesen ä Keenig, hob' ich mer oft gedacht: wie muß sein ßu Muth ä Keenig? Hib' ich's gekünnt sagen? Nischt hob ich's gekünnt! Un wie heut' Morgen der Keenig haben gelegen versteckt auf'n Strohsack von main Bett, un de Panduren sind gestanden derneben un haben gesucht nach'« Herrn Keenig, hob' ich geßittert mit alle Glieder, un hob' ich mer wieder gedacht: Gott, wie muß sain ßu Muth einen Herrn Keenig! Un als nischt is gepassiret, un der Herr Keenig is glicklich gewesen dervon, hob' ich mer gedacht, Du wirst fragen den Herrn Keenig: Herr Keenig, wie is Ihnen gewesen ßu Muth — un nu möcht' ich Ihnen gern bitten, daß Se's mer sagen, wie es Ihnen is gewesen ßu Muth derbei." Einen Augenblick sah der alte Fritze den neugierigen Mansche schweigend an; dann aber zog sich ein Gewitter auf seiner Stirn zusammen, daß Reb Mausche erschrocken zurückwich, und er stieß mit seinem Krückstöcke in den Boden, daß der helle Sand emporwirbelte. „Donner und Laudon!" fuhr er auf. „Treibt der Kerl sein Plaisir mit mir? Wagt er, sich über meine dermalige Situation zu moquiren? Ordonnanz, herein — nehmt den Juden fest — hängt ihn auf, sofort!" „Was, was!" zeterte Reb Mausche entsetztauf. „Hob' ich doch gerettet den Herrn Keenig un hob'n versteckt uf mainen Stroh . . . „Maul gehalten!" donnerte der König ihn an; „Maul gehalten, oder ich lasse Ihn knebeln! Ordonnanz, fort — der Jude wird gehängt!" Und ärgerlich stampfte der König von dannen. Der Galgen war bald errichtet. Weiß der Himmel, was die Leute damals für eine Fertigkeit darin besaßen, Galgen zu errichten und auch gleich das geeignete Material dazu zu finden! In einer halben Stunde war der Galgen fertig. und Reb Mausche, dem all' sein Zetern und Jammern Nichts halfen, stand mit der Schlinge um den Hals darunter. Soeben trat gerade der alte Fritze aus seinem Zelte und schritt' unwirsch auf die Gruppe zu. „Wie, ist der Malefikant noch nicht abgethan?" sagte er barsch. „Fertig gemacht — ich werde commandiren — bei Drei zieht ihn hoch. Eins —" „Herr Keenig!" jammerte Reb Mansche. , Zwei —" „Majestät, is es Ihr Ernst?" „He, Mausche," unterbrach sich der König, „wie ist Dir zu Muth?" „Wie es ist gewesen dem Herrn Keenig ßu Muth, als er is gelegen in main Bett uf'n Strohsack un de Panduren sind gekommen an's Bett und hoben gesucht nach Ihm!" brüllte Reb Mausche entsetzt. „Laßt ihn los — er ist pardonniret!" befahl

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