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Der Israelit · 1877-10-10 · Heft 41 (10.10.1877) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 41 (10.10.1877)
Date
1877-10-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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989 gen, — das hätte dem armen Tropf das Herz abgedrückt, t% schwebte in einem unangenehmen Dilemma. ,,Excellenzleben" murmelte er halblaut nach einem Mittelwege tastend „am Versöhnungstag, bei Nacht .... hm! — am Neujahr bläst man erst dreißigmal, dann zwölfmrl, das sind im Ganzen zweiundvierzigmal, das steht vor die Mühe — aber am Schluffe des V rsöhnungstages — bu uh! — ein Blas — un avä is! — das steht mir nit vor die Müh! .... Wissen Sie was, Excellenzleben. sein Sie gesnnd und stark, — ich dank Ihnen tausendmal für Ihre Mühe! — soll blasen wer will — ich nit!" „Aber" schrie der Oberstburggraf ärgerlich: „er ist ja nicht gescheut! wenn er das Hörndl in der Hand hat, dann kann er ja blasen so lange er will! — Saperlot Mann! — Wer die Macht hat, hat das Recht, doati posssssores sagen die Lateiner." „E guten Tag un e gut Jahr," schrie jetzt Magdeburger kirschbraun vor Zorn, den Oberstburggrafen jäh unterbrechend, und ohne das Zeichen, das die Audienz schloß, abzuwarten, machte er eine Verbeugung und verließ inngrimmig das oberstburggräfliche Bureau. Magdeburger war tief und bitter gekränkt. „Wie werden die Leute über den dummen Kundschafter lachen." Sie rechnen aus meine Güt, dachte er. wenn auch vielleicht mit andern Worten als ich seine Gedanken wiedererzähle, „ich werde auch diesen unverdienten Spott tragen, ohne mich zu rächen, ohne ihnen zu vergelten." Es war ein bitteres quälendes Gefühl, das an dem Herzen des eitlen, aber wackeren Mannes nagte. In denk Momente schien ihm'S, als ob er in dem Kreise seiner Glaubensgenossen, zu ewiger Niedrigkeit vernrtheilt sei. Er war ein unwissender, ungebildeter Mensch, und es fühlte dies Niemand schmerzlicher und härter als er selbst. aber hatten nicht auch andere, die auch unwissend und ungebildet waren durch Reichthum irgend eine Stelle im Schooße der Gemeinde gewonnen? — Und er, er war — das sah selbst der dumme David Leb ein, — doch der Günstling des ersten Mannes im Lande, und selbst die Huld des allgewaltigen Herrn sollte nicht im Stande sein, irgend einen verschönenden Strahl des Glanzes über sein freude- und zweckloses Leben huschen zu lassen. — In diesen traurigen Gedanken war er bis in die Mitte des kleinseitner Ringen gelangt, hier blieb er plötzlich stehen. Er hatte einen gewaltigen Entschluß gefaßt und schon dieser wirkte beruhigend auf ihn ein, und es schien ihm als wenn?>as kochende Blut in seinen Adern verkühlte und langsamer zu rollen begann Er verlieh seinem dreieckigen Hute mit einer raschen Handbewegung einen kühnen Schwung, daß dieser unternehmend auf seinem linken Öhr zu sitzen kam, setzte den Stock fest auf die Erde, stemmte die Linke in die Hüfte. „Nokem fein1) will ich mich nit," sprach er laut, „aber dem Herrn Primator Frankl will ich wenigstens meine Meinung sagen, ehrlich und recht! will ihm erzählen , wie mich Reb Schmul Thorsch behandelt hat." (Fortsetzung folgt.) 1) rächen. A N Z E I G E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Möbel. Ein tüchtiger (noch unverheiratheter) Mohel beabsichtigt sich in einer Gegend mederzulaffen, wo es an einem solchen fehlt. Gef. Mittheilungen an die Exped. d. Bl. unter Nr. 2ö26. c^ür mein Manufactur-, Damen-Confections-, Weißwaaren- und Wäsche-Geschäft, suche ich per alsbald zwei Lehrlinge, welche mit den nöthigen Schulkenntniffen versehen sein müssen. 2523) Leopold Cschwege, Fulda. ^ür mein Tuch- und Confectionsgeschäft suche ich O einen Lehrling aus guter Familie mit guten Schulkenntnissen. Kost und Kogis im Hause, nzntr D"’i streng geschloffen. Hirsch Stern, 2484) Fulda. Bl. Herrn S. Blrrrn, Metzger in Straßburg im Elsaß, große Statelgasse, sind alle Sorten koschere Wurst, sowie fette Gänse und Gäusfett zu haben. f2277

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