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Der Israelit · 1877-12-05 · Heft 49 (5.12.1877) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 49 (5.12.1877)
Date
1877-12-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XVlIi. Jahrgang. Zweite öeiiage )n Nr. 49 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Die hiesige israel. Allianz hat folgendes Schreiben erhalten: Constantinopel, 14. Nov. 1877. Herr Präsident! Wir beehren uns, Ihnen den Empfang Ihres Telegrammes vom 5. c. und Ihres Schreibens vom I. o. zu bestätigen. Es war für uns höchst erfreulich, conftatiren zu können, daß den armen isr. Flüchtlingen seit ihrem Eintreffen in Bukarest eine vortreffliche Behandlung zu Theil geworden, und daß sie auf ihrer Reise nach Constantinopel in allen Städten, wo sic Aufenthalt genommen, von ihren Glaubensgenossen mit der größten Herzlichkeit ausgenommen worden sind, welche miteinander wetteiferten in dem liebevollen Streben, ihnen Lebensmittel. Kleidung und Geld herberzuschaffen. Die Israeliten in Constantinopel sind in diesem Streben nicht gegen die anderen zurückgeblieben, und das Comire der Allianz war in der angenehmen Lage, ihnen Gelegenheit zu geben, ihre Großherzigkeit an den Tag zu legen. Mehrere Notabeln der Gemeinde begaben sich zum Empfang der unglücklichen Reisenden auf das Schiff. Viele Leute erwarteten sie am Hafen und strikten sich um die Ehre, die Einen ihr Gepäck, die Anderen ihre Kinder zu tragen. Man führte sie alle in die Synagoge zu Galata, wo eine Andacht veranstaltet war, und wo der verehrungswürdige Herr Veneziani und mehrere Mitglieder des Comite's sie erwarteten. In der Synagoge befand sich bereits der Chacham Baschi, der sie willkommen hieß und einige herzliche Worte an sie richtete, in denen er nicht unterließ, in rührenden Worten der Allianz und unserer Finanzgrößen zu gedenken. Nach dieser kurzen Feier und nachdem die Reisenden eine Mahlzeit eingenommen hatten, traten die Vorsteher der verschiedenen Stadttheile mit der Bitte an uns heran, wir mögen gestatten, daß sie die Unglücklichen, deren Mehrzahl Frauen und Kinder waren, bei sich beherbergen. Wir können ohne Uebertreibung sagen, daß man sie uns förmlich aus den Händen gerissen hat. Wir haben noch nie in Constantinopel eine ähnliche Begeisterung für ein Werk der Mildthätigkeit gesehen. Wir hatten die Absicht, die Flüchtlinge in möglichst kurzer Zeit nach Adrianopel zu dirigiren, zu welchem Behufe bereits alle Vorkehrungen getroffen waren; — Adrianovel kann als die erste Etappe betrachtet werden, die nach Kasanlik führt; — aber in Folge einer Mittheilung, die uns von hoher Stelle zugegangen, halten wir es für rathfem, die Abreise der Flüchtlinge nach Adrianopel noch aufzuschieben. Wir trachten. sie provisorisch hier unterzudringen und ihnen eine wöchentliche Unterstützung zu geben. Allerdings widersetzen wir uns nicht der Abreise Derjenigen. die darauf beharren . sich mir ihren Familien in Adrianopel in Verbindung zu setzen. Genehmigen Sie, Herr Präsident rc. Für das Comitö: Der Secretär: Der Vice-Präsident: F. Bloch. S. Fernandcz in.p. An den Präsidentkn der „Israel. Allianz" zu Wien: Herrn Josef Ritter von Wertheimer. (W. Neuz.) Rumänien. Bukarest, 29. Nov. Einer Meldung der „Presse" zufolge wurde der rumänische Justizmiirister durch Beschluß des Ministe: rathes beauftragt, einen Gesetzentwurf auszuarbeiten. nach welchem alle rumänischen Juden gleich jüdischen Angehörigen der Vertragsstaaten städtischen Grundbesitz erlangen können. Frankreich. Paris. (Bericht der „All. Isr. Un." vom 1. Semester 1877. — Fortsetzung.) Ich logirte in einem von H. Meier Sabeh bewohnten Hause, an den ich von dem Präsidenten der Alliance in Mogador empfohlen worden war. In Folge der stetigen Abnahme der Bevölkerung des Mellah sind die Quartiere in demselben sehr billig; die Meisten, die wegen der Mißhandlungen Seitens der Verwaltung von dort wegziehen, lassen sich in den Küstenstädten nieder, wo die Anwesenheit der europäischen Agenten sie vor Verfolgungen schützt, während der Rest dieser Aus-

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