Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1877)
- Date
- 1877-10-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XVIII. Jahrgang. M »S Der Israelit. - E i n \ Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. - Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 17. October 5638 (1877). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 26 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 18 ReichS-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. S « h a r t. Leitende Artikel: Abraham. — Noch ein Reform - Rabbiner als Talmud-Bertheidiger. Zeitungsnachrichten und Corresyondenzen: Deutschland: Mainz. Fulda. — Frankreich: Paris. — Feuilleton; Licht Und Schatten. Inhalt der ersten ZSeikage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Aus Cöln. Feuilleton: David Leb Magdeburger. Inhalt der zweite« Freilager Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Frankreich: Nizza. — Rumänien: Bukarest. Bukarest. — Inhalt der Krtra-Weitage. Spenden-Verzeichnisse. Leitende Artikel. Abraham. Mainz, io. October. Es ist ein eigenthümlich sonniges Gefühl, das sich unsrer Herzen bemächtigt, da wir mit Paraschath „Lech lecha" die Geschichte Abrahams zu lesen beginnen. Die Erzählung von den ersten Menschen hat wenig Erfreuliches. Sünde, Brudermord, Götzendienst, stets zunehmende Verwilderung, Gewaltthätigkeit und Entsittlichung, bis das ganze Menschengeschlecht mit Ausnahme einer Familie der Vernichtung anheimfällt, auL der geretteten Familie ein Geschlecht entstehend, welches thöricht genug ist, einen Thurm bauen zu wollen, um mit Gott im Himmel Krieg zu führe» — das sind die traurigen Bilder, welche die ersten Blätter der Geschichte uns entrollen. Jetzt aber ruht unser Blick freudig auf Abraham, dem Manne, der inmitten einer heidnischen Welt den einzigen Gott erkennt, Seinen heiligen Namen verkündet und Seinen Geboten mit ganzen Herzen und ganzer Seele gehorsam ist. Durch schwierige Lagen, durch eine Reihe schwerer Versuchungen, durch gewaltige Kämpfe führte Gott den Stammvater unseres Volkes, und dieser verzweifelte in keiner noch so mißlichen Lage, unterlaß keiner noch so herben Versuchung und obsiegte in all den furchtbaren Kämpfen, und mehr als das: als Gott seinen treuen Diener mit der Fülle des Reichthums segnete, da betrachtete Abraham diese Güter nicht als seinen eigenen, wohlerworbenen Besitz, er betrachtete sie als ein Darlehen aus der Hand des Gebieters der Welt, als ein Mittel sich und Andere vollkommner und glücklicher zu machen. Abraham hielt ein offenes Hans; jeden Wanderer lud er zur Einkehr ein, erquickte und beschenkte ihn reichlich, und wenn dem gastlichen Hausherrn Dank gespendet werden saflte, so sprach er: „Nicht mir danket, sondern dem''allmächtigen Gotte, der mich zum Verwalter ' eingesetzt über die irdischen Güter, welche Seine Gnade mir gespendet."