Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1877)
- Date
- 1877-11-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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1156 worden, weshalb die Angabe, daß dieselben eine Denkschrift überreichten, in welcher „die Rabbinen Böhmens" etwas erbitten, unrichtig ist, und die Zahl der Rabbinen angegeben sein sollte, welche der von den beiden genannten Herren überreichten Petition beigetreten sind. Türkei. Konsta«ti«opel. Zwei Juden, JsakovicS und Javer Baruch ans Serajewo und zwei Römisch-Katholische, Pero Sagia und Churchia aus Travnik werden in dieser Wocye als Vertreter Bosniens im Parlament nach Stambul reisen. Noch sind keine Türken erwählt worden und die zwei Drittel der Bevölkerung bildenden Griechisch-Katholischen sind in dem Parlament überhaupt nicht vertreten. Asien. Bokary. Die drei mittel-asiatischen Khanate Khiwa. Bokhara und Khokand scheinen im 11. Jahrhundert unserer Zeitrechnung das asiatische Eldorado der Juden gewesen zu sein, denn mit Ausnahme der Provinz El-Jemen im südlichen Arabien findet sich in ganz Asien keine Gegend, die eine solche zahlreiche und» dabei zugleich wohlhabende jüdische Bevölkerung aufzuweisen hätte. Wie die drei genannten Khanate. So besitzt das Khanat Khiwa mehrere jüdische Gemeinden, wovon die in der Hauptstadt des Landes die zahlreichste ist, die sogar mit Astrachan und Täbris ia Persien in Handelsverbindung steht. Nicht minder zahlreich sind sie im Khanate Bokhara, wo in der gleichnamigen Hauptstadt allein bei 9000 Juden wohnen, die 14 Synagogen besitzen und notorisch die besten und größten Seidenfabrikanten und Edelsteinhändler Mittel-Asiens sind. Die jüdische Gemeinde in der Hauptstadt Khokand selbst ist das ultima Thule der Kinder Israels in Mittel-Asien, da östlich, nördlich und südlich über diese Stadt hinaus in ganz Asien mehr kein Jude anzutreffen Ist. Ihre Muttersprache ist heute das Tadschik, doch sprechen sie fast alle nebst dem Hebräischen auch das Türkische, das in Mittel-Asien sehr verbreitet ist und noch iu Kaschgar verstanden wird. Ihr Ritus gleicht vollständig dem der Juden in Bokhara. Ueberhaupt scheint die jüdische Gemeinde in letzterer Stadt in Bezug auf religiöse Angelegenheiten die tonangebende, denn in den Gebetbüchern der letzteren findet sich sehr oft der Passus: „So ist der Gebrauch in der heiligen Gemeinde Bokhara, die bis zur Ankunft des Messias fortdauern möge!" Der Haupterwerbszweig der Juden in der Stadt Khokand ist der Edelstein» und der Speditionshandel, und soll es daselbst jüdische Geschäftshäuser geben, die mit dem Innern Chinas in geschäftlichen Verbindungen stehen. Jacub Beg, der letzthin verstorbene Beherrscher von Kaschgar. hätte es sehr gern gesehen, wenn sich einige 'jüdische Familien aus Khokand in seiner Hauptstadt niedergelassen hätten, doch der Rabbiner in letzterer Stadt beschwor seine Gemeinde - Angehörigen, nie in das Land der „Schwarzen" (Chinesen) zu gehen und sich daselbst zu verunreinigen. Bemrrkenswerth ist noch, daß die Juden in Khokand das Postwesen in diesem Lande eingeführt haben und betrieben sie es auch bis zur Annexion des Khanats durch die Russen." k N ZJSJJ5 E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Leder - Branche! Ein mit den besten Zeugnissen versehener junger Mann, welcher in Kürze seine Lehrzeit in einem Ledergeschäfte beendet, sucht unter bescheidenen Ansprüchen bis 1. Februar oder auch sofort als Commis in derselben Branche Stellung. Gefall. Offerten beliebe man unter Chiffre 8. J. Nr. 3157 an die Exped. d. Bl. zu richten. in junger Mann, seit mehreren Jahren im Comptoir thÄig, sucht in einem Fell - oder Ledergeschäft, das Feiertage geschlossen, eventuell als Volootair Stellung. Beste Referenzen. — Offerten an A. Goldschmidt, Buchhandl.Hambnrg.